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Erlöserkirche in Bad Honnef braucht einen neuen Anstrich

Neue Farbe für das Gotteshaus : Erlöserkirche in Bad Honnef braucht einen neuen Anstrich

Bei der Sanierung der Erlöserkirche im Jahr 2006 wurde die falsche Farbe verwendet. Deshalb muss das Gotteshaus erneut gestrichen werden. Die Höhe der Förderung ist derzeit noch unklar.

Die Freude kam zu früh: Auf ihren dringend erforderlichen Neuanstrich muss die Erlöserkirche in Bad Honnef noch warten. Bundestagsabgeordneter Sebastian Hartmann (SPD) hatte mitgeteilt, der Haushaltsausschuss des Bundestages habe für das Gotteshaus der evangelischen Kirchengemeinde 80.000 Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) bewilligt. Doch die heiß ersehnte Post aus Berlin sorgte bei Pfarrer Uwe Löttgen-Tangermann dann für Ernüchterung: „Es ist mitnichten so, dass wir umgehend loslegen können“, so der Geistliche gegenüber dem General-Anzeiger.

In dem Schreiben der Beauftragten heiße es vielmehr, „der Bund beabsichtigt zu gegebener Zeit“ und „nach der Entscheidung über den Zeitpunkt der Förderung“ Mittel für Sanierungsmaßnahmen im Rahmen des Denkmalschutzsonderprogramms in einer Höhe „bis zu 80.000 Euro“ zur Verfügung zu stellen. Das zuständige Landesdenkmalamt werde unter Berücksichtigung der Bewilligungsreife die noch notwendige zuwendungsrechtliche Prüfung vornehmen und das Ministerium für Heimat beim Land die Bewilligungsbescheide erteilen.

Wann es Zuschüsse gibt, ist nicht klar

Dabei wären auch Prüfungen an der Förderhöhe noch möglich, wird der Gemeinde weiter mitgeteilt. „Wir wissen also nicht, wann und in welcher Höhe unsere dringend erforderliche Sanierungsmaßnahme unterstützt wird“, so Löttgen-Tangermann. „Unklar ist ebenso, ob die Unterstützung des Landes in Höhe von 18.000 Euro, über die wir einen rechtsgültigen Bescheid haben, mit in die avisierte Summe vom Bund einfließen.“

Ohnehin muss die Kirchengemeinde tief in die Tasche greifen. 200.000 Euro werden erforderlich, um allein die Front des Bauwerks und den Turm zu bearbeiten und zu streichen. Die restlichen Flächen sollen später frische Farbe erhalten und werden weitere Kosten verursachen. 2006 war das Gotteshaus an der Luisenstraße zum letzten Mal renoviert worden. Damals aber wurde fatalerweise eine falsche Farbe aufgetragen, die für den verwendeten Sandstein ungeeignet war. Vor einem Jahr wurden Feuchtigkeitsschäden über dem Portal entdeckt. Der Grund: Hinter einem Vorsprung konnte Wasser eindringen. Teile wurden porös, brachen heraus. Kein Zustand für einen Bereich, in dem Publikumsverkehr herrscht. Mit Gerüst, Planen und Teerpappe behalf sich die Hausherrin zunächst provisorisch. Nun muss gehandelt werden.

Alte Farbe muss abgewaschen werden

„Das Wasser konnte wegen der plastikhaltigen Farbe nicht verdunsten, die Farbe ist wie eine Plastikhaut. Sie kann auch nicht einfach überstrichen werden“, sagt Löttgen-Tangermann, „Sie muss komplett abgewaschen werden.“ Ein Steinmetz wird noch an der Fassade arbeiten müssen, bevor der Neuanstrich erfolgen kann, denn unter der Farbe brösele der Stein.

200.000 Euro kostet allein der erste Schritt der Sanierung. „Über einen Zuschuss freuen wir uns sehr. Welche Summe die Gemeinde selbst schultern muss, wird sich allerdings erst noch herausstellen, sobald der Bewilligungsbescheid vorliegt“, so Löttgen-Tangermann. Sobald die Frage der Fördermittel geklärt ist, soll der Start der Fassaden- und Turmarbeiten unter Leitung von Architekt Christoph Füllenbach zeitnah erfolgen. Der Farbton wird übrigens dem jetzigen gleichen.

Etliche Brautpaare, die sich für die Eheschließung in diesem Jahr in der Erlöserkirche angemeldet hatten, seien zunächst enttäuscht gewesen, in einer eingerüsteten Kirche heiraten zu müssen. Löttgen-Tangermann hatte sie getröstet: „Die Ehe ist auch eine Baustelle.“ Aber wegen Corona hätten die meisten nun ohnehin ihre Hochzeit auf das nächste Jahr verschoben. Löttgen-Tangermann: „Dann sind wir hoffentlich fertig mit Fassade und Turm.“