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Insel Grafenwerth in Bad Honnef: Nordspitze größtenteils freigegeben

Umgestaltung fast abgeschlossen : Großteil der Nordspitze auf Insel Grafenwerth freigegeben

Die Arbeiten am ersten Bauabschnitt auf der Insel Grafenwerth sind so gut wie abgeschlossen. Am Montag wurden Wege und Spielinseln für Familien freigegeben. Weitere Umbauarbeiten sollen folgen.

Die Tage der Bauzäune an der Nordspitze der Insel Grafenwerth sind gezählt, nur auf einem kleinen Streifen wird noch bis September gearbeitet. Am Montag gaben Bürgermeister Otto Neuhoff, Geschäftsbereichsleiter Städtebau Fabiano Pinto und Carolin Böhm, Leiterin des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün, Wege und Spielinseln für Familien frei. Neuhoff teilte zudem mit, dass den weiteren Bauabschnitten wie an der danach schmaleren Promenade aus Sicht der Stadt nichts mehr im Wege stehe. Den Hinweisen des Verwaltungsgerichtes folgend, sei die landschaftsrechtliche Befreiung des Kreises überarbeitet worden. Darunter: Eine Sitzstufenanlage am Ufer werde jetzt nicht gebaut.

Wie berichtet, umfasst die Investition rund 3,3 Millionen Euro. Gut zwei Millionen Euro steuert das Land NRW aus Mitteln der Städtebauförderung bei. Die Arbeiten auf der Nordspitze stellen den ersten – und mit rund 1,2 Millionen Euro Kosten größten – Teil dar. Pinto: „Wir bekommen Städtebaumittel, weil wir schon ein Stadtentwicklungskonzept haben. Aber wir fangen nicht etwa mit einer Straße an, sondern mit Spielgeräten, mit einer Aufwertung für Familien.“

Neuhoff: „Familien sollen hier zu ihrem Recht kommen und zugleich die Südspitze entlastet werden.“ Wie berichtet, soll die Südspitze der Natur vorbehalten sein. Doch es gibt auch Kritik: Bekanntlich hat der Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen das Projekt geklagt; Beklagter ist der Kreis. Dem zusätzlich im Eilverfahren angestrebten Baustopp gab das Gericht nicht statt. Stattdessen forderte es, dass keine irreversiblen Arbeiten erfolgen sollen bis zum Hauptsacheentscheid. Zudem gab es Hinweise für die weiteren Pläne. Darunter: Die Sitzstufenanlage sei „mit hoher Wahrscheinlichkeit (...) rechtswidrig“, hieß es wörtlich.

Diesen „Hilfestellungen“ des Gerichts sei man gefolgt und habe die kritischen Punkte mit dem Kreis „glatt gezogen“, so Pinto; ein neuer Bescheid liege vor. „Es hätte schon auf der Zeitachse keinen Sinn gemacht, auf den Sitzstufen zu beharren“, so Neuhoff. Während der BUND an seiner Kritik festhält (siehe Kasten), war den Teilnehmern des Rundgangs daran gelegen, auch die ökologische Aufwertung der Nordspitze zu betonen. „Es gab nur behutsame Eingriffe“, so Landschaftsarchitekt Stephan Lenzen. So seien die Spielinseln dort angelegt, wo immer Freizonen waren.

Die „neuen“ Wege entsprächen dem alten Trampelpfad. Dort, wo Baumwurzeln sind, seien sie wasserdurchlässig, so Böhm. Acht abgängige, nicht als Nistbäume geschützte Bäume seien durch Neupflanzungen mehr als kompensiert. Hinzu kämen 1020 Quadratmeter Böschungsbepflanzung, 550 Quadratmeter Staudensaat, 800 Quadratmeter Schutz und Sicherung des Baumbestandes und 40 neue Weiden. Der barrierefreie Rundweg misst 350 Meter. Neu angelegt als vier Inseln zwischen Baumgruppen sind 820 Quadratmeter Spielplätze. Sieben Doppelbänke laden zum Verweilen ein.

Nicht zuletzt, so Böhm: Das, was man vorgefunden habe, sei kein gewachsener Boden gewesen. Böhm: „Hier lag der Müll aus Jahrzehnten.“ Neuhoff: „Das konnte man nicht in der normalen Deponie entsorgen.“ Die Überraschungen im Boden, die trotz Voruntersuchungen und Gutachten nicht alle hätten abgesehen werden können (Böhm: „Wir können ja nicht ins Erdreich schauen.“), hätten zu Verzögerungen geführt, so Neuhoff. Apropros Verzögerung: Auf die Eröffnung des Inselcafés müssen die Bürger noch warten, neuer Starttermin sei April 2021. Die Stadt habe die Pacht für 2020 erlassen, „das war nur folgerichtig“, so Neuhoff.