1. Region
  2. Siebengebirge
  3. Bad Honnef

Heilquellen in Bad Honnef: Stadt arbeitet an Konzept

Zukunftspläne für Heilquellen : Stadt arbeitet an Konzept für alte Quellen in Bad Honnef

Die Stadt Bad Honnef arbeitet an einem Konzept, um das historische Erbe der alten Quellen nach Möglichkeit neu zu vermitteln. Eine Bestandsaufnahme zeigt großen Sanierungsbedarf für die Heilquellen.

Knapp 140 Jahre währte die Geschichte Bad Honnefs als Kurort. Ab 1897 sprudelten dann auch mehrere Quellen – und damit die Einnahmen durch Kurgäste. Lang, lang ist’s her. Heute sind nur der Namensteil „Bad“ und die Bezeichnung „Erholungsort mit Kurmittelbetrieb“ geblieben. Zugleich ist die Geschichte als Kurort unbestritten Teil der historischen Identität der Stadt. Für die SPD der Grund, ein Konzept für eine – so möglich – neue Nutzung der Quellen zu beantragen. Die Vision dahinter ist auch eine Reaktivierung der Edelhoff-Quelle samt Brunnen im Park Reitersdorf, der durch den gleichnamigen Freundeskreis zu neuer Popularität gefunden hat.

Nachdem der Stadtrat dem SPD-Antrag im Frühsommer gefolgt war, lieferte die Stadtverwaltung im Umweltausschuss nun erste Prüfergebnisse. Quintessenz: Die Reaktivierung der Quelle wäre möglich, wenn auch mit nicht näher zu beziffernden Kosten verbunden. Die Anlagen sind halt arg in die Jahre gekommen.

Ziel ist ein Konzept, um das „historische Erbe der Quellen nach Möglichkeit neu zu vermitteln“, so die Verwaltung. Für den Einstieg ins Thema erntete Mitarbeiterin Karolina Brakowski – mit ihrem ersten Projekt nach der Ausbildung – im Ausschuss viel Lob. Zur Historie erläuterte sie die Entstehung der drei Mineralquellen: der zuerst erbohrten Drachenquelle an der Ecke Au- und Quellenstraße auf dem Gelände des ehemaligen Mineralbrunnens, der Grafenwerther Quelle und der Edelhoff-Quelle.

Zentraler Unterschied: Während die Drachenquelle – das unter Denkmalschutz stehende Quellenhäuschen an der Austraße gibt es noch – sich in Privatbesitz befindet und auf dem Gelände bekanntlich Wohnbebauung geplant ist, gehören die beiden anderen Quellen der Stadt beziehungsweise dem städtischen Eigenbetrieb Bad Honnefer Bäder. Von den letztgenannten Quellen führen Leitungen zum Brunnen am Kurhaus, im Falle der Edelhoff-Quelle über das Grundstück zwischen dem Edelhoff-Stift und der Parkresidenz, im Falle der Grafenwerther Quelle von der Insel über die Grafenwerther Brücke und die Rheinpromenade in Richtung Innenstadt.

Zwei weitere Brunnen gibt es in Rommersdorf und Rhöndorf, die aber aus Quellen im Siebengebirge gespeist werden; es handele sich „nicht um Mineralquellen aus der Kurgeschichte Bad Honnefs“, so der Bericht. Ausschussvorsitzender Peter Profittlich regte an, auch die Bedeutung der Römerquelle an der Villa Schaaffhausen sowie der Drachenfelsquelle am Ziepchensplatz im Konzept zu berücksichtigen.

Leitungen führten zum Freibad

Die Mineralquellen nährten jedenfalls Bad Honnefs Ruf als Kur- und Heilbad. Die Grafenwerther Quelle, so Brakowski, sei 1960 „Grundlage für den Namenszusatz Bad“ gewesen. 700 Meter tief reichte diese Quelle einst, seit der Sanierung 1975 seien es noch 500 Meter. Die Leitungen führten zum Freibad, wo es einen Trinkbrunnen und einen Kneipp-Schlauch gebe, die aber nicht in Betrieb seien. Darüber hinaus führe eine Leitung zum Kurpark. Die Kosten nur für die Sanierung der rund 950 Meter langen Leitung inklusive Brückenquerung schätzt die Stadt auf 95 000 Euro.

Thermal- und Heilwasser sprudelte einst auch aus der Edelhoff-Quelle, die vor etwa zehn Jahren komplett außer Betrieb genommen wurde. Das Wasser speiste auch die Entnahmestelle am Kurhaus. Ein kleines Betriebsgebäude ist bis heute vorhanden. Nicht nur die Leitungen zur Entnahmestelle, auch die Infrastruktur der Quellen selbst ist in die Jahre gekommen und müsste saniert werden, etwa Pumpen und Schaltanlagen. In Sachen Grafenwerther Quelle werde geprüft, inwieweit eine Sanierung parallel zur ab 2020 geplanten Neugestaltung der Insel möglich sei. Die Leitungen zum Freibad sollten bestehen bleiben; angedacht sei eine Zapfstelle oder ein Trinkbrunnen im Umfeld des Brunnenhäuschens. Neben den Leitungen sei auch die Entnahmestelle im Kurpark sanierungsbedürftig.

Erste Aussagen trifft die Verwaltung auch zu einer möglichen Leitung von der Edelhoff-Quelle zum Reitersdorfer Park mit neuem Trinkbrunnen: „Die Anlage ist insgesamt veraltet und in den wasserführenden Bauteilen vermutlich porös und marode, weshalb Grundwasser in die Leitungen gelangt und es somit verunreinigt. Das Wasser weist dadurch nicht mehr die geforderte Mineralwasserqualität auf.“ Das Flurstück, auf dem das Brunnenhäuschen steht, gehöre der Stadt; eine neue Leitung sei nur über das Areal der Parkresidenz möglich. Luftlinie: 60 Meter. Der Preis für die Leitungen liege bei 9.600 Euro.

Die Kosten für die Reaktivierung der Quelle sowie eine neue Entnahmestelle seien noch unklar. Gleichwohl wurde ein geeigneter Ort ausgemacht: nahe der Pergola im Park.