Ausstellung in Bad Honnef Der Frühling zieht in den Kunstraum ein

BAD HONNEF · Die Künstlerin Roswitha Schumacher-Kuckelkorn malt in leuchtenden Farben. Für ihre Gemälde, die sie zurzeit in Bad Honnef zeigt, lässt sie sich von der Natur inspirieren.

Liebt kräftige Farben: Roswitha Schumacher-Kuckelkorn in ihrer Ausstellung.

Liebt kräftige Farben: Roswitha Schumacher-Kuckelkorn in ihrer Ausstellung.

Foto: Frank Homann

Farbe, Farbe, Farbe, frisch wie der Frühling. Im Kunstraum zeigt Roswitha Schumacher-Kuckelkorn ihre leuchtenden Werke unter dem Motto „Einfach Malerei“. Vizebürgermeister Klaus Munk und Cornelia Nasner, die Vorsitzende des Vereins zur Förderung von Kunst und Kultur in Bad Honnef, eröffneten die Ausstellung der Malerin, die im knallig roten Kleid noch einen zusätzlichen Farbtupfer in den Honnefer Kunsttempel am Rathausplatz gebracht hatte. Eine Lieblingsfarbe hat die in Bornheim lebende Künstlerin, Jahrgang 1962, aber nicht.

Ihre Inspiration schöpft sie aus der Natur, erzählt sie. Manchmal hält sie beim Spaziergang eine Szene mit dem Fotoapparat fest, die später an der Staffelei Grundlage ihrer Bildkomposition ist. Sie arbeitet gegenständlich, aber auch abstrakt, was ihr noch mehr Kraft abverlangt. „Denn es sind nicht einfach Pinselstriche“, unterstreicht Schumacher-Kuckelkorn, die spontan und intuitiv vorgeht. Ohnehin: Das Figürliche und das Abstrakte stellen bei ihr keine Gegensätze dar. Lodernde Rot- und Orangetöne, Gelb, sattes Grün, frisches Blau machen vorwiegend die Palette ihrer Farben aus, die sie großzügig aufträgt; neben- und übereinander vereinen sie sich zu einem lebendigen Ganzen.

Kunstexpertin Hanna Styrie sprach bei der Einführung in die Ausstellung von einem „sinnlichen, glühenden Farbrausch“ und von „Farbenathletik“. „Die Pinselführung ist nämlich so dynamisch und bewegt, dass man sich leicht vorstellen kann, dass der Akt des Malens auch sportlicher Natur sein kann und die Künstlerin vielleicht sogar physisch an ihre Grenzen bringt. Und die Farbenpracht, der wir hier ausgesetzt sind, rechtfertigt den Begriff allemal.“ Die „reine Malerei“ ist Roswitha Schumacher-Kuckelkorn am wichtigsten. Nicht das Detail, sondern der Gesamteindruck zählt „bei der Erschaffung der spannungsgeladenen Bildräume“.

Das Licht ist der gebürtigen Bad Münstereifelerin wichtig. Hanna Styrie betonte: „Ihre Anziehungskraft verdanken die Werke auch dem Licht, das sich aus der Tiefe des Bildgrundes heraus den Weg durch die Malschichten zu bahnen scheint. Vor allem aber überwältigen uns die Farben, die hier ein kraftvoll-ungestümes Eigenleben führen. Die Farbwahl zeugt von Mut und dem unbedingten Willen, atmosphärische Räume am Rande der Realität zu erschaffen. Das ursprüngliche Motiv, eine Weide im Vorgebirge, der Blick auf ein Blumenbeet, toskanische Hügel oder eine Eifellandschaft, wird während des Malvorgangs zunehmend vereinfacht und zu einem reinen Stimmungsbild von allgemeiner Gültigkeit verdichtet.“

Mit feinen Nuancen von Dichte und Transparenz, von Dunkelheit und Helligkeit schafft Schumacher-Kuckelkorn Nähe und Ferne, Raum und Tiefe. „Es muss was passieren im Bildraum“, meint die Künstlerin, die ihr Handwerk über Jahre in Einzelunterricht bei Nicolai Konstantinovic in Köln erlernte. Ihre Gemälde tragen Titel wie „Im Nebel“, „Wasserspiegelung“, „Margeriten“ oder „Frühling“.

Die Ausstellung im Kunstraum Bad Honnef, Rathausplatz 3, ist bis zum 5. März zu sehen. Geöffnet ist sie donnerstags und freitags von 16 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 13 Uhr.

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