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Neues Radwegekonzept für Bad Honnef: Finanzieller Rückenwind für den Rheinradweg

Neues Radwegekonzept für Bad Honnef : Finanzieller Rückenwind für den Rheinradweg

Die Stadt Bad Honnef erhält vom Bund 1,332 Millionen für eine „Radwende“. Mit dem neuen Konzept will die Stadt mehr Menschen aufs Fahrrad bringen – nicht nur durch neue Radwege.

Wer mit dem Fahrrad von Rhöndorf aus am Rhein gen Norden unterwegs ist, der ist Kummer gewohnt. Bodenwellen, Schlaglöcher – nicht eben komfortabel geht es dort voran. Das weiß auch Bürgermeister Otto Neuhoff als passionierter Radfahrer und langjähriger Radpendler. An dem Rumpelweg wird sich bald etwas ändern. Der Rheinradweg zwischen Stadtbahnschranke „Am Steinchen“ und der Grenze zu Königswinter ist der größte Batzen eines Paketes für insgesamt knapp 1,8 Millionen Euro zur Förderung der Radinfrastruktur, für die es nun finanziellen Rückenwind aus Berlin gibt. 1,332 Millionen Euro aus dem Programm „Klimaschutz durch Radverkehr“ des Bundes fließen dafür bis 2023 nach Bad Honnef. 444.000 Euro schultert die Stadt als Eigenanteil.

Wie berichtet, erarbeitet die Stadt ein Radverkehrskonzept; die Fäden dafür laufen bei Wirtschaftsförderin Johanna Högner zusammen. Obwohl das Konzept noch final auf den Weg gebracht werden muss, konnte sich die Stadt aktuell bereits zum zweiten Mal für Teilaspekte eine finanzielle Unterstützung aus Berlin sichern. Laut Neuhoff und Geschäftsbereichsleiter Fabiano Pinto, der im Rathaus für das aufwendige, mehrstufige Antragsverfahren verantwortlich zeichnete, geht es auch, aber bei Weitem nicht nur um Verbesserungen für Radfahrer. „Es geht vielmehr darum, wie man mehr Menschen häufiger aufs Fahrrad bekommt“, so Neuhoff. Denn das, ergänzte Pinto, sei ein Beitrag zum Klimaschutz, „und da müssen wir lokal und regional tätig sein“.

Radfahren soll sicherer werden

Wichtig sei es zum einen, eine „Atmosphäre“ für mehr klimaneutrale Mobilität zu schaffen in einer Stadt, in der nicht wenige Haushalte zwei oder mehr Autos besäßen. Andererseits müsse das Radfahren attraktiver und sicherer werden, um mehr Menschen zum Umsteigen zu bewegen. „In der Verknüpfung wird es ein Konzept“, so Neuhoff bei der Vorstellung der Investitionen, die bis 2023 umgesetzt sein sollen – als erster wichtiger, aber bei Weitem nicht einziger Mosaikstein einer lokalen Verkehrswende.

Nicht erst 2020 – im Jahr der Pandemie – gilt: Der Wille, etwas zu tun, und Konzepte reichen nicht aus, alles steht auch unter dem Finanzierungsvorbehalt. Umso wichtiger ist es, bei Förderprogrammen zum Zug zu kommen. Wie schon im Juni: Wie berichtet, hat die Stadt seinerzeit die Zusage für rund 140.000 Euro für ihr Projekt „Die Radwende“ erhalten. Insgesamt 167.650 Euro sieht dieses Kommunikationskonzept vor, mit Veranstaltungen für die Bürger und mit den Bürgern wie ein „Fest der Flicken“, Ausarbeitungen von Radrouten und mehr.

Kooperation mit der Stadt Königswinter

Im zweiten positiv beschiedenen Antrag nun geht es um Investitionen in die Infrastruktur – wie eben in den – dann auch verbreiterten – Rheinradweg für alleine rund 1,5 Millionen Euro. Wichtig hier, so Pinto: eine sinnvolle Anbindung an und damit Kooperation mit der Stadt Königswinter.

Kleinere Maßnahmen sind die sicherere Kennzeichnung zweier „Musterkreuzungen“, eine bessere Beschilderung von Alltagsrouten und Maßnahmen zur Verringerung der Fahrgeschwindigkeit der Radler an sensiblen Stellen. Pinto: „Radfahrer tragen Helm, aber keinen Heiligenschein. Auch sie müssen sensibilisiert werden dafür, sich und auch andere zu schützen“ – allerdings nicht mit Pollern, sondern mit innovativeren Lösungen wie lang gezogenen Bodenwellen.

CO2-Ersparnis ist das Ziel

Letztes Puzzleteil des aktuellen Pakets sind so genannte „Bergmarken“, mit denen das Mucherwiesental als Alternative zum Schmelztal als Radweg etabliert werden soll. Pinto: „Man hat das Gefühl, die Steigung dort endet niemals.“ Etappen-Marken, die Naturerleben oder andere Anreize geben, sollen den „Aufstieg“ attraktiv und abwechslungsreich machen. Was bei alledem als Ziel definiert ist, machte schon die Richtlinie für die Förderung deutlich: CO2-Ersparnis. So dürfen je eingesparter Tonne CO2 maximal 200 Euro als Förderung eingesetzt werden. In Honnef liegt der Wert bei 140 Tonnen je 200 Euro.