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Grundstück ohne Erlaubnis bearbeitet: Kritik an Rodung nahe dem Selhofer Friedhof

Grundstück ohne Erlaubnis bearbeitet : Kritik an Rodung nahe dem Selhofer Friedhof

Die Rodungsarbeiten am neuen Selhofer Friedhof haben bei Anwohnerin Michaela Fraund für Unmut gesorgt. Mitarbeiter des Bauhofs seien ohne ihre Erlaubnis mit schwerem Gerät über ihr Privatgrundstück gefahren, hätten dort eine Schneise im Boden hinterlassen und Zweige zurückgeschnitten, um an den Waldrand zu gelangen. Die Familie war während der Arbeiten Mitte Oktober im Urlaub.

Fraund sagte dem GA, sie und ihr Mann behielten sich rechtliche Schritte vor. Die Stadt habe sich zwar mündlich bei der Familie entschuldigt und zugesichert, den entstandenen Schaden zu beseitigen, "aber ich möchte das in jedem Fall schriftlich vorliegen haben", sagte Fraund.

Rehe richteten auf dem Friedhof Schaden an

Wie berichtet, hatte die Stadt Bäume am Friedhof am Dellenweg gerodet. Es habe sich um Fichten gehandelt und kranke Bäume. Den Eingriff begründete die Stadt auch mit einer Rehplage. Man habe das Waldstück ausgedünnt, um deren Rückzugsraum zu verlagern.

Die Tiere hätten auf dem Friedhof Schaden auf ihrer Nahrungssuche angerichtet und es habe Bürgerbeschwerden gegeben, teilte die Stadt mit. Die Verwaltung räumte ein, dass versehentlich Privatparzellen am Waldrand mitgerodet worden seien, die man in der Vergangenheit ohne Widerspruch der Eigner zurückgeschnitten und entmüllt habe. Deshalb hätten die Bauhofmitarbeiter offenbar gedacht, es handele sich sämtlich um städtische Grundstücke.

Anwohner vermuten Zusammenhang mit Bauplänen

Michaela Fraund sagte, sie habe ihr abseits gelegenes Grundstück stets selbst gepflegt. Sie hatte lediglich bei der Stadt angefragt, ob sie die Brombeersträucher zurückschneiden könne, die auf ihr Grundstück wuchsen. Die Anwohnerin vermutet, dass die Rodungsarbeiten in Zusammenhang stehen könnten mit einem Bebauungsplanverfahren zur Ausweisung von Wohnbauland an dieser Stelle. Das hatte die Stadt allerdings klar verneint. Das Verfahren sei erst bei der Bürgerbeteiligung angelangt.

Michaela Fraund hat als Anwohnerin auch nicht feststellen können, dass Rehe vermehrt am Friedhof auftreten. "Ich habe mal ein Reh und zwei Kitze gesehen, aber rechtfertigt das einen so kostenintensiven Eingriff?", fragt die Bürgerin. Die ehemalige SPD-Ratsfrau Brigitte Meyer auf der Heide befürchtet mit Blick auf die geplante Bebauung: "Es wurden jetzt Fakten geschaffen."