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Performance in Bad Honnef: Künstler erinnert an seinen gefallenen Großonkel

Performance in Bad Honnef : Künstler erinnert an seinen gefallenen Großonkel

Bilder vom Schlachtfeld, Briefe von Soldaten, Lieder jener Zeit: Jan Vermeulen und einige Mitstreiter widmen den Abend „Krieg!“ den Millionen Opfern des Ersten Weltkrieges. Die Performance findet im Siebengebirgsgymnasium in Bad Honnef statt.

20 Jahre alt war Bernhard Kronauer, als er 1912 in den Krieg zog. Der Bad Honnefer starb am 17. September 1916 auf dem Schlachtfeld in der heutigen Ukraine „den Heldentod fürs Vaterland“. Doch er ist nicht vergessen.

100 Jahre später hat sein Großneffe, der niederländische Komponist und Gitarrist Hendrik Jan Vermeulen, die musikalische Performance „Krieg!“ inszeniert, die er nicht nur seinem Großonkel, sondern allen Kriegsopfern widmet. Er präsentiert sie am Donnerstag, 15. November, ab 19 Uhr im Siebengebirgsgymnasium in Bad Honnef.

Bereits vor zwei Jahren berührte und beeindruckte Vermeulen mit seiner Performance, die das Grauen des Ersten Weltkriegs emotional erfassbar werden lässt, im Siebengebirgsmuseum in Königswinter. Seitdem hat er einiges am Programm geändert.

„Wir spielen mit zwei Sängern, die sowohl die Stücke singen, als auch die Geschichte erzählen. Das macht es eher zu einem Theatermusikstück als zu einer Präsentation mit Musik“, so der Komponist. Auch wurden unter Musikstücke aus der Zeit des Ersten Weltkriegs hinzugefügt. Die Performance umfasst Lieder, Zeitungsberichte, Feldpostbriefe und Fotografien.

Schüler gestalten das Programm mit

Mit Vermeulen an der Gitarre und Bas Mulder am Keyboard singen und rezitieren Janina Raguse und Heiko Schmidt Originaltexte aus der Zeit zwischen 1914 und 1918. Schüler informieren das Publikum mit einer kurzen Präsentation über die Rolle Konrad Adenauers im Ersten Weltkrieg.

„Obwohl ich 50 Jahre nach dem Krieg geboren wurde, hat mein Vater mir Geschichten über 'Den Krieg' erzählt. Über die Brüder seiner Mutter, die im Krieg gefallen sind, und das verursachte Leid“, begründet Vermeulen, warum er sich so intensiv mit dem Ersten Weltkrieg beschäftigt hat.

Als ihm seine Tante 2007 die Todeskarte ihres jüngsten Bruders Bernhard gab, habe sich für ihn „die Tür zu dieser vergessenen schmerzhaften Welt geöffnet“. Er begann zu recherchieren, reiste zur Spurensuche auch mehrfach nach Bad Honnef – der Heimat der Familie Kronauer – und besuchte die Schlachtfelder, auf denen Bernhard einst kämpfte.

Vermeulens Großonkel lebte an der Rommersdorfer Straße

Für den Musiker ist etwas ganz Besonderes, seine Performance in Bad Honnef zu zeigen. „Das Gymnasium befindet sich sogar in der Straße, in der Bernhard und seine Familie lebten“, berichtet Vermeulen. „Ich bin dankbar, dass ich meine Geschichte in Honnef erzählen darf, aber ich finde es auch spannend. Ich hoffe, dass die Aufführung den richtigen Ton trifft und möchte auf eine respektvolle Art und Weise an meine Vorfahren und ihre Generation erinnern.“

Sein Projekt verstehe er als persönlichen Beitrag zur Debatte über die gemeinsame Verantwortung für den Frieden. Bis heute versuche er zu verstehen, „wie es zu dem Punkt kommt, dass Menschen für Ideale bereit sind, zu töten und zu sterben“.

Die Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus veranstaltet den Abend mit dem Siebengebirgsgymnasium, der Regionalvertretung der Europäischen Kommission Bonn, dem Heimat- und Geschichtsverein Löwenburg und dem Institut Français Bonn. Der Eintritt ist frei. Einlass ist ab 18.30 Uhr.