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Corona: Bad Honnef - weitere Infektion mit Mutation B.1.1.7 nachgewiesen

Corona in Bad Honnef : Weitere Infektion mit Mutation B.1.1.7 nachgewiesen

Eine Patientin des Cura-Krankenhauses ist mit der hochansteckenden Mutante B.1.1.7 des Coronavirus infiziert. Seit der Identifizierung werden Patienten, Mitarbeiter und die Mitbewohner der Infizierten getestet. In einem Fall wurde nun die Mutation nachgewiesen.

Die britische Mutante des Coronavirus B.1.1.7 hat auch Bad Honnef erreicht. Bereits am Freitag wurde eine Infektion damit bei einer Patientin im Cura-Krankenhaus nachgewiesen. Neben ihr wurden vier weitere Patienten und fünf Mitarbeiter des Krankenhauses positiv auf Corona getestet. Von diesen neun Fällen ist einer ebenfalls mit der Mutation infiziert, ein anderer nicht.

Bei den weiteren sieben Positiv-Fällen steht das Ergebnis der Typisierung noch aus. Die zusätzlichen Untersuchungen, die vorgenommen werden müssen, um die Virus-Variante nachzuweisen, bräuchten einige Tage, erläuterte Rita Lorenz, die Pressesprecherin des Rhein-Sieg-Kreises.

Offenbar hat die Infizierte die Virus-Variante aus dem Seniorenheim mitgebracht, aus dem sie ins Krankenhaus überwiesen wurde. Zwar hatte der Schnelltest, der routinemäßig bei der Aufnahme gemacht wurde, ein negatives Ergebnis. Inzwischen wurden aber nach Auskunft des Kreises auch die Bewohner des Seniorenheims und die Mitarbeiter getestet. Diese Tests ergaben, dass fünf Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert sind und vier Bewohner. Einer dieser Mitarbeiter ist mit der Variante B.1.1.7 infiziert, ebenso drei der Bewohner, von denen inzwischen einer verstorben ist.

PCR- statt Schnelltests

Das Cura-Krankenhaus ist seit Freitag komplett für Besucher geschlossen. Darüber hinaus hat das Kreis-Gesundheitsamt dem Krankenhausbetreiber, den GFO Kliniken Bonn, empfohlen, ihre Patienten sowohl bei der Neuaufnahme zu testen als auch vor der Entlassung. Anders als bisher soll das Krankenhaus sich dabei fürs Erste nicht mehr nur auf die Ergebnisse der Schnelltests verlassen, sondern sogenannte PCR-Tests einsetzen, da sie als zuverlässiger gelten. Über mögliche weitere Vorsichtsmaßnahmen, mit denen die Ausbreitung der Virus-Mutante möglichst verhindert werden soll, werde erst entschieden, wenn alle Testergebnisse vorlägen, so Lorenz weiter.

Die Coronavirus-Mutante B.1.1.7 wurde zum ersten Mal im vergangenen September in Großbritannien nachgewiesen. Sie ist nur eine von vielen inzwischen bekannten Mutanten und gilt als besonders ansteckend. Laut dem Charité-Virologen Christian Drosten liegt der Zuwachs bei der Übertragbarkeit bei etwa 22 bis 35 Prozent. In Deutschland ist die gezielte Suche nach den Varianten erst vor kurzem verstärkt worden, deshalb gibt es keine belastbaren Zahlen dazu, wie viele Ansteckungen es hier schon gegeben hat. Bis zum vergangenen Donnerstagabend waren dem RKI 120 Nachweise von B.1.1.7 gemeldet.