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Im früheren Katholisch-Sozialen Institut: Die Psychosomatische Klinik in Bad Honnef eröffnet 2021

Im früheren Katholisch-Sozialen Institut : Die Psychosomatische Klinik in Bad Honnef eröffnet 2021

Im früheren Katholisch-Sozialen Institut werden demnächst Privatpatienten betreut, die psychische Erkrankungen haben. An dem Standort entstehen 100 Arbeitsplätze.

Als er das Gebäude das erste Mal besichtigt habe, da sei er schon etwas „erschlagen“ gewesen, gesteht Berthold Müller. Ein Gebäudekomplex mit mehr als 10 000 Quadratmetern Fläche, darunter vier Foren, zehn Tagungsräume, 115 Gästezimmer, Rundfunk- und Fernsehstudio: Das ehemalige Katholisch-Soziale Institut (KSI) ist alles andere, als eine normale Immobilie. Trotzdem oder gerade deshalb stand für den Geschäftsführer der Vincera-Kliniken GmbH schnell fest: Das passt. Im Sommer 2021 eröffnet die Holding im früheren KSI ihre insgesamt vierte Privatklinik für Psychosomatik und Psychotherapie. Die Umbauten beginnen in Kürze.

Das Unternehmen hat es sich nach Worten von Müller und denen des künftigen Chefarztes Christian Konkol zur Aufgabe gemacht, Menschen etwa bei Stressfolgeerkrankungen, Burn-out, Depressionen, Angststörungen oder Posttraumatischen Belastungsstörungen nicht nur akut zu stabilisieren, sondern sie auch darüber hinaus kontinuierlich zu begleiten. Von der Prävention bis zur Nachsorge: „Das Ziel ist: Wer einmal hier war, soll nie wieder in eine Klinik müssen. Unser Motto lautet: zurück ins Leben.“ Gesellschafter der Holding, die schon Kliniken im bayerischen Burg Wernberg und in Bad Waldsee betreibt sowie im Februar mit einem Standort nahe Berlin an den Start geht, sind die Pre.Di.Ma. GmbH Offenburg sowie die holländische Hotelgruppe Van der Valk. Die Pre.Di.Ma GmbH ist unter anderem auf Betriebliches Gesundheitsmanagement spezialisiert. Die Hotelgruppe Van der Valk betreibt weltweit mehr als 100 Hotels im Vier-Sterne-Sektor.

Seit 35 Jahren im Gesundheitssystem tätig

2014 habe man sich als Symbiose aus Hotel- und Gesundheitsbranche auf den Weg gemacht, psychosomatische Kliniken mit ganzheitlichem, therapeutischen Ansatz und hoher Aufenthaltsqualität zu errichten. Die Zahlen sprächen für den Bedarf, so Müller, der nach eigenen Angaben bereits seit 35 Jahren im Gesundheitswesen tätig ist: Über alle Versicherungsträger hinweg gehe heute jede zweite Frühverrentung auf eine psychische oder psychosomatische Erkrankung zurück. Durchschnittsalter: 45 Jahre. Zugleich dauere es bis zu neun Monate, einen Klinikplatz zu bekommen – ein Martyrium für die Betroffenen und ihr Umfeld und ein Verlust für Wirtschaft und Gesellschaft. „Das Schlimme für die Menschen ist, man sieht ihnen die Erkrankung nicht an.“ Zugleich seien die Folgen oft existentiell.

Aber, so Müller: „Wenn man schnell etwas bewegen will, geht das nur mit einer privaten Klinik.“ Hauptklientel der Vincera sind Privatpatienten, aber auch Kassen zeigten Interesse. Die Verweildauer in der Klinik liege bei sechs bis acht Wochen. Der Tagessatz wird laut Müller aktuell mit insgesamt etwa 415 bis 420 Euro kalkuliert.

100 Arbeitsplätze entstünden am Standort. Von Ärzten, Psychologen und Schwestern bis zu Verwaltung oder Reinigungspersonal „werden das alles eigene Angestellte“. Wie berichtet, hatte die Investorengruppe die Immobilie in Bad Honnef Ende 2018 vom Erzbistum gekauft. Doch dann kam Corona. Müller: „Wir sind froh und erleichtert, dass nun endlich der Umbau beginnen kann.“ Der vollzieht sich im Inneren, „wenn man so will, wird dies wieder ein Rohbau“, so Müller beim Rundgang mit Konkol und Bürgermeister Otto Neuhoff.

100 Patientenzimmer sollen entstehen

Neuhoff sagte, die neue Klinik passe perfekt in die Gesundheitsstadt Bad Honnef: „Jahre haben wir mit dem Bistum gesucht. Die Klinik ist eine hervorragende Nachnutzung und bringt über die Patienten und ihren Besuch auch noch weiteres Leben in die Stadt.“

Bis es so weit ist, heißt es, Einzelzimmer für 100 Patienten renovieren, Bäder, Böden, Technik und Schwimmbad erneuern, Therapieräume herrichten. Auch für das Tonstudio schwebt Konkol etwas vor: „Das ist perfekt für die Musiktherapie.“ Die Kapelle bleibt, wie sie ist: Als Raum für Meditation und Ruhe für die Patienten.