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Ausstellung in Bad Honnef: Das Fantastische der Natur

Ausstellung in Bad Honnef : Das Fantastische der Natur

Ellen Dornhaus stellt ihre Fotografien in der Ausstellung „Der Wald vor meiner Tür“ im Bad Honnefer Kunstraum aus. Noch bis zum 18. Juli ist die Ausstellung zu sehen.

Mal ist er märchenhaft schön, mal dunkel und bedrohlich, mal voller Leben, mal still und einsam, aber immer wieder aufs Neue faszinierend – „Der Wald vor meiner Tür“. Ellen Dornhaus ist in den stillen Tälern und Mulden des Kottenforsts, an seinen kleinen Tümpeln und Bächen, unter knorrigen Baumriesen und auf üppigen grünen Lichtungen unterwegs gewesen und hat alle Facetten des Waldes mit der Kamera eingefangen. Zu sehen sind ihre Fotografien, die teils wie Gemälde anmuten, noch bis zum 18. Juli im Kunstraum am Rathausplatz in Bad Honnef. Es ist die erste Ausstellung, die hier am Sonntag nach langer Corona-Zwangspause eröffnet worden ist.

Dornhaus ist eigentlich Malerin, studiert hat sie an der Hochschule für Bildende Künste in Düsseldorf – zeitgleich mit Josef Beuys. Was das Fotografieren angeht, bezeichnet sie sich selber als Autodidaktin. „Viele Maler nehmen ja Fotos als Vorbild für ihre Arbeiten. Da habe ich mir gedacht, dann kann ich ja auch gleich selber fotografieren“, erzählt sie, warum sie vor 15 Jahren Pinsel und Farbe gegen Kamera und Computer eingetauscht hat. „Durch die Kamera bediene ich mich eben nur des Datenmaterials, statt Farbe und Pinsel zu nehmen.“ Das Ziel jedoch sei immer das gleiche: die Großartigkeit des Waldes und das Fantastische der Natur überzeugend wiederzugeben.

Die Liebe zum Wald hat Dornhaus bereits als Kind entwickelt: „Im Wald konnte man total frei sein.“ Bis heute hat sich der Wald für sie etwas Geheimnisvolles und Märchenhaftes erhalten. Da sie in Villiprott unmittelbar am Rande des Kottenforsts wohnt, hat sie die Gelegenheit, sich zu jeder Tages- und Nachtzeit – immer dann, wenn das Licht und die Stimmung am schönsten oder am außergewöhnlichsten sind – auf Motivsuche zu begeben. Es sind die Äste eine Baumes, die wie die knorrigen Finger einer Hand wirken, der tote Vogel auf dem moderigen Boden, der vom Kreislauf des Lebens erzählt, und der Morgennebel, der den Wald in ein geheimnisvolles Gewand hüllt, die Dornhaus mit der Kamera einfängt.

„Der Künstlerin gelingt es, malerisch zu fotografieren“, beschreibt es die Kunsthistorikerin Heidrun Wirth in ihren Ausführungen zur Ausstellungseröffnung. Es sind „Kompositionen in einem sorgfältig gewählten Konzept von Farben und Linien, von Helligkeit und Dunkel, von scharf Gesehenem und verwischt Gehaltenem“, die faszinieren und den Betrachter in ihren Bann ziehen.

Manchmal fertigt die Künstlerin auch Collagen an, indem sie immer ein- und dasselbe Bild nebeneinandersetzt, um das Motiv besonders zu betonen. So ergeben die nackten Äste eines Baums, doppelt und dreifach nebeneinander, augenscheinlich ein riesiges Labyrinth. Oder sie kopiert bestimmte Details aus anderen Werken in ein Foto: zum Beispiel die Libellenlarve, die wie eine mythische Göttin auf dem Wasser eines Waldsees tanzt. So schafft Dornhaus es immer wieder, den Wald vor unserer Tür in einem völlig neuen Blickwinkel und anderen Licht erscheinen zu lassen – ohne ihn jedoch selbst zu verändern.