1. Region
  2. Siebengebirge
  3. Bad Honnef

Fall Anna: Akten in Bad Honnef sichergestellt

Fall Anna: Akten in Bad Honnef sichergestellt

Nicht nur die Stadtverwaltung von Königswinter hatte im Zusammenhang mit dem Tod des neunjährigen Pflegekindes Anna unangekündigten Besuch von der Staatsanwaltschaft Bonn.

Nicht nur die Stadtverwaltung von Königswinter hatte im Zusammenhang mit dem Tod des neunjährigen Pflegekindes Anna unangekündigten Besuch von der Staatsanwaltschaft Bonn. Wie Oberstaatsanwalt Fred Apostel am Donnerstag auf Anfrage des General-Anzeigers bestätigte, wurden die Ermittler zeitgleich auch in der Nachbarstadt Bad Honnef vorstellig.

Eine Beschlagnahme von Akten per Gerichtsbeschluss erübrigte sich, so Apostel: Das Jugendamt habe alle in Frage kommenden Unterlagen zur Verfügung gestellt. Gleichlautendes hatte Bad Honnefs Verwaltungsspitze zuletzt auch im nichtöffentlichen Teil des Jugendhilfeausschusses mitgeteilt, bestätigte Bürgermeisterin Wally Feiden am Donnerstag.

Wie berichtet, hatten Staatsanwälte Ende Februar mehrere Büros im Königswinterer Rathaus sowie im dortigen Jugendamt, das für die Unterbringung der im Juli 2010 gewaltsam zu Tode gekommenen Anna in der Bad Honnefer Pflegefamilie zuständig war, durchsucht und nach eigenen Angaben "umfangreiches Beweismaterial" sichergestellt.

Während gegen Mitarbeiter des Königswinterer Jugendamtes nach wie vor ermittelt wird, ist das Verfahren gegen das Jugendamt Bad Honnef mittlerweile eingestellt worden. Gleichwohl, so Apostel weiter, fuhren die Ermittler am selben Tag auch noch nach Bad Honnef, um "Akten, die die Pflegefamilie betreffen", sicherzustellen. Annas Pflegefamilie war bekanntermaßen auch in der Tagespflege tätig - und die Zuständigkeit dafür lag eben beim Bad Honnefer Jugendamt. Der Prozess gegen die beiden Pflegeeltern wird ab Mai vor dem Bonner Schwurgericht neu aufgerollt.