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Schultheater im Bürgerhaus Aegidienberg: Die Kinder finden die Zaubertrommel

Schultheater im Bürgerhaus Aegidienberg : Die Kinder finden die Zaubertrommel

Aegidienberger Grundschüler zeigen das afrikanische Märchen – und planen nun eine eigene Spendenaktion.

Afrika liegt in Aegidienberg. Thomas Soucou aus Togo trommelte, tanzte und sang dort mit den Schülern und Lehrern der Theodor-Weinz-Schule. Warm wie in Afrika war es auch, als bei der Aufführung des afrikanischen Märchens „Das Geheimnis der Zaubertrommel“ nicht nur die 300 Kinder den Saal des Bürgerhauses in Beschlag nahmen, sondern sich dort Eltern knubbelten, die ihren Sprösslingen begeistert zuschauten und im Rhythmus klatschten.

Zwei Kinder werden in den afrikanischen Busch geschickt, um die Zaubertrommel zu suchen. Mit Hilfe einer Zauberin finden sie diese besondere Trommel, mit der ihre Eltern die Hungersnot bewältigen konnten. Vorher hatten die Helden der Geschichte Abenteuer zu bestehen. Zwei Vorleser lasen die Geschichte. Kinder der dritten und vierten Klassen schlüpften in die Hauptrollen. Aber alle Schüler waren mit Feuereifer dabei. Sie stellten Bäume, Kürbisse, Krokodile, Affen, Sterne oder Muscheln dar, führten Tänze auf oder machten Wald- und Flussgeräusche. Und natürlich wurde getrommelt – alles unter Regie von Soucou, der Trommelbauer und ausgebildeter Tänzer, Musiker und Sänger ist.

Während der Projektwoche hatten die Kinder sich vorbereitet – das Trommeln erlernt, viel über Afrika erfahren und Lieder einstudiert wie „Mama Simba lala“ oder „Aha, soum soum mamak“. Auch für die Eltern und Lehrer gab es einen Trommelnachmittag. Die Eltern halfen beim Nähen und Basteln der Kostüme. Schulleiterin Rita Bachmann dankte ihnen ebenso wie ihren Kollegen für den Einsatz in der Projektwoche „Trommelzauber“. Durch einen Adventsbasar hatten sich Kinder, Lehrer und Eltern diese Woche ermöglicht.

Die Rektorin dankte auch Thomas Soucou. „Er hat uns Afrika nähergebracht – mit seiner Energie, seinem Rhythmus, seiner Begeisterung und Liebe für sein Land.“ Den Hauptpersonen galt ein dickes Lob für ihre Leistung und ihren Mut, vor so vielen Zuschauern solo zu spielen. Jeder Dank wurde mit Trommelwirbel begleitet.

Celine aus der ersten Klasse stand mit ihrem Muschelkostüm nach der Aufführung noch völlig im Bann ihres Spiels. „Es war schön.“ Auch Tim aus der zweiten Klasse hatte die Aufführung großen Spaß bereitet. Er war ein Kürbis und hatte die ganze Woche Lampenfieber. Seinem Vater, Fleischermeister und Siebengebirgsprinz Josef Witt, hatte die Aufführung sehr gut gefallen. „Wir haben zu Hause die CD mit den Liedern. Ich kann mitsingen.“

Nadja aus der 1a war ein Stern am afrikanischen Himmel. Lehrerin Sabine Gawlitta möchte sich nach dieser Woche gar zu einem Trommelkurs anmelden. Sven Krämer, Sonderpädagoge an der Theodor-Weinz-Schule, hatte eine große Leinwand mit einem Löwen besorgt als Kulisse. „Die haben wir von Monique Collins aus Berlin umsonst bekommen, als ich erklärte, wofür wir das brauchen.“

Afrika wird die Schüler noch länger beschäftigen. Sie möchten eine Spendenaktion für Soucous Dorf Akou Mape starten. Dorthin reist der Künstler mit seiner Familie regelmäßig, von dort erhält er auch die Trommeln. Thomas Soucou hat jungen Dorfbewohnern das Fertigen von Trommeln beigebracht und ihnen so eine Beschäftigung ermöglicht. Die Instrumente sind begehrt – auch als Andenken an solche Aufführungen wie in Aegidienberg. Jeder CD-Käufer erhielt eine Mini-Trommel als Geschenk.