Internationale Holzwerkstatt Bad Honnef Wie Sägen, Hämmern und Bohren die Menschen aus aller Welt verbindet

Bad Honnef · Die Internationale Holzwerkstatt hat sich neu erfunden und ist jetzt unter einem neuen Namen auf dem Außengelände der Konrad-Adenauer-Schule zu finden.

 Die Holzwerkstatt Bad Honnef: Serghii Pukhalo (hinten) mit Bürgermeister Otto Neuhoff sowie Noel und Anton.

Die Holzwerkstatt Bad Honnef: Serghii Pukhalo (hinten) mit Bürgermeister Otto Neuhoff sowie Noel und Anton.

Foto: Frank Homann

Sägen, Schleifen, Bohren – die Internationale Holzwerkstatt wurde unter dem Namen „Holzdrache“ am neuen Standort auf dem Außengelände der Konrad-Adenauer-Schule eröffnet. Und zwar in direkter Nachbarschaft zur Fahrradwerkstatt, die hier ebenfalls ein neues Zuhause hat.

Ein Domizil, das einfach passt

„Das ist hier ein Ort der Begegnung“, sagt Bürgermeister Otto Neuhoff. In der KASCH ist seit Gründung 2015 die Internationale Nähstube untergebracht. Die ehrenamtlichen Fahrradspezialisten fanden nach neun Jahren am Spitzenbach hier ein schönes Domizil. Und nachdem die Holzwerkstatt durch Corona ausgebremst wurde, hat sich nun ein Team gefunden, dass Interessenten an Holzarbeit am neuen Ort fachmännische Anleitung gibt.

Immer freitags ist die Werkstatt künftig geöffnet. Es kann jeder ab 18 Jahren, gleich welcher Nationalität, teilnehmen. „Und Jüngere möchten wir in Gruppen auch an das Thema heranführen, zum Beispiel mit Werkzeugkunde“, so Peter Hurrelmann. Er war gleich Feuer und Flamme für das Thema, weil das Werkeln mit Holz für ihn schon lange Hobby ist; so entstand für die eigenen Kinder etwa ein Schaukelpferd, das als Beispiel für Kreativität gezeigt wurde. Einige Besucher der Eröffnung mit der ukrainischen Gruppe Zozulky gerieten umgehend ins Schwärmen.

Dankbar für die Mitarbeit

Zum Leitungsteam, das eine spezielle Schulung bei der Handwerkskammer absolviert hat, gehören auch Gonda Schulz-Roschlau, Daria Makarova, Dieter Nett und Sergii Pukhalo. Die Idee für den Namen hatte Pukhalo. Der 40-jährige Elektroingenieur aus einem Ort im Gebiet Lugansk flüchtete mit seiner Frau Julia, dem Söhnchen Nazar und dem Vater vor den Bomben nach Bad Honnef. „Wir wohnen neben dem Drachenfels“, erklärte er die Namenswahl. „Ich bin dankbar für die Möglichkeit, hier mitzumachen. Ich mag es, mit Holz zu arbeiten.“

Pukhalo, der gerade den Integrationskursus besucht und mit seiner Familie in Deutschland bleiben möchte, hatte auch einen Katalog erstellt mit Beispielen für Produkte, die von den Teilnehmern künftig hergestellt werden können – ob Tisch, Tigerente, Schaukelpferd, Messerständer, Holzlampe oder Weinregal.

Die Werkstatt ist mit Bandsäge, Tischkreissäge, Kappsäge, Hobel- und Bohrmaschine gut ausgestattet. „Wer ein wenig handwerkliches Geschick und Lust auf Holzarbeit hat, ist bei uns genau richtig“, erklärte Hurrelmann.

Zunächst einmal für den Eigenbedarf

Die Produkte sind für den Eigenbedarf gedacht, werden aber auch für gemeinnützige Zwecke hergestellt. Ziel ist neben der Förderung von Talenten auch die nachhaltige Verwertung von Euro-Paletten, Möbeln und anderen Hölzern.

Bei der Einweihung probiert sich auch Bürgermeister Neuhoff am Maschinenpark. Sein Fazit: „Ich habe gelernt, man muss kein Tischler sein, um dicke Bretter bohren zu können.“ Und Nadine Batzella, Fachdienstleiterin Soziales, Integration und Ehrenamt, versuchte sich an einem Abendbrotbrettchen. Den letzten Schliff verpasste Sergii Pukhalo dem kleinen Kunstwerk.

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