32-Millionen-Euro-Projekt in Bad Honnef Einweihung der Erzbischöflichen Gesamtschule Sankt Josef mit Tanz und Segen

Bad Honnef · Mit fast zwei Jahren corona-bedingter Verspätung konnte die Fertigstellung der Erzbischöflichen Gesamtschule Sankt Josef in Bad Honnef nun gefeiert werden. Wer auf dem Schulgelände nach Grün sucht, wird allerdings enttäuscht.

Weihbischof Ansgar Puff bekommt bei der Segnung des Kreuzes für das neue Schulgebäude der Gesamtschule Sankt Josef Unterstützung von Lennard und Philipp als Messdiener.

Weihbischof Ansgar Puff bekommt bei der Segnung des Kreuzes für das neue Schulgebäude der Gesamtschule Sankt Josef Unterstützung von Lennard und Philipp als Messdiener.

Foto: Frank Homann

Mit einer Tanzaktion haben Schüler der Erzbischöflichen Gesamtschule Sankt Josef die neue Dreifachturnhalle erobert und die Gäste des Schuleinweihungsfestes mit der sportlichen Einlage überrascht. Weihbischof Ansgar Puff hatte zuvor auf dem Schulhof das Kreuz gesegnet, um es anschließend selbst in der neuen Sporthalle anzubringen. Er gab gleichzeitig der Schulgemeinschaft sowie den neuen Gebäuden Gottes Segen mit auf den Weg.

Mit fast zwei Jahren corona-bedingter Verspätung konnte die Fertigstellung der Schule mit Vertretern des Erzbistums und der Stadt gefeiert werden. Unterdessen zählt auch die Sporthalle zum neuen Ensemble. Frischer Rasen für mehr Grün drumherum lässt wegen der Trockenheit allerdings noch auf sich warten.

Zwischen dem Gottesdienst am Morgen und dem bunten Schulfest am Nachmittag erinnerten die Vertreter von Erzbistum sowie Schule und Stadt in einem Festakt an den beschrittenen Weg. In der Pfarrkirche Sankt Johann Baptist betonte Weihbischof Puff: „Meine erste Begegnung mit eurer Schule fand vor Jahren im Rahmen eines Starkmacher-Projekts der Band ,Gen Rosso‘ statt.“ Damals hätten die Schüler innerhalb einer Woche ein beeindruckendes Musical eingeübt und es aufgeführt. Dabei seien viele Talente sichtbar geworden. „Für mich ist die Gesamtschule Bad Honnef ein ,Mutmacher-Projekt‘, das in gesellschaftlich und kirchlich schwierigen Zeiten junge Menschen befähigt, sich selbst und Gott etwas zuzutrauen.“ Der Weihbischof ging in seiner Predigt auf die Lebenswelt der Kinder ein. Die Schule solle sie stark machen für das Leben.

Gesamtschule Sankt Josef bereichert kommunales Schulangebot

Danach hießen Schüler die Gäste im Forum der Schule herzlich willkommen. Niklas und Benjamin führten gekonnt durchs Programm. Bernadette Schwarz-Boenneke, Leiterin der Hauptabteilung Schule und Hochschule im Erzbischöflichen Generalvikariat, sagte: „Wenn wir heute die neuen Gebäude einsegnen dürfen, dann stellt sich eine Frage: Ist das noch die eine Schule, die am 15. Oktober 1900 als höhere Töchterschule von den Nonnenwerther Franziskanerinnen in der Villa von Richard Thelen gegründet wurde?“

Sie ging auf die Geschichte der Schule ein. „Ja, die Sankt-Josef-Gesamtschule ist eine traditionsreiche Schule.“ Wenn Kirche heute Schule mache und baue, dann deshalb, „weil sie aus dem Glauben heraus Kindern einen guten Lern- und Lebensraum anbieten will, damit sie verantwortungsvolle, gebildete, sozial kompetente und urteilsfähige Männer und Frauen werden“. Heute sei die inklusive Gesamtschule in katholischer Trägerschaft ein kommunales Schulangebot.

Schwarz-Boenneke hob die Verbindung von Architektur und Pädagogik hervor: „Der Neubau von Hausmann Architekten unterstützt die tägliche Arbeit von Schülern und Lehrern hier vor Ort, indem er einen geeigneten Raum für die unterschiedlichsten Lernformen bietet.“

Dass der Neubau auch ein Gewinn für Bad Honnef sei, bestätigte Bürgermeister Otto Neuhoff (parteilos): „Durch die erfolgreiche Kooperation mit dem Erzbistum Köln gibt es wieder ein attraktives Schulangebot für alle Kinder und das mit modernsten Lernbedingungen.“ Er dankte dem Erzbistum, dass sie für die gesamte Stadtgesellschaft dieses Angebot zur Verfügung stelle. Die Gesamtschule genieße seit Eröffnung 2016 eine hervorragende Akzeptanz – das rühre aus der Vergangenheit her, Sankt Josef habe immer einen guten Ruf gehabt.

Zeitplan und Finanzrahmen trotz Problemen eingehalten

Zum Auftakt, so erinnerte Schulleiter Stefan Rost, habe es direkt 106 Anmeldungen gegeben. Rost: „Durch das neue Schulgebäude, die neue Sporthalle und die Neugestaltung des Schulgeländes ist Sankt Josef ein hervorragender Ort zum Lernen, ein Gebäude des Lebens und des Lernens.“

Trotz Corona, trotz Lieferengpässen, trotz Baukrise sei sowohl der Zeit- als auch der Finanzrahmen eingehalten worden. Hier sei nahezu Unglaubliches geleistet worden – von rund 1000 Leuten aus 84 Gewerken und 28 Fachplanungsfirmen. Sonderlob auch für das Architektenteam, das weg von der Flurschule ein Raumangebot geschaffen habe, das eine Vielzahl von Lernsettings ermögliche. Rost forderte die Schüler auf, dieses Gebäude zukünftig mitzugestalten. „Macht was Gutes draus.“

Und die Schüler zeigten sich begeistert. Lennard meinte: „Die neue Schule ist nicht so verwinkelt.“ Und Alexa, Emily und Chiara aus Klasse zehn fanden, es ließe sich hier leichter lernen. Alexa: „Die Schule ist einfach schön, modern.“

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