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Nach Schließung der Geburtsstation: „Frühe Hilfen“ in Bad Honnef besucht neue Eltern zuhause

Nach Schließung der Geburtsstation : „Frühe Hilfen“ in Bad Honnef besucht neue Eltern zuhause

Nach der Schließung der Geburtsstation in Bad Honnef organisiert die Stadt das Angebot der Frühen Hilfen neu. Mitarbeiter der Frühen Hilfen besuchen frischgebackene Eltern zuhause.

Erster Beigeordneter und Dreifachvater Holger Heuser berichtete aus eigener Erfahrung: „Es gibt nichts Aufregenderes als die Geburt eines Kindes. Den Takt im Leben bestimmt dann das Neugeborene.“ Die Geburt sei ein Moment der Freude, aber auch oft mit Sorgen verbunden. Deshalb sage die Stadt Bad Honnef seit vielen Jahren „Herzlich willkommen in unserer Stadt“ und überreiche frischgebackenen Eltern ein kleines Begrüßungsgeschenk samt einem Informationspaket. Heuser: „Nach Schließung der Geburtsstation im Krankenhaus Bad Honnef ist der Willkommensbesuch neu organisiert worden.“

Ab August erhalten junge Familien in Bad Honnef ihr Begrüßungsgeschenk nun auf Wunsch als persönlichen Service durch „Hallo Baby“ an der Haustür überreicht, so Marion Kramer, Netzwerkkoordinatorin Frühe Hilfen der Stadt Bad Honnef. Diese „Lieferung“ übernimmt wie bisher das Ehrenamtsteam des Sozialdienstes katholischer Frauen (SKF) e.V. Rhein-Sieg.

In einem Stoffbeutel stecken winzige Söckchen, ein Knuddelbär für das Baby sowie ein Begrüßungsschreiben des Bürgermeisters und Informationsmaterial rund um Geburt, Gesundheit und Erziehung in übersichtlicher Form. Die Baby­strümpfe strickt übrigens seit Beginn im Jahre 2007 die mittlerweile über 80-jährige Gertrud Ünaler.

„Die Idee des Besuches an der Haustür ist, dass sich daraus bei Bedarf ein ungezwungenes Gespräch zu den aktuellen Fragen entwickeln kann, zum Beispiel, wann und wo Angebote der Eltern-Cafés stattfinden. Gerade in der ersten Zeit mit einem Neugeborenen haben Mütter, Väter und Geschwister viele Herausforderungen zu meistern“, sagte Kramer. „Das zentrale Geschenk des Bürgermeisters umfasst deshalb die konkrete unbürokratische Unterstützung im Rahmen der Frühen Hilfen Bad Honnef. Zugleich baut das Ehrenamtsteam des SKF Rhein-Sieg Brücken zu den Angeboten der Fachberaterin Frühe Hilfen, etwa zur Vermittlung einer Familien-
hebamme, der Stillberatung oder der gesundheitsorientierten Familienbegleitung.“ Rita Rixen-Willmann vom Sozialdienst katholischer Frauen, die als Einsatzkoordinatorin Ehrenamtliche und Eltern zusammenbringt, meinte: „Wir haben überlegt, wie das Team ,Hallo Baby‘ trotz der Schließung der Geburtsstation im Honnefer Krankenhaus auch künftig Kontakt zu den Eltern herstellen kann, ohne den Eltern auf die Pelle zu rücken.“ Die Familien erhalten nun Post von der Koordinationsstelle Frühe Hilfen der Stadt Bad Honnef mit Glückwunsch und Terminvorschlag.

 Stellen das Programm vor (v.l.): Julian Schimkowski, Leiter des Jugendamtes, Marion Kramer, Rita Rixen-Willmann und Holger Heuser.
Stellen das Programm vor (v.l.): Julian Schimkowski, Leiter des Jugendamtes, Marion Kramer, Rita Rixen-Willmann und Holger Heuser. Foto: Frank Homann

Julian Schimkowski, Leiter des Bad Honnefer Jugendamtes, betonte: „Der Besuch durch das Ehrenamtsteam des SKF ist absolut freiwillig. Wir laden die Familien aber ausdrücklich dazu ein.“ Und er unterstrich: „Der Willkommensbesuch steht allen Eltern, unabhängig von Herkunft oder Einkommen, zur Verfügung. Jede Familie ist in unserer Stadt herzlich willkommen.“ Wird der vereinbarte Termin vergessen: kein Problem.

Rita Rixen-Willmann: „Wir kommen auch ein zweites Mal.“ Die Ehrenamtichen bleiben an der Tür stehen, gratulieren und übergeben ihr Päckchen. „Werden sie hereingebeten, dann kann das ein richtiges Gespräch werden.“ Die Eltern eines Neugeborenen können das Begrüßungsgeschenk auf Nachfrage auch an anderen Stellen erhalten – zum Beispiel im Beratungszentrum Kurhaus.

Rita Rixen-Willmann lobte die Vielfalt der angebotenen Hilfe in Bad Honnef. „Seit Sommer 2020 werden im Beratungszentrum Frühe Hilfen weitergehende Beratungs- und Unterstützungsangebote an einem zentralen Ort in Bad Honnef, dem Kurhaus, vorgehalten. Bald können werdende und junge Familien sowie Einzelpersonen die niedrigschwelligen und größtenteils kostenfreien Angebote wieder in Anspruch nehmen“, so Marion Kramer. „Wir konnten seit 2008 die Angebote der Frühen Hilfen stetig weiterentwickeln.“

Marion Kramer betonte, dass durch einen Besuch durch die Frühen Hilfen den Familien auch die Vernetzung mit anderen Familien und der Zugang zu unterschiedlichen Unterstützungsmöglichkeiten des Gesundheitswesens, der frühen Bildung und der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe erleichtert wird. Wie wichtig dieses Paket für junge Eltern ist, machte Rita Rixen-Willmann deutlich: „Der Moment, in dem aus einem Paar eine Familie wird, ist entscheidend.“