Selhofer Schüler pflanzen Bäumchen Kleine Mammutbäume gedeihen prächtig

BAD HONNEF · Schüler der Selhofer Grundschule kümmern sich um die Pflänzchen, die den Bestand in Bad Honnef sichern sollen.

 Ihre kräftigen Pflänzchen pflegt Karolina normalerweise auf dem Balkon.

Ihre kräftigen Pflänzchen pflegt Karolina normalerweise auf dem Balkon.

Foto: Frank Homann

"Mein Onkel hat ein großes Waldstück. Vielleicht gebe ich ihm meinen Mammutbaum." Sarah aus der 4 b der Sankt Martinus-Schule zeigte gestern ganz stolz das winzige Pflänzchen in ihrem bunt bemalten Blumentopf. Bis dahin muss der Kleine jedoch noch ein ganzes Stückchen wachsen. Aber der Anfang ist gemacht. Während der Projektwoche "Feuer, Erde, Wasser, Luft" im März befasste sich eine Gruppe von Dritt- und Viertklässlern mit dem Mammutbaum. Die Anregung kam von Diether Habicht-Benthin, der sich um den Bestand der "Mammuts" in Bad Honnef sorgt, denn einige der prächtigen Exemplare gingen in den vergangenen Jahren durch Sturm oder Krankheit verloren. Auf Dauer möchte er Ersatz schaffen.

Und die Kinder aus der Selhofer Grundschule sind Feuer und Flamme von seiner Idee. Erst mal staunten sie über den "Mammut" im Kurpark mit seinem Stammumfang von mehr als sechs Metern, den sie während der Projektwoche ebenso besuchten wie das Waldpädagogische Zentrum in Wuppertal-Burgholz. Von Habicht-Benthin erhielten sie damals alle einige "Haferflocken mit Streifen". So sehen nämlich die Mammutbaum-Samen aus.

Zu Hause steckten sie das Saatgut in die Erde und warteten ab, was sich tut. "Ich habe den Topf auf die Fensterbank gestellt und gegossen", erzählte Said aus der 4 c. Nun hat er fünf Mini-Mini-Mini-Mammuts im Pott. Jan aus der 3 b hatte seine Mammut-"Wiege" auf dem Balkon. "Meine Mutter hat ihm Wasser gegeben." Gut gemacht: Drei Schösslinge lugen nun neugierig aus der Erde. Bei Fabio sind es sogar zwölf. "Ich hatte den Topf auf dem Balkon. Da bekam er Sonne und Schatten."

Schon richtig kräftige Pflänzchen, und noch dazu zehn Stück auf einmal, hegt und pflegt Karolina. Sie hatte den Blumenpott mit Folie abgedeckt und auf dem Balkon deponiert. Ebenfalls zehn Stück zog Nico bei diesem Experiment heran. Einige Kinder hatten weniger Glück. Moritz, Maya-Lisa und Simon wollen einfach weitergießen. Vielleicht tut sich ja doch noch etwas. "Jetzt sind sie noch so klein, aber wenn die erst groß sind...", bestaunte Karolina ihren Baum-Nachwuchs. Erst einmal bleiben die Pflanzen noch ein Weilchen im Topf.

Auf dem Schulgelände wird dann eine Baumschule entstehen. Sind die "Mammuts" einen Meter hoch, sollen sie ausgepflanzt werden - in Parks oder Gärten. Die neunjährige Benedice aus der 4 b hat zwei Pflänzchen in ihrer Kinderstube herangezogen. "Sie sind so klein. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass sie mal so groß sind wie dieser Mammutbaum. Die müssen viel durchhalten - das Wachsen, dann das Umtopfen und Auspflanzen." Auch wenn die Viertklässler die Schule im Sommer verlassen, wollen sie ihre Bäumchen weiter beobachten. Schulleiterin Anne Köppen: "Für die Pflege werden sie Baumpaten aus den nachfolgenden Klassen suchen."

Wenn Benedice 90 ist, wäre ihr Mammutbaum 81 Jahre. Aber er kann ja viel älter werden. Und wenn Honnef in 100 Jahren das 250-jährige Stadtjubiläum feiert, wären die Minis von heute schon ordentliche Kaliber. Vielleicht wird dann in einer Festschrift über die Selhofer Kinder und ihre Aktion berichtet. Mit ihrem Foto: Zwerge unterm Riesen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort