Online-Umfrage des GA Knappe Mehrheit gegen Löwenburg-Turmbau

Siebengebirge · Sind Sie für den Neubau eines Turms auf der Löwenburg im Siebengebirge?" - Dieser Umfrage auf den Internetseiten des General-Anzeigers haben sich in den vergangenen vier Wochen rund 1300 Leser gestellt. Seit Freitag steht das Ergebnis der Umfrage fest.

So präsentiert sich die Löwenburg derzeit. Ob ihr Turm wieder aufgebaut werden soll - daran scheiden sich die Geister.

So präsentiert sich die Löwenburg derzeit. Ob ihr Turm wieder aufgebaut werden soll - daran scheiden sich die Geister.

Foto: Frank Homann

Einen Prüfantrag hatte die "Allianz für Bad Honnef" im dortigen Stadtrat, bestehend aus CDU, FDP und Grünen, an die Honnefer Stadtverwaltung gerichtet. Sie soll nun erst einmal klären, ob ein solches Vorhaben überhaupt Aussicht auf Erfolg hätte. Obwohl die Löwenburg auf Bad Honnefer Stadtgebiet liegt, hätte bei dem Projekt manch ein anderer noch ein Wörtchen mitzureden - etwa die Denkmalbehörden sowie das Land Nordrhein-Westfalen als Eigentümer der Ruine.

  • Indifferent zeigt sich der Vorstand des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (VVS), dessen Grundeigentum an die Löwenburg heranreicht. "Nein, hierzu sagen wir ausdrücklich nichts", so VVS-Vorsitzender Herbert Krämer. Der VVS werde sich definitiv nicht auf die eine oder die andere Seite schlagen, weil der VVS nicht in Honnefer Planungshoheit eingreifen wolle.
  • Eine Frage der Abwägung ist das Vorhaben aus Sicht von Oliver Bremm, Geschäftsführer der Tourismus Siebengebirge GmbH: "Einerseits ist eine zusätzliche Attraktion für die Region immer wünschenswert, wie das Beispiel Burg Olbrück zeigt", so Bremm. "Anderseits ist die Löwenburg mit dem charakteristischen Rundblick natürlich bereits jetzt eine Attraktion, die eigentlich keine neuen touristischen Impulse nötig hat.Insofern ist es fraglich, ob die Burg dringend einen neuen Bergfried braucht", so Bremm. "Zugegeben, in meiner Brust schlagen in dieser Frage zwei Herzen", sagt der Experte. Entscheidend für ihn sei nicht zuletzt die Meinung der Bodendenkmalpflege und der Umweltbehörden. Bremm: "De facto handelte es sich bei einem wiedererrichteten Bergfried ja um ein neues Gebäude".
  • Als neues Wahrzeichen Bad Honnefs könnte der Turm nach Ansicht von Maria Schmitt und Reinhold Kaebe, den Inhabern des nahen Waldgasthofs Löwenburger Hofs, in die Region ausstrahlen: "Was spricht dagegen, neben Drachenfels und Petersberg einen weiteren markanten Punkt zu schaffen, der auch von der Bonner Rheinpromenade eindeutig als die Löwenburg zu identifizieren ist?", fragt Maria Schmitt. Zumindest aber, so ihre Überzeugung, gibt es hinsichtlich der Pflege der heutigen Ruine Handlungsbedarf: "Die Holztreppe hat zum Beispiel in den vergangenen Wintern erheblich gelitten. Auf Dauer ist hier auch die Sicherheit der Besucher bedroht", meint die Gastwirtin.
  • Eine Verwüstung hingegen befürchtet GA-Leserin Anna Marabito von den möglichen Baumaßnahmen, die eine Wiedererrichtung des Bergfrieds für das Umfeld bedeuten würde: "Um das Vorhaben eines Turmbaus durchzuführen, würden Baufahrzeuge Schneisen durch den Wald bahnen, um sämtlich benötigte Materialien dort oben zu lagern. Lassen Sie die Löwenburg so wie gewachsen. Oben angekommen fasziniert den Wanderer der Blick auf die Rheinwindungen, die restlichen Berge und umgebende Landschaft", so die Leserin in ihrem Schreiben.
  • In Leserbriefen an den General-Anzeiger hatten sich in den vergangenen Wochen zahlreiche Bürger zu dem Thema zu Wort gemeldet. Während das Projekt angesichts seines möglichen touristischen Reizes einerseits auf Zustimmung stößt, mahnen andere Stimmen die verantwortlichen in der Stadt dazu, sich zunächst einmal bestehenden Missständen zuzuwenden. Um Beispiele aus dem aktuellen Bad Honnefer Stadtbild sind die Autoren dabei nicht verlegen.
  • Den Anstoß zu der ganzen Debatte hatte übrigens Paul-Georg Gutermuth gegeben. Bereits vor einigen Jahren war der Bad Honnefer, unterstützt vom Heimat- und Geschichtsverein, mit der Idee an die Öffentlichkeit gegangen. Mit dem Turmbau, so Gutermuth, könnte die historische Bedeutung der Löwenburg als einstiger Bad Honnefer Verwaltungssitz ins Gedächtnis gerufen werden.
  • Weitere Informationen zu dem Thema hat die Stadtverwaltung in Aussicht gestellt. Unter Verweis auf die Vielzahl der zu beteiligten Behörden machte Bürgermeisterin Wally Feiden keine Hoffnungen auf ein kurzfristiges Ergebnis. Allerdings soll die umfassende Recherche noch in diesem Jahr Früchte tragen, so Feiden.
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