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Kooperation zwischen Bad Honnef und Bonn hilft Schülern mit Förderbedarf

Praktikum als Türöffner : Kooperation zwischen Bad Honnef und Bonn hilft Schülern mit Förderbedarf

Vor zehn Jahren haben das Nell-Breuning-Berufskolleg in Bad Honnef und das Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn einen Kooperationsvertrag geschlossen, um die Schüler mit Förderbedarf bei der Berufswahlorientierung zu unterstützen.

Julia Brück hat es geschafft. Nach ihrem Schulabschluss am Nell-Breuning-Berufskolleg in Rhöndorf bewarb sie sich im Sommer 2018 um einen Ausbildungsplatz am Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn, meisterte sämtliche Prüfungen und ist heute ebenda als Kauffrau für Büromanagement tätig. „Es war gerade am Anfang nicht immer leicht“, sagt die 24-Jährige, die auf einen Rollstuhl angewiesen ist. „Doch ich hatte viel Unterstützung.“ Geholfen bei ihrem Weg in das Berufsleben hat der jungen Frau auch eine Kooperation zwischen dem Kolleg und dem BIBB, die seit nunmehr zehn Jahren besteht.

Informationsveranstaltungen, Bewerbungstrainings, Teilnahme an Berufswahlmessen und nicht zuletzt Praktika: 2011 schlossen das Nell-Breuning-Kolleg und das BIBB einen Kooperationsvertrag, um die Schüler bei der Berufswahlorientierung zu unterstützen. Die Rhöndorfer Einrichtung ist ein Förderberufskolleg im Bereich körperliche und motorische Entwicklung und setzt den Schwerpunkt auf Wirtschaft und Verwaltung.

„Eigene Erfahrungen bei Praktika haben einen wichtigen Einfluss für die Berufswahl“, sagte Ingo Benzenberg, Leiter des Berufskollegs, bei einer Feierstunde in der Aula. Entsprechende Plätze für seine Schüler zu finden sei nicht immer leicht, zumal in Zeiten der Corona-Pandemie.

Bis zu fünf Plätze pro Jahr

Umso größer sei die Freude über die gelungene Kooperation mit dem BIBB, betonte Richard Eßer, der für das Kolleg die Zusammenarbeit organisiert. „Kooperation heißt auch, voneinander zu lernen, sich dem Inklusionsgedanken anzunähern und ihn umzusetzen.“ Jährlich biete das BIBB zwischen drei und fünf Praktikumsplätze in verschiedenen kaufmännischen Berufen an, auch für Schüler, die zum Teil einen hohen Assistenzbedarf hätten. Fünf Absolventen hätten in den vergangenen zehn Jahren im Anschluss eine Ausbildung am BIBB absolviert, drei wurden übernommen. Eßer: „Ein Praktikum kann ein Türöffner sein.“

Für Professor Friedrich Hubert Esser, Präsident des BIBB, bedeute die Kooperation auch, „ein Ohr an der Praxis zu haben und die Bodenhaftung nicht zu verlieren“, wie er sagte. „Wir haben hier in Rhöndorf einen starken Kooperationspartner und peilen jetzt die nächsten zehn Jahre an.“ Julia Brück wird die Zusammenarbeit zwischen Bonn und Rhöndorf nach Kräften unterstützen: Die 24-Jährige ist heute Ansprechpartnerin für potenzielle Praktikanten ihrer ehemaligen Schule.