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Geologische und geschichtliche Zeitreise: Geführte Frühlingswanderungen im Siebengebirge

Geologische und geschichtliche Zeitreise : Geführte Frühlingswanderungen im Siebengebirge

Wandern ist in. In diesem Jahr bietet die Tourismus Siebengebirge GmbH zwei geführte Frühlingswanderungen im Siebengebirge an. Am 29. April findet eine geologische Reise in die Vergangenheit durch Unkel und Rheinbreitbach statt. Am 30. April ist eine mystische Rundwanderung im Kasbachtal geplant.

Das Untere Mittelrheintal setzt seit drei Jahren einen Kontrapunkt zum „Tal to Tal“ im Oberen Mittelrheintal. Seit 1992 sind die B 9 und die B 42 an jedem letzten Sonntag im Juni auf einer Länge von 120 Kilometern autofrei und stehen an diesem Tag ausschließlich Radfahrern, Inlinern und Fußgängern zur Verfügung.

Im Unteren Mittelrheintal wird stattdessen immer Ende April oder Anfang Mai ein Wochenende lang unter dem Motto „R(h)einwandern in den Frühling“ zwischen Mülheim-Kärlich und Unkel gewandert. Die erste Wanderung in der Region Siebengebirge fand vor drei Jahren auf dem Freiligrathweg zwischen Bad Honnef und Unkel statt.

In diesem Jahr lädt die Tourismus Siebengebirge GmbH am Samstag, 29. April, zu einer geologischen Reise in die Vergangenheit durch Unkel und Rheinbreitbach ein. Die Wanderung startet am Stuxhof in Unkel.

Der Geologe Sven von Loga verspricht eine Tour durch eine Gegend, die geologisch extrem viel zu bieten habe. An einer Stelle in Unkel habe sich die Erde verfaltet, es gebe nur wenige Orte, wo man das so gut sehen könne. Von dort geht es über den Rheinsteig Richtung Bruchhausen.

Unterwegs werden die Überreste des Erzbergbaus, alte Halden und der frühere Eingang zum Bergbau den Wanderern nähergebracht. Auf der Koppel bei Rheinbreitbach bietet sich ein großartiger Blick auf das Siebengebirge. Gleichzeitig finden sich hier Kieselsteine, die ebenso wie die Kieselsteine auf der Erpeler Ley Zeugnisse der Zeit sind, als der Rhein noch über die heutigen Aussichtspunkte floss.

Mystische Rundwanderung im Kasbachtal

Einen Tag später, am Sonntag, 30. April, geht es weniger um geologische Besonderheiten als um die traurige Geschichte der Hexenverfolgung, die auch vor der Region nicht Halt machte. „Hexen & Sagen – eine mystische Rundwanderung im Kasbachtal“ ist der Titel der Tour durch das Kasbachtal.

Wanderführerin ist neben Peter Wendland, der vielen durch seine Nachtwanderungen auf Schloss Drachenburg bekannt ist, überraschenderweise Katharina von Spee aus Bruchhausen, die im Dreißigjährigen Krieg in einem Hexenprozess verurteilt wurde und im Kasbachtal auf dem Scheiterhaufen starb.

„Wir erwecken Katharina von Spee im ersten Teil der Wanderung zum Leben“, kündigt Peter Wendland an – rein fiktiv natürlich. Das Leben der 1590 in Rheinbrohl als Anna Katharina Nürberg geborenen Frau, die um 1610 den etwa 30 Jahre älteren Robert Spee heiratete, und mit ihm und ihren fünf Kindern in der Spee-Burg von Bruchhausen lebte, soll den Wanderern nähergebracht werden. Zwei Jahre nach dem Tod ihres Mannes wurde Katharina von Spee zum Opfer der Hexenprozesse in Erpel, bei denen es zu mindestens 20 Hinrichtungen gekommen sein soll.

Katharina von Spee wurde in den Aussagen anderer angeklagter Frauen unter Folter der Hexerei bezichtigt. Auf einem Karren wurde sie zum Scheiterhaufen durch das Kasbachtal gefahren. An der Gerichtsstätte „Im Eulenloch“ wurde sie dann erdrosselt und verbrannt. Das Votivbild der Schmerzreichen Mutter Maria in der Bruchhausener Kirche, das 1636 von ihren Kindern gespendet wurde, erinnert bis heute an sie. Die Wanderung durch das Kasbachtal klingt im Weinkeller der „Alten Brauerei“ aus.

Eine Anmeldung ist für beide Veranstaltungen erforderlich. Informationen gibt es bei der Tourismus Siebengebirge GmbH unter 02223/917712 oder nach einer E-Mail an die Adresse marzia@siebengebirge.com.