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Kurhaus in Bad Honnef: Stadt sucht neuen Betreiber

Vertrag aufgehoben : Stadt Bad Honnef sucht neuen Betreiber fürs Kurhaus

Die Stadt Bad Honnef hat den Vertrag mit der Kurpark GbR mit Wirkung zum 31. Juli aufgehoben und sucht nach einem neuen Betreiber für das Kurhaus. Die Nachfolge wird im Herbst ausgeschrieben.

Die Weichen werden neu gestellt: Der Betreibervertrag für das Kurhaus ist passé. Das teilt die Verwaltung am Donnerstag im Stadtrat mit. Demnach wurde der Vertrag mit der Kurpark GbR mit Wirkung zum 31. Juli vertraglich aufgehoben. Die Stadt sucht nach einem neuen Betreiber. Bis ein solcher gefunden ist – Ziel: Anfang 2021 –, betreibe sie „mit Unterstützung externer Partner“ den Saal selbst. Wichtig für die Vereine: Auch über die Interimslösung hinaus soll ihnen die Nutzung wie bisher ermöglicht werden, so die Verwaltung.

Ein Regelbetrieb ist aktuell durch die Auflagen in der Corona-Pandemie ohnehin nur sehr eingeschränkt möglich. Das Ende des Betreibervertrages ist das Ende einer langen Partnerschaft mit dem benachbarten Hotel. Begonnen hatte diese mit dessen Bau Ende der 90er Jahre. Seinerzeit wurde ein Betreibervertrag mit der Kurpark GbR als Eigentümergesellschaft des Hotels Avendi geschlossen – eine Gesamtverpachtung mit städtischem Zuschuss für den Saal, der vor allem an Wochenenden genutzt wurde, an vielen Tagen im Jahr aber auch nicht.

In die Tat umgesetzt wurde die Partnerschaft durch die Seminaris-Gruppe, die dann auch das Avendi unter den Fittichen hatte. Immer wieder war der Vertrag Anlass zur Kritik. Denn: Die Stadt ließ sich die Kooperation jährlich rund 300.000 Euro kosten. Zudem gab es nicht unerhebliche juristische, wettbewerbsrechtliche Bedenken. Diese auszuräumen war ein Grund dafür, dass der Vertrag analog zu einer anstehenden Verlängerung neu verhandelt wurde, so Bürgermeister Otto Neuhoff auf Anfrage. Vor gut drei Jahren nahmen die Gespräche über die Vertrags-Novelle Fahrt auf. Dann kündigte Seminaris den Vertrag für das Hotel Avendi.

2018 startete mit der RIMC und dem Maxx by Steigenberger ein neuer Betreiber und bekundete Interesse am Kursaal, so Neuhoff. „Juristisch war alles in trockenen Tüchern, der neue Vertrag war unterschriftsreif“, so Neuhoff. Und das auch unter den Vorzeichen, dass der Saal ab Karneval 2019 ein Jahr für die Sanierung geschlossen wurde. Nicht abzusehen indes war eine weitere Zäsur: Corona. In dieser Gemengelage hätten sich die Partner nun „einvernehmlich“ zum Aufhebungsvertrag entschlossen, so die Vorlage zum Stadtrat.

Vertreter der Eigentümergesellschaft waren am Dienstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Die Ausschreibung für die Suche nach einem neuen Betreiber sei in Vorbereitung und solle im Herbst durch den Rat auf den Weg gebracht werden, so die Verwaltung. Neuhoff: „Wichtig ist uns, einen Partner zu finden, der die ganze Abwicklung in Händen hält.“ Die Stadt hingegen trage die Verantwortung für das Gebäude. Neuhoff: „Wir haben ein Kleinod geschaffen und viel Geld in die Hand genommen.“ Man müsse darauf achten, dass dieser Wert auch auf Dauer geschützt und erhalten bleibt.

Vermarktung, Vermietung, Eventmanagement, Catering & Co. solle ein Profi übernehmen. Gedacht ist an ein Konzessionsmodell, das auch dem Umstand Rechnung trage, „dass die Anlaufphase durch Corona schwieriger wird als ohnehin nach der Umbauzeit“. Nicht zuletzt werde sich das Modell für den städtischen Haushalt rechnen.