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Gebühren für Ausrichter: Centrum soll für Bauhofeinsatz zahlen

Gebühren für Ausrichter : Centrum soll für Bauhofeinsatz zahlen

Gema-Gebühren, Sicherheit, Sanitätsdienst - wo man hinschaut, für Ausrichter gleich welcher Veranstaltung wird es immer teurer, etwas für die Allgemeinheit auf die Beine zu stellen. Das bekommen auch die Vereine zu spüren, nicht nur über so nötige, sinnvolle Leistungen wie Sanitätswachdienste. Teurer werden wird es nun auch für die Werbegemeinschaft Centrum: Im Rathaus angedacht ist, Kosten des Bauhofes geltend zu machen. Das bestätigte der Technische Beigeordnete Bernd-Josef Vedders.

"Bis heute werden keine Gebühren genommen. In Zukunft sollen solche für freiwillige Leistungen, insbesondere Arbeiten des Bauhofs, vom Veranstalter genommen werden", so Vedders. Eine Gebührenordnung bestehe nicht, es solle nach Aufwand abgerechnet werden. Ähnlich wie beim Weinfest in Rhöndorf: Laut Alfred Höhler vom Winzercorps wird je eine dreistellige Summe fällig, für Genehmigungen und Absperrung. Auch der Karnevalszug kostet. Laut Festkomitee-Chef Gerd Papenbrock ist das vertraglich geregelt. Angesprochen wurde das Thema bei einer Runde mit den Fraktionsvorsitzenden, so CDU-Fraktionschef Sebastian Wolff. Die Ausgangslage: Die Stadt bewegt sich finanziell am Abgrund, das genehmigte Haushaltssicherungskonzept schreibt Sparsamkeit bei den freiwilligen Leistungen vor. Genau dazu gehört es, wenn die Bauhof-Truppe ausrückt, um etwa Straßen zu sperren. Wolff: "Man muss darüber reden."

Dem verschließt sich auch der Verein Centrum nicht, sagt Vorsitzender Georg Zumsande, obgleich das Thema schwer im Magen liegt. Ein Denkansatz: Der Verein könnte sich auf "Hauptzugpferde" konzentrieren - auf das Frühlings- und Rosenfest, die Sommernacht und den Martini-Markt. Zumsande: "Man muss schauen, was die Gemeinschaft noch bereit ist zu tragen." Laut Vedders fallen zurzeit 1500 bis 2500 Euro pro Veranstaltung für Leistungen der Stadt an. Dass die Diskussion ein zweischneidiges Schwert ist, verhehlt auch Wolff nicht: "Die Veranstaltungen des Centrums sind Wirtschaftsförderung pur. Wir können nicht Veranstaltungen torpedieren, die unsere Stadt voranbringen."

Es müsse ins Kalkül gezogen werden: Die positive Außenwirkung, die Bad Honnef durch sein breitgefächertes Veranstaltungstableau erfahre, sei in Euro und Cent kaum umzurechnen, aber ein Riesen-Wirtschafts- und Werbefaktor. Nur ein Beispiel: Die Centrums-Mitglieder investieren je fünfstellige Summen alleine in die Außenwerbung, Tausende Besucher aus der ganzen Region kommen zu jeder Veranstaltung. Wolff: "Die Außenwerbung ist gigantisch." Und ein florierender Handel und ein positives Image sind gut für die ganze Stadt. Höhler ist solidarisch: "Die Stadt muss aufpassen, was sie tut, die Vereine nicht beuteln." Sonst, befürchtet er, könnte einiges Wichtige den Bach runter gehen.

Die Allianz plädiert für Planungssicherheit für 2013. "Wir brauchen für die Zukunft vernünftige Lösungen, aber die setzen Gespräche mit allen Beteiligten voraus", so Wolff. Von Schnellschüssen hält er nichts. Die Allianz will das Thema, so nicht durch die Verwaltung ohnehin geschehen, auf die politische Tagesordnung setzen lassen. Zumsande: "Wir müssen die Gespräche abwarten und sachlich mit dem Thema umgehen." Ein "wichtiges Signal" erhofft sich Zumsande aber in jedem Fall: Planungssicherheit für 2013. Zumsande will erklärtermaßen keine Drohkulisse aufbauen, schwere Einschnitte indes seien irgendwann nicht auszuschließen: "Wir müssen uns ernsthaft Gedanken machen, wie wir das alles hinkriegen."

Planung 2013:

  • "Fühl' Dich frühlich": 23. und 24. März.
  • Antikmarkt: 20. April.
  • Tuch- und Stoffmarkt: 4. Mai.
  • Rosenfest: 8. und 9. Juni.
  • Sommernacht: 23. August.
  • Martini-Markt: 23. bis 17. Oktober.
  • Nikolausmarkt: 5. bis zum 8. Dezember.