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Klassentreffen: Erinnerungen an die Rhöndorfer Volksschule

Klassentreffen : Erinnerungen an die Rhöndorfer Volksschule

Ehemalige der Jahrgänge 1922 bis 1957 aus ganz Deutschland reisten zum Wiedersehen nach drei Jahren Pause nach Rhöndorf. Im Schützenhaus tauschten sie sich aus.

Acht Monate Planung für einen Nachmittag. Viel Arbeit, die Marie-Luise „Malu“ Redeligx da für ein Klassentreffen auf sich genommen hat. Aber schließlich geht es nicht um eine Handvoll früherer Mitschüler, sondern um alle noch lebenden ehemaligen Schüler der Volksschule Rhöndorf. Rund 60 Ehemalige der Jahrgänge 1922 bis 1957 kamen so zum mittlerweile vierten Treffen ins Schützenhaus in Rhöndorf.

„Ich habe im März angefangen, weil hinter so einem Treffen immer eine wahnsinnige Logistik steckt“, sagte Redeligx. Die Eingeladenen sind auf zahlreiche Geburtsjahrgänge verteilt, und wohnen mittlerweile in ganz Deutschland und im Ausland. Gar nicht so leicht also, die Ehemaligen zu erreichen. Am schwierigsten sei das am Anfang gewesen, so die Organisatorin. Das erste Treffen fand auf ihre Initiative hin 2006 statt. Klassenlisten oder Schulbücher standen nicht zur Verfügung. „Also habe ich alle, die ich noch kannte, kontaktiert und von meiner Idee erzählt. Und die sollten dann wieder die Leute anrufen, die sie noch kannten.“

Viel Aufwand für die Organisatorin

Nach diesem Schneeballprinzip entstand eine Liste ehemaliger Schüler der Volksschule. Wobei die Arbeit daran nie aufzuhören scheint. „Man muss eine Unmenge an E-Mails und Briefen schreiben, die Leute haben neue Telefonnummern oder sind umgezogen.“ Alle drei Jahre schultert Redeligx diesen Aufwand. „Anfangs hatten wir alle fünf Jahre geplant, aber zu unserem zweiten Treffen 2011 kam die Bitte, die Treffen häufiger zu veranstalten.“ Ort ist stets das Rhöndorfer Schützenhaus.

Diesmal war die drohende Schließung der Rhöndorfer Grundschule, der Nachfolgerin ihrer Volksschule, ein beherrschendes Thema. Auf dem Tisch lagen Zeitungsausschnitte, viele Gespräche drehten sich darum. „Alle Kinder hier müssten dann nach Bad Honnef in die Schule fahren. Und weil die meisten Eltern heute berufstätig sind, würde das für sie und die Kinder mehr Stress bedeuten. Außerdem wäre es um die Schule sehr schade“, befand die Rhöndorferin Helga Schulz. „Deshalb habe ich auch an der Unterschriftensammlung teilgenommen.“

Marie-Luise Redeligx wollte nicht so viel über Politik reden. Die Stadt kenne den Standpunkt der Rhöndorfer, sagte sie. Und: „Wir wissen natürlich auch, dass die Regionalverwaltungen enge Vorschriften haben. Schade wäre es allemal.“ Ansonsten aber ging es hauptsächlich darum, sich auf den neuesten Stand zu bringen und über alte Zeiten auszutauschen. Durch Mundpropaganda kommen bei jedem Treffen neue „alte“ Gesichter hinzu. Und andere kommen nicht mehr – sie sind mittlerweile verstorben. Auch ihnen galten die Gedanken der Anwesenden.