Verein "Literatur im Siebengebirge" Lesestoff für die nächste Reise

BAD HONNEF · Buch vergessen für die Bahnfahrt? "Literatur im Siebengebirge" sorgt nun auch für Lesestoff für unterwegs. Im Bad Honnefer Bahnhof stellte der Verein einen "Offenen Bücherschrank" auf, an dem sich jeder bedienen kann.

 Den neuen "offenen Bücherschrank" im Bad Honnefer Bahnhof bestückten die Mitglieder des Vereins "Literatur im Siebengebirge" mit gespendeten Büchern.

Den neuen "offenen Bücherschrank" im Bad Honnefer Bahnhof bestückten die Mitglieder des Vereins "Literatur im Siebengebirge" mit gespendeten Büchern.

Foto: Frank Homann

Annette Erfurth-Kühn hatte nicht nur das Regal gestiftet, sondern gleich noch einen ganzen Stapel an Kinder- und Jugendliteratur. Rainer Quink und Cornelia Nasner vom Vorstand sowie die Mitglieder Lucia Jüngst, Kerstin Hämke, Rüdiger Hartung und Nicole Westig schleppten ebenfalls kistenweise Schmöker an, um das Regal zu füllen.

"Wir danken Andreas Dietl, dem Eigentümer des Bahnhofs, der dieses Projekt ermöglicht", sagte Quink, "er stand dieser Idee total aufgeschlossen gegenüber." Darüber hinaus wird er auch ein Auge auf den Schrank haben, der gegenüber dem Kiosk aufgebaut wurde. Hier kann jeder Interessent Bücher entnehmen, sie nach der Lektüre zurückstellen oder sie auch behalten; möglich ist es ebenso, dort weitere Bücher einzustellen. "Wir schauen regelmäßig danach. Wir wollen natürlich nicht, dass hier 50 Jahre alte Reiseführer abgelegt werden oder irgendwelcher Altmüll", so Rainer Quink.

"Ich habe schon wochenlang für diesen Zweck gesammelt", berichtete Kerstin Hämke. Sehr viele Jugendbücher ihrer Tochter Viktoria stellte sie ein, etliche aus der Serie "Freche Mädchen - freche Bücher". Auch Sebastian und Dominik Kühn trennten sich von einigen Schmökern - etwa von Bänden aus der "Justin Time"-Serie oder von Privatdetektiv "Fletcher Moon" und dem Klassiker "Tom Sawyer" von Mark Twain. Ihre Mutter Annette Erfurth-Kühn: "Bei einigen Büchern ist es ihnen schwergefallen, sie herzugeben."

Lust auf Goethe? Zur Eröffnung des Bücherschranks stand auch ein Band des Dichterfürsten drin. 300 Bücher wurden insgesamt gespendet. "Nachdem der Beschluss auf unserem letzten Organisationstreffen gefallen war, wurde eifrig gesammelt", erklärte Rainer Quink. Auch Rätselbücher sind darunter - für eine Bahnfahrt natürlich ideal. Ein Computerlexikon oder "Kalle Blomquist" von Astrid Lindgren sind beim genauen Hinsehen zu erwischen, auch weltberühmte Bücher wie "Der Graf von Monte Christo" oder "Hundert Jahre Einsamkeit" von Nobelpreisträger Gabriel Garcia Márquez. Cornelia Nasner: "Der Bahnhof ist wirklich ideal als Standort."

Und Andreas Dietl hofft: "Vielleicht kommen auf diese Weise Leute überhaupt zum Lesen." Jedenfalls ist der Bücherschrank während der Öffnungszeiten des Bahnhofs jederzeit zugänglich. Es lohnt sich also, künftig einige Minuten früher einzutreffen, um noch in Ruhe Lesestoff für die Reise auszuwählen.

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