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Zu wenig Wasser in Teichen: Karpfen müssen umziehen

Zu wenig Wasser in Teichen : Karpfen müssen umziehen

Versteckt hinter der Kläranlage Bad Honnef, zwischen Spitzenbach und Parkresidenz, liegen die Teiche "An Sankt Göddert". Wer die Grünanlage besucht, den holt recht schnell die Ernüchterung ein: Die Teiche liegen brach, sie sind "verlandet" wie es in der Anglerprache heißt.

"An manchen Stellen ist der Teich so flach, dass die Rückenflossen der Karpfen herausragen", klärt René Förster über die Umstände auf. Förster ist Anwohner und Hobbyangler. Er kennt sich aus mit Gewässern und beobachtet die Teiche "An Sankt Göddert" schon seit langem. "Ich wohne seit vier, fünf Jahren hier. Als mir bewusst wurde, wie ernst die Situation ist, habe ich sofort die Stadt benachrichtigt."

Die Stadt wiederum kontaktierte den Angelsportverein Bad Honnef. Dieser soll sich nun um die Umsetzung der zahlreichen Karpfen kümmern, die in dem Teich leben. Diese, so der Erste Vorsitzende des Vereins, Burkhart Fleicher, "leben derzeit nicht unter artgerechten Bedingungen".

Nun sollen die Fische einzeln eingesammelt, in geeignete Transportgefäße gesetzt und in einen vom Verein gepflegten Teich umgesetzt werden. Dort sollen sie überwintern. "Eine Rettungsaktion" nennt die Stadt das Vorhaben. Jetzt sondierten die Angler die Lage.

Welches Gewässer in Zukunft das neue Zuhause der Fische wird, will der Angelsportverein nicht verraten: Zu viele Schwarzangler seien unterwegs. Der Verein bewirtschaftet vier Teiche, unter anderem den Himberger See und den Dachssee, und leistet mit seinen rund 100 Mitgliedern viele ehrenamtliche Stunden für Natur- und Gewässerschutz. Im vergangenen Jahr waren es etwa 1600 Stunden. Sie haben die nötigen Berechtigungen, die im Angelbereich vorgeschrieben sind und sind zum Teil ausgebildet zu amtlich bestellten Fischereiaufsehern.

"So wie es um den Teich jetzt bestellt ist, kann es nicht mehr weitergehen", sagt Fleischer. "Das ist kein Teich mehr, sondern nur noch Schlamm." Es sei ganz klar, dass die Anlage von der Stadt schlichtweg vernachlässigt worden sei. "Ursprünglich waren die Teiche mal 1,70 bis 1,80 Meter tief", erklärte Förster.

Von diesen Wassermenge ist nun nichts mehr zu sehen. Die Bedingungen sind auch für die Wasserpflanzen nicht besonders günstig: Dass die Pflanzen ebenfalls zu wenig Wasser zum Gedeihen haben, birgt weitere Probleme in sich: Sie produzieren zu wenig Sauerstoff. Der Teich droht umzukippen. "Die Enten können bald auch durch die Bäche spazieren, statt schwimmen", ergänzte eine weitere Anwohnerin. So stehe es um die Flora und Fauna der Teiche "An Sankt Göddert" schlecht.

Um so erfreulicher sei es, dass sich die Stadt nun aktiv zeige und sich zumindest für das Wohlergehen der Karpfen einsetze, bemerkte Fleischer. Was danach jedoch mit der Teichanlage passieren wird, bleibt abzuwarten.

"Die Teiche wurden damals künstlich angelegt. Was von Menschenhand errichtet wurde, muss dann auch durch Menschenhand gepflegt werden", sagte Förster weiter. Gemeinsam überlegten Stadtverwaltung und Angelsportverein nun, wie die Teiche "An Sankt Göddert" in Zukunft gepflegt werden können, so die Stadt.