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Künstler aus Leipzig zeigt in Bad Honnef Druckgrafiken

Ausstellung im Kunstraum : Künstler aus Leipzig zeigt in Bad Honnef Druckgrafiken

Im Kunstraum in Bad Honnef ist ab sofort die Ausstellung „Print fever – Druckgrafik“ von Patrick Fauck zu sehen.

„Print fever – Druckgrafik“ ist der Titel der neuen Ausstellung im Kunstraum. Und von „Druckfieber“ betroffen ist Patrick Fauck schon seit Beginn seines künstlerischen Schaffens. Die Schau beim Verein zur Förderung von Kunst und Kultur in Bad Honnef gibt einen eindrucksvollen Einblick in das vielfältige Wirken Faucks und in alle Facetten der Drucktechnik.

Er stammt aus dem Saarland, lebt aber bereits seit 15 Jahren in Leipzig, wo er alle Voraussetzungen für Radierung, Lithografie, Licht- und Siebdruck vorfindet. „Leipzig ist eine grafikliebende Stadt, es gibt die Druckereien dafür“, erzählt der Künstler, der in Mannheim sein Studium zum Diplom-Designer absolvierte, danach Kunstgeschichte in Heidelberg studierte. Einem Aufbaustudium Freie Grafik an der Burg Giebichenstein folgte noch ein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.

Lichtdruck hat besonderen Stellenwert

Fauck sagt: „Die Druckgrafik betrachte ich nicht als schmückendes Beiwerk, als Erweiterung des Repertoires wie bei einem Maler oder Bildhauer, nein, für mich ist das künstlerische Drucken Hauptweg, Laboratorium und großes Experimentierfeld.“ Der Reiz der Alchemie der „Schwarzen Kunst", das jeder Drucktechnik eigene Prozedere, die unterschiedlichen und unverwechselbaren Charakteristika aller druckgrafischen Disziplinen, sei es die Radierung mit all ihren Facetten, sei es der Holz- und Linolschnitt, die Lithographie, der Siebdruck oder der sehr aufwendige und heute schon fast in Vergessenheit geratene Lichtdruck: „Sie alle ziehen mich in ihren Bann“, betont Fauck. Dabei begleitet ihn eine bemerkenswerte Ideenvielfalt, Humor und Ironie sind keineswegs ausgeschlossen.

Bei Fauck gibt es keine Serien, seine Bilder stehen alle für sich: „Sie kommen aus dem Leben.“ Einen besonderen Stellenwert hat der Lichtdruck: „In Leipzig befindet sich die letzte Lichtdruckwerkstatt Europas. Die nächste steht in Japan oder China.“ Nach der Wende sei das Lichtdruckverfahren komplett eingebrochen. War es früher edles Reproduktionsverfahren, um Faksimile herzustellen, so nutzt er es, um eigene Originalgrafiken zu fertigen. Da ist etwa das Wimmelbild „Kopfkino“, oder auch das originelle Werk „Falscher Hase“, eigentlich ja ein Gericht aus Hackfleisch.

Künstler stellt auch ein Selbstbildnis aus

„Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann“ – dieser Satz des Künstlers Francis Picabia hatte Patrick Fauck vor Augen, als er einen Linolschnitt mit einem Kopf, der wie bei einem Schnittmusterbogen von Linien „durchfurcht“ ist, schuf. Hübsch auch die Lithografien „Kunst am Bau“ mit dem Specht, der sich die Venus von Milo in den Baum geschlagen hat.

Auch ein Selbstbildnis ist zu finden – als Lithografie: „Ich und Shakespeare“. Der Dichter ist dabei als Totenschädel zu entdecken. Fauck: „Ich finde Shakespeares Hamlet faszinierend und solche Sprüche wie ,Sein oder Nichtsein‘.“ So viel Abwechslung in Sachen Drucktechnik in einem Raum – einfach sehenswert.