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Ökumenischer Hospizdienst Ölberg Königswinter: "Die Hilfe ist ein Gebot der Menschlichkeit"

Ökumenischer Hospizdienst Ölberg Königswinter : "Die Hilfe ist ein Gebot der Menschlichkeit"

Ökumenischer Hospizdienst eröffnet zwei Zimmer mit palliativnaher Versorgung im Seniorenzentrum Sankt Katharina.

"Wo ein Mensch stirbt, da berühren sich Himmel und Erde", sagte Pfarrerin Christina Gelhaar. Gemeinsam mit ihrem katholischen Kollegen Dariusz Glowacki gestaltete sie einen Ökumenischen Wortgottesdienst in der Kapelle des Seniorenzentrums Sankt Katharina in der Altstadt. Der Umzug an diesen neuen Standort erfolgte im vergangenen Jahr. Jetzt wurden dort zwei Zimmer mit palliativnaher Versorgung feierlich eröffnet – eine Kooperation des Seniorenzentrums mit dem Ökumenischen Hospizdienst Ölberg Königswinter.

Mitglieder dieses Vereins nahmen ebenso daran teil wie Vertreter befreundeter Hospizvereinigungen, Mitarbeiter des Hauses und Ärzte. Früher, so sagte die Pfarrerin, wurden die Verstorbenen aufgebahrt, es gab Rituale, die Trauer und Verlust bewältigen halfen. Nun habe sie das Gefühl, dass die Tabuisierung des Themas Tod der jüngeren Vergangenheit aufbreche. Dies sei auch dem Hospizverein zu verdanken.

Die Geistliche betonte: "Der Hospizdienst hat sowohl die Sterbenden im Blick als auch die Angehörigen." Pfarrerin Gelhaar würdigte das Engagement der Koordinatoren und ehrenamtlichen Mitarbeiter ebenso wie Dariusz Glowacki. "Ich bin dankbar, dass es den Hospizverein seit zehn Jahren gibt. Er leistet Großes. Freuen wir uns über das erweiterte Angebot dieses Altenheims", sagte Dariusz Glowacki.

Der Seelsorger dankte allen Menschen, die in Krankenhäusern, in Altenheimen, auf Hospizstationen oder auch zu Hause Sterbende begleiten. Nach dem gemeinsamen Gebet zog die kleine Festgesellschaft in die zweite Etage, wo die Zimmer 23 und 30 reserviert sind für schwerstkranke und sterbende Menschen. Hier segnete Pfarrer Glowacki die Räume ein.

Der Flieder duftet. Die großen Fenster eines gemütlichen Vorraums gewähren freien Blick auf den Petersberg und auf das Grün des Innenhofes im Seniorenzentrum Sankt Katharina. Das Orange der bequemen Sessel strömt Wärme aus. Im Regal stehen neben der Bibel Bücher wie "Der ewige Brunnen", "Die Kuh, die weinte", "Gotteslob" oder "77 Hoffnungsfenster", ebenso Kerzen und Gläser mit Salz vom Toten Meer.

Angehörige oder die Helfer des Hospizdienstes können hier auch einen Tee oder Kaffee kochen. Von diesem Aufenthaltsraum aus erfolgt der Zutritt zu den beiden Zimmern. Durch Glastüren zum Flur hin ist dieser Eingangsbereich einerseits angenehm offen, andererseits schützen matte Streifen auch die Intimität.

In der Cafeteria zitierte Thomas Wiemer, der Vorsitzende des Ökumenischen Hospizdienstes Ölberg Königswinter, anschließend den ungarischen Schriftsteller George Tabori, der auf die Frage nach dem „Wie“ des Sterbens gesagt habe: „So wie ich geboren wurde - nur andersherum." Wiemer betonte: "Wer Menschen begleitet hat, der weiß, dass Sterben kein Ausweichen zulässt. Es ist immer konkret. So wie niemand allein auf die Welt kommt, möchte niemand allein die Welt verlassen müssen."

Die Antwort Taboris beinhalte Witz und zugleich Ernst. Die Mitarbeiter des Hospizdienstes würden auch mit Herzlichkeit und Humor ihre Aufgabe meistern. Er dankte ihnen dafür, dass sie Menschen, die nicht allein zu Hause bleiben können, hier begleiten.

Einrichtungsleiter Rolf Burscheidt unterstrich: "Der ökumenische Hospizdienst und das Seniorenzentrum haben in einem gemeinsamen Prozess, der die Ressourcen beider Träger im Projekt palliativer Versorgung vernetzt und ergänzt, Leitlinien der Kooperation entwickelt. Im Mittelpunkt der hospizlichen Begleitung und palliativen Versorgung stehen die Bedürfnisse der Menschen, die in unserem Haus ihre letzten Tage und Wochen in Würde mit einer größtmöglichen Lebensqualität verbringen."

Die Kooperation kommt dabei nicht nur den Gästen der beiden Zimmer, sondern auch den übrigen Bewohnern des Hauses zugute. Für das Seniorenzentrum gibt es mit Monika Schwertner eine eigene Koordinatorin des Hospizdienstes. Burscheidt: „"Schwerkranken Menschen Hilfe im Sterben zu bieten, ist ein Gebot der Menschlichkeit."