1. Region
  2. Siebengebirge
  3. Bad Honnef

Windpark in Asberg: Fachbüro unterläuft Fehler bei Visualisierung

Windpark in Asberg : Fachbüro unterläuft Fehler bei Visualisierung

Neuer Ärger um den geplanten Windpark am Asberg: Die Visualisierung, die ein von der Verbandsgemeinde Unkel beauftragtes Fachbüro erstellt hatte, ist fehlerhaft. Konkret geht es um die Darstellung der Windräder aus der Perspektive des Drachenfels.

Diese waren in der ursprünglichen Fassung mehrere hundert Meter zu westlich angeordnet und damit zu nah am Rhein verortet. Das hat nun auch das Fachbüro eingeräumt. Die Verbandsgemeinde wie das Büro bedauern den Fehler. Sie hat auf ihrer Internetseite inzwischen die falsche durch die neue Visualisierung ausgetauscht.

Den Stein ins Rollen brachte Klaus Teipel, GA-Leser und Windpark-Gegner. Er fertigte selbst eine Visualisierung an und bemängelte daraufhin den Standort der Windräder. VG-Bürgermeister Karsten Fehr nahm den Unmut ernst, leitete Teipels Darstellung an das Fachbüro weiter - und, siehe da, der Kritiker hatte Recht.

"Das ist alles andere als erfreulich. Fehler können passieren, aber bei so einem sensiblen Projekt wird ein solcher dem Auftraggeber stärker als gewohnt angekreidet", sagte Sonja Klewitz, Bauamtsleiterin der VG Unkel. Dennoch wies sie noch einmal darauf hin, dass nie behauptet wurde, die Darstellungen seien "die ganze Wahrheit": "Es waren erste fachlich erstellte Impressionen - nicht mehr und nicht weniger", wiederholte Klewitz, was bereits bei der Bürgerversammlung im Mai in Rheinbreitbach kundgetan wurde.

Bei der Größe der Windräder bleibt das Fachbüro bei seiner Projektion. Das Fazit: alles korrekt. Ebenso seien die übrigen Perspektiven, etwa von der Breiten Heide oder aus Bruchhausen, geprüft worden - ohne Fehlerbefund. Es handelt sich somit offiziell nur um eine fehlerhafte Visualisierung.

Kritik hagelte es von Seiten der Visualisierungs-Kritiker zudem an der Panorama-Ansicht. Das Fachbüro habe die 180-Grad-Darstellung gewählt, um den Landschaftseindruck zu präsentieren, der wiederum zur "landespflegerischen Beurteilung notwendig" sei, heißt es in einer Erklärung des Büros.

Der 120-Grad-Ausschnitt gleicht jedoch dem Blick des Menschen. Die Windräder würden dann größer wirken. "Die Methodik wird in dem abschließenden Gutachten aber hoffentlich noch nachvollziehbar erläutert", sagte am Donnerstag Sonja Klewitz. Sie habe das Fachbüro explizit darum gebeten.

Unaufgeregt hat das Malheur die Bürgerinitiative "Pro Naturpark Pur" aufgenommen. "Uns hat das nicht überrascht", sagt Sprecher Klaus Beydemüller, "aber für mich ist das eine Marginalie. Bilder sind statisch und nicht laut."

Er fände es sogar gut, wie offen die Verbandsgemeinde mit dem Fehler umgegangen sei. "Am Grundsatz aber ändert das nichts. Es tun sich wichtigere Felder auf, die zu beackern sind", sagt Beydemüller. So wolle sich die Initiative in erster Linie der drohenden Verspargelung im FFH-Gebiet sowie den finanziellen Folgen der Energiewende widmen. Zudem werde die Initiative eigene Vogelschutz-Gutachten in Auftrag geben.

"Wir vertrauen den beauftragten nicht mehr so ganz", sagt Beydemüller auch mit Blick auf den aktuellen Fehler bei der Visualisierung. Bis Ende 2014 sollen sich die Windräder drehen, falls die Gutachten dem Windpark keinen Strich durch die Rechnung machen.