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Bürgerstiftung Bad Honnef: Gemeinsinn beim Wort genommen

Bürgerstiftung Bad Honnef : Gemeinsinn beim Wort genommen

Seit 2004 unterstützt die Bürgerstiftung Bad Honnef zahlreiche gemeinnützige Projekte in der Stadt. Ihr Engagement will die Stiftung nun noch breiter aufstellen. Der neue Vorstand will dazu weitere Stifter und Spender werben. Das Stiftungskapital war auch in den vergangenen Jahren immer kontinuierlich gestiegen.

Die Bürgerstiftung Bad Honnef gibt es seit 2004. Bei den turnusgemäßen Wahlen des Stiftungsrates und des Stiftungsvorstandes im Ratssaal wurde Annette Stegger zur neuen Vorsitzenden des Stiftungsvorstandes gewählt. Zum ersten Mal in der 16-jährigen Geschichte gelangte also eine „Bürgerin“ an die Spitze, nachdem bisher stets der Chef der Sparkasse den Vorsitz innehatte.

Stegger übernahm das Amt von Dorit Schlüter, die bis zur Fusion der Stadtsparkasse Bad Honnef und der Kreissparkasse Köln Kopf des Honnefer Geldinstituts war. Stegger: „Wir sind dankbar, dass die Kreissparkasse immer noch in den Gremien aktiv ist und damit auch die Betreuung der Finanzen in der bewährten Form sichergestellt ist.“

Vorvorgänger Hellmuth Buhr gratulierte ihr als wiedergewählter Vorsitzender des Stiftungsrates und betonte, dass er die Stiftung in guten Händen wisse, nicht zuletzt, weil Stegger mit ihrem Mann Manfred eine eigene Stiftung gegründet habe. Stegger war als Journalistin und Unternehmerin aktiv, ist SPD-Ratsmitglied und rege im von ihr mit initiierten Freundeskreis Reitersdorfer Park. Bisher gehörte die 68-Jährige dem Stiftungsrat an.

An ihre Seite wählte der neue Stiftungsrat als Vize-Vorsitzende Martin Schneider und Paul Adalbert Friedrich. Von der Stadt entsandt wurden als Schriftführerin Johanna Högner und von der Kreissparkasse Köln Regionaldirektor Matthias Weiler, der die Finanzen betreuen wird.

Bürgersinn und Liebe zur Heimat

Stegger hatte bei ihrer Vorstellung gesagt: „Ich kandidiere, weil ich von der Idee der Bürgerstiftungen einfach begeistert bin. Wir können uns glücklich schätzen, hier in unserer Stadt eine solche Institution zu haben.“ Ihr Dank galt den Gründungsvätern, dem ehemaligen Bürgermeister Peter Brassel und dem ehemaligen Direktor der Stadtsparkasse Hellmuth Buhr. Auch Wally Feiden als der nachfolgenden Bürgermeisterin, die bei dieser Versammlung aus dem Stiftungsrat verabschiedet wurde, habe die Bürgerstiftung immer unterstützt.

Stegger: „Bürgerstiftungen unterstützen das Ehrenamt und gemeinnützige Organisationen, all das, was eine Stadt menschlich und im wörtlichen Sinne bürgernah macht. Bürgerstiftungen stärken die Seele einer Stadt.“ Das Faszinierende sei das breite Spektrum der Aktivitäten, das von Bildung über Jugendarbeit, Seniorenarbeit, Denkmalschutz, soziale Aufgaben bis zu Kulturprojekten reiche. Als Ziele nannte Stegger, die Aufgaben engagiert weiterzuführen, weitere Stifter und Spender zu gewinnen, „damit die finanziellen Mittel, die wir ausschütten können, sich stetig steigern“. Dabei sieht sie ihre Rolle als Mittler zwischen den Menschen dieser Stadt, die sich ehrenamtlich engagieren und für ihre Projekte Unterstützung brauchen, und jenen, die sich mit ihrem finanziellen Engagement einsetzen wollen. „Stifter und Empfänger zeigen durch ihr Engagement Bürgersinn und Liebe zu unserer Heimat.“

Künftig will die Stiftung noch stärker in die Öffentlichkeit treten, über eine neue Internetplattform für laufende Projekte Spenden generieren und eigene Projekte definieren. „Wir sind weiter auf Spenden angewiesen, da die Erträge wegen der Niedrigzinspolitik geringer sind.“

Stiftungskapital ist gestiegen

In den vergangenen fünf Jahren konnte das Stiftungskapital um 175 000 auf 900 000 Euro erhöht werden. 51 Stifter zahlten 420 000 Euro ein. Hinzu kommen sechs Fonds mit einer Höhe von 485 000 Euro. Im Berichtszeitraum konnten daraus Erträge in Höhe von 150 000 Euro an Projekte vergeben werden. Unterstützt wurden von der Bürgerstiftung während des Corona-Lockdowns die Kunden der Tafel mit Lebensmittelgutscheinen in Höhe von 10 000 Euro. Ein Ausgabe-Höhepunkt war der Flüchtlingsfond im Jahr 2015 mit 36 000 Euro.

Verabschiedet wurden mit Blumen aus dem Stiftungsrat neben Wally Feiden auch Winfried Bühne und Mathias Alfs sowie Olaf Wegner als stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsvorstands. Heinrich Beth wechselte aktuell vom Stiftungsvorstand in den Stiftungsrat. Schlüter, die dienstlich verhindert war, soll bei der Spendenübergabe demnächst noch einmal gedankt werden.