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In Sankt Johann Baptist Mozarts "Requiem": "Es war grandios" - Collegium Musicum Bad Honnef

In Sankt Johann Baptist Mozarts "Requiem" : "Es war grandios" - Collegium Musicum Bad Honnef

Minutenlang spendete das Publikum stehend Beifall. Ergriffen. "Es war grandios." Auch Dirigent Ulrich Hülder zeigte sich begeistert von der Leistung seiner Sänger und den Instrumentalisten des Collegium Musicum Bad Honnef. Am Volkstrauertag führten sie gemeinsam das "Requiem" von Wolfgang Amadeus Mozart auf.

Zum Auftakt des Konzerts in der Pfarrkirche Sankt Johann Baptist aber spielte das Collegium Musicum unter Leitung von Rolf Beitzel das Concerto Grosso g-moll op.6 Nr. 6 von Georg Friedrich Händel. Und den Honnefer Musikern gelang es famos, die Vielfalt des Ausdrucks zum Klingen zu bringen.

In nur fünf Wochen hatte Händel die zwölf Concerti Grossi im Jahre 1739 niedergeschrieben. Das Concerto Grosso war sozusagen eine Erfindung von Arcangelo Corelli. Händel hatte den Kollegen bei seiner ausgedehnten Italienreise kennengelernt. "Caro Sassone", wie Corelli seinen lieben Sachsen nannte, soll diese Komposition dem 1713 verstorbenen Freund aus Rom als Hommage gewidmet haben.

Aber wenn auch Corellis Concerto Modell stand für Händel, so experimentierte er dabei doch mit allen musikalischen Genres. Rhythmus und Harmonie des Werkes waren nun auch in der Honnefer Pfarrkirche zu erleben. Anschließend überließ Beitzel Ulrich Hülder den Taktstock und sein sehr gut vorbereitetes Orchester für Mozart. Der Kammerchor überflügelte sich bei diesem Requiem wieder einmal selbst.

Unterstützt wurden die Sänger von einigen Solisten. Erstmals dabei war Tenor Stefan Sbonik. Dem Honnefer Publikum bekannt: Sopranistin Susanne König, Cordula Hörsch (Alt) und Burkhardt Zass (Bass). Wie aus einem Guss wirkten alle Akteure. Sie schafften es mit ihren Stimmen oder Instrumenten, die Dramatik der Sätze darzustellen - von der Bitte um den ewigen Frieden über den Tag des Zorns, bis hin zu den Gebeten für die Seelen.

Anrührend die Geschichte dieses Requiems: Mozart hatte drei Monate vor seinem Tod im Dezember 1791 mit der Komposition begonnen. Fertig stellen konnte er die Auftragsarbeit für einen Unbekannten nicht. Franz Xaver Süßmayr beendete sie nach Skizzen Mozarts. So konnte das Honorar für Witwe Constanze gerettet werden.

Süßmayr soll mit einer gefälschten Unterschrift Mozarts die Partitur dem Boten übergeben haben. Später stellte sich heraus: Der Auftrag kam von Graf von Walsegg, der für seine Frau eine Seelenmesse wünschte. Es gab eine fürstliche Entlohnung: Im Gegenzug sollte der Auftraggeber das Werk als sein eigenes aufführen dürfen.