Begegnung mit einem Feuersalamander : Augen auf im Annatal

GA-Redakteurin Claudia Sülzen geht oft und gerne im Siebengebirge spazieren. Im heimischen Wald sollte man aber nicht nur Natur erleben, sondern diese auch respektieren, fordert sie.

Ja, Sie sehen richtig. Der kleine Kerl ist ein Feuersalamander. Er lebt im Annatal. Oder besser: Er lebt dort, wenn man ihn denn lässt und ihm seine Kinderstube nicht, wie jetzt mehrfach geschehen, madig macht. Oder ihn gar ein Schicksal ereilt wie eine Blindschleiche am schmalen Pfad entlang des Bachs, der ihr „Trick“, bei Gefahr den Schwanz abzuwerfen und so dem Feind lebend zu entkommen, nicht geholfen hat. Denn der „Feind“, so scheint es, war ein Fahrradreifen, der das zerbrechliche Tier in der Mitte zerteilt hat.

Natur erleben, so legen diese Beobachtungen nahe, besteht nicht nur darin, gesperrte schmale Pfade zu Mountainbike-Rennpisten zu machen, um dann Richtung Rommersdorf oder Bondorfer Straße ohne jede Rücksicht gen Tal zu rasen.

Was übrigens auch die Anwohner der Bondorfer Straße schon in Angst und Schrecken versetzt und Unfälle mit den „jungen Wilden“, um die es gerade geht, befürchten lässt. Natur erleben, dazu gehört die Neugier darauf, was da kreucht und fleucht. Und der Respekt davor, den – auch das sei hier gesagt – viele der Freizeitsportler ganz selbstverständlich zollen. Aber eben nicht alle.

Besonders geschützte Arten

Natur erleben, das heißt auch, mit offenen Augen durch den Wald zu gehen und sich daran zu erfreuen, was es da sonst noch gibt außer Buckeln zum Springen und Geraden zum Gas geben.

Und sei es noch so unscheinbar wie ein kleiner Feuersalamander, der übrigens zu den „besonders geschützten Arten“ nach dem Bundesnaturschutzgesetz gehört und weder gefangen, noch verletzt oder getötet werden darf Oder wie die Blindschleiche, die wie eine Schlange aussieht, aber in Wahrheit zu den Echsen zählt. Und deren ärgster Feind ebenfalls der Mensch ist. Einfach mal weniger rasen und mehr gucken. Es lohnt sich.