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Nach dem Fahrplanwechsel bei der RSVG: Künftig verkehren kleine Busse in Selhof

Nach dem Fahrplanwechsel bei der RSVG : Künftig verkehren kleine Busse in Selhof

Der Fahrplanwechsel zum 18. August hat für die Menschen im Siebengebirge deutliche Verbesserungen gebracht. Unter anderem die Menschen in Selhof profitieren: Auf der Linie 566 sind die großen Fahrzeuge passé.

Kleiner, schmaler, bequemer, öfter – mit dem Fahrplanwechsel der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG) am 18. August brach für Selhof eine neue ÖPNV-Ära an. Überhaupt: Bürger aus dem Siebengebirge und aus den benachbarten Verbandsgemeinden Asbach, Linz und Unkel in Rheinland-Pfalz genießen zahlreiche Verbesserungen im Öffentlichen Personennahverkehr. Bad Honnefs Erster Beigeordneter Holger Heuser: „Neue Anbindungen im Berg- und Talbereich und eine neue Lösung für Selhof: Das ist wie ein Meilenstein, wie ein ÖPNV 2.0.“

Die ersten Kleinbusse fuhren schon fleißig durch Selhof, als Heuser sowie RSVG-Chef Volker Otto und Verkehrsplaner Christoph Groneck aus dem Referat Wirtschaftsförderung und Strategische Kreisentwicklung des Rhein-Sieg-Kreises die Vorzüge für Selhof vorstellten.

Ortsteil mit engen Straßen

Heuser: „Mit der neuen Linie 566 haben wir für diesen Ortsteil mit den engen Straßen eine gute Lösung gefunden.“ Er bedankte sich für das Engagement beim Kreis und der RSVG. Groneck: „Ich freue mich, dass nach vielen Jahren der Diskussion das Bad Honnefer Busnetz verbessert werden konnte. Es ist kaum etwas geblieben, wie es war, auch im grenzüberschreitenden Verkehr.“

Dass sich künftig nicht mehr die großen Busse durch Selhof quälen müssen, ermöglichte ein Vertrag mit dem alteingesessenen Busunternehmen Decker mit Hauptsitz in Neunkirchen-Seelscheid und Firmensitzen in Königswinter und Bad Honnef. Markus Decker schaffte vier nagelneue Kleinbusse an, drei davon mit 35 Plätzen, ein kleinerer Einsatzbus verfügt über 30 Sitzplätze. 800.000 Euro investierte der Unternehmer in diese Vergrößerung des Fuhrparks. „Das konnte ich nur machen, weil die RSVG mir Vertragssicherheit über fünfeinhalb Jahre gewährte.“

Neue Busse sind zwei Meter kürzer

Der hohe Preis der kleineren Busse erklärt sich durch ihren Standard. Klein, aber oho: Das Betreten ist durch einen Niederflureinstieg sehr bequem. Gerade dieser ex­trem niedrige Einstieg wird durch eine aufwendige (und teure) Technik mit Winkeltrieb ermöglicht.

Mit einer Länge von 6,50 Metern ist der neue „Flitzer“ mit 163 PS zwei Meter kürzer als bisherige Busse. Der Radstand ist mit 4,30 Metern deutlich geringer. Nun geht es viel leichter durch den Ort. „Der letzte Anruf erreichte mich von der Fahrerin eines großen Busses, die eine Stunde lang gestrickt hat, weil ein Autofahrer sie zugeparkt hatte“, sagte Otto. „Heute sehe ich hier nur Fahrer, die lächeln.“

Für Rollstuhlfahrer und E-Scooter kann eine Rampe ausgefahren werden, wie Decker demonstrierte; für diese Fahrzeuge gibt es direkt hinter der Fahrerkabine einen Platz mit Befestigung. In dem Bereich befinden sich auch drei Klappsitze. Die Polsterung der Sitze ist vier Zentimeter dick, verspricht also Komfort für die Fahrt zweimal pro Stunde von der Stadtbahn durch Selhof bis hoch zum Menzenberg.

Optimierungen ab nächster Woche

Die kleineren Busse ermöglichen nun auch das Ansteuern von höher gelegenen Teilen Selhofs, eine Ausbreitung des Netzes. In jeder Reihe befindet sich eine Ladestation für USB. Mit der Emissionsnorm von Euro 6 fährt er schadstoffarm durch den Ort. „Wir hatten heute schon Anrufe – Anwohner, die diese kleinen Busse lobten“, sagte Heuser.

„Wir haben insgesamt 500 Fahrzeuge auf der Straße, davon über 200 eigene Fahrzeuge, über 100 sind durch Partner im Einsatz – es ist immer gut, Partner vor Ort zu haben. Dank gilt der Firma Decker, die dieses Abenteuer mitgeht. 200 Fahrzeuge sind allein für den Schülerspezialverkehr unterwegs. Hier haben wir eine europaweite Ausschreibung durchlaufen“, erläuterte Otto.

Ansonsten gilt für alle Linien: „Wir fahren jetzt drei Tage. Und nächste Woche fangen wir an, zu optimieren“, meinte abschließend RSVG-Chef Otto, „dann korrigieren wir Planungsfehler, die sind ja hausgemacht. Wir haben das selbst in der Hand und schauen, wie die Bürger das wollen.“