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Sanierung der Kreisstraße 11: Die ganze Mauer ist marode

Sanierung der Kreisstraße 11 : Die ganze Mauer ist marode

Die Kreisstraße 11 zwischen Linz und Ockenfels bleibt weiterhin komplett gesperrt. Wann saniert wird, ist noch offen.

Der Schaden ist größer als gedacht: Die Stützmauer an der Kreisstraße 11, die die Stadt Linz und die Gemeinde Ockenfels verbindet, droht nicht nur in Teilen, sondern insgesamt einzubrechen. Das teilte der Landesbetrieb Mobilität mit.

Teile der Wand hatten sich gesetzt, Steine waren herausgebrochen. Die Ergebnisse der geotechnischen Untersuchungen bestätigten Schichtwasser als Ursache. Die Straße muss deshalb bis auf weiteres komplett gesperrt bleiben, auch für Fußgänger. Ob und wann die Wand saniert wird und wer das Ganze bezahlt, blieb gestern noch offen.

Das Wort Hangrutsch weckt in Linz nach wie vor böse Erinnerungen: Im Januar 2015 verlor eine Familie am Kaiserberg ihr Haus. Ganz so dramatisch stellte sich die Situation an der Kreisstraße 11 nicht dar. Schnelles Handeln war trotzdem gefragt: Die Stützwand der Straße Rheinhöller drohte wegzubrechen. In Höhe der Abstellgleise der Eifelbahn waren bereits dicke Brocken herausgebrochen. Die Straße wurde darum Ende Januar komplett gesperrt. Die marode Wand wurde mit einem Widerlager aus Schotter abgesichert.

Umfangreiche geotechnische Untersuchungen der ganzen Wand folgten. Der offenkundig brüchige Teilbereich wurde messtechnisch überwacht. Zudem wurde untersucht, ob die Bewegungen der Stützwand durch die Schottersicherung zur Ruhe gekommen sind. Tiefergehende geotechnische Untersuchungen in Form von horizontalen und vertikalen Bohrungen sollten zeigen, wie es um die Wand als Ganzes bestellt ist. Ziel ist laut Landesbetrieb ein Konzept für die Instandsetzung, um möglichst zügig die Standsicherheit wiederherzustellen und die Kreisstraße 11 wieder freigeben zu können.

Die Untersuchungen belegten die vom beauftragten geotechnischen Büro bereits zu Beginn der Untersuchungen vermutete Schadensursache: Das Problem ist auf Schichtwasser zurückzuführen, das im bergseitigen Gelände hinter der Straße anfällt. Dieses Wasser zerstört auf der rückwärtigen Seite der Stützwand das Gefüge der Mauer, sodass die Tragfähigkeit im vorderen geringeren Wandquerschnitt geschwächt ist. Gleichzeitig erhöht das Schichtwasser den Druck auf die geschwächte Wand.

In der Kombination bedeutet das: Die Wand droht, in sich zusammenzusacken. Damit war die Vollsperrung der Kreisstraße 11 unumgänglich und bleibt es bis zur Sanierung. Wie die aussehen könnte, hatten Experten bereits bei einem Ortstermin Ende Januar erläutert. Für die dauerhafte Festigung der Konstruktion, die aus den 50er und 60er Jahren stammt, könnte eine „Scheibe“ aus Spritzbeton vor die alte Wand gesetzt werden.

Diese Betonscheibe könnte dann zusätzlich im etwa vier bis fünf Meter hinter der Wand liegenden Fels verankert werden. Es dürfte allerdings noch einige Zeit dauern, bis der direkte Weg nach Ockenfels wieder frei ist: Vorsichtige Schätzungen im Januar lagen bei einer Sanierungszeit von einem Jahr. Im nächsten Schritt müsse zunächst die Finanzierung der Sanierung mit dem Kreis Neuwied als Straßenbaulastträger abgestimmt werden, so der Landesbetrieb. Auch sei die Baustellenlogistik mit den Anliegern zu klären.