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Ansichten des Siebengebirges: Inge Brandt stellt im Bad Honnefer Kunstraum aus

Ansichten des Siebengebirges : Inge Brandt stellt im Bad Honnefer Kunstraum aus

Möglicherweise ist es das erste Bild eines Malers von dem neuen Restaurant auf dem Drachenfels. Inge Brandt jedenfalls ist von dem Glaskubus so begeistert, dass sie das neue Ensemble mit orange-rotem Abendhimmel auf Leinwand bannte. Wenn die Honnefer Künstlerin an diesem Sonntag im Kunstraum ihre Ausstellung eröffnet, wird es noch mehr Ansichten aus dem Siebengebirge geben.

"Immer wieder neue Techniken auszuprobieren, das ist das Spannende", sagt sie. Die Landschaften in Acryl auf Leinwand stammen aus ihrem jüngeren Schaffensprozess und werden nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. "Nach dem Abriss des alten Gebäudes am Drachenfels und dem neuen freien Rundumblick inspirierte mich die Ruine als Neubeginn und Aufbruch zu einem neuen Zeitabschnitt zu den Bildern ,Abends am Drachenfels?, ,Der Kubus? und ,Aufbruch in Rot?", berichtet Inge Brandt, die mit wachen Augen durch das Siebengebirge geht und empfänglich ist für Stimmungen, Spiegelungen und Farbspiele. Mit einem Fotoapparat hält sie die Impressionen fest, um im Atelier echte Farbe zum Einsatz zu bringen.

"Altes Standesamt im Winter", "Im Kurviertel von Bad Honnef" oder "Ruine Heisterbach" sind weitere vielversprechende Titel. Vom Dach des Siebengebirgsmuseums hat sie den Blick hoch zum Drachenfels eingefangen. Eine Gasse der Königswinterer Altstadt mit einer Jugendstilfassade neben Fachwerk faszinierte sie so sehr, dass auch diese Ansicht nun als Bild vorliegt. Von Spaziergängen an der Ahr mit herbstlich eingefärbtem Weinlaub bis hin zu Eindrücken von der Urlaubsinsel Bornholm reichen weitere Landschaftsthemen. Ein Teil der Ausstellung ist der dekorativen Malerei gewidmet. "Hier setze ich den Schwerpunkt auf eine harmonische und schöne Wahl von Farben und Formen."

Mit ihren Darstellungen möchte Brandt, die an der Fachhochschule Köln Modegrafik, Grafik und dekorative Malerei studiert hat, jeden Betrachter zu einer eigenen Interpretation und Inspiration anregen. Zumindest mit den Titeln wie "Der goldene Weg" oder "Das Buch des Lebens" gibt sie aber einen Anhaltspunkt. "Das Buch des Lebens hat viele Blätter, dunkle, helle. Jedes Leben ist sehr facettenreich. Das möchte ich damit ausdrücken."

Erst im Herbst erscheint "Das Bonner Märchenbuch - Lisa und die Nachtgespenster" von der Rhöndorfer Autorin Ursula Frank. Inge Brandt hat dazu die Illustration besorgt. Und die Edition Lempertz erlaubte, bereits jetzt die Bilder auszustellen. "Für mich ist es eine besondere Herausforderung und eine große Freude, wenn der Autor seine Geschichte liest und dabei meine Bilder vor Augen hat." Bei der Ausstellung können die Besucher schon mal überlegen, was in dem Buch für Kinder ab sechs Jahren wohl passiert.

Die Werkschau wird am Sonntag, 24. Februar, 11 Uhr, im Kunstraum im Bad Honnefer Rathaus, Rathausplatz 1, eröffnet und ist bis Sonntag, 17. März, immer donnerstags und freitags von 16 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 13 Uhr zu sehen. Zur Finissage am 17. März liest Ursula Frank um 15 Uhr im Kunstraum aus ihrem neuen Buch.