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Krachsnußbaumweg in Bad Honnef: Mehrgenerationenhaus der evangelischen Gemeinde ist bezogen

Krachsnußbaumweg in Bad Honnef : Mehrgenerationenhaus der evangelischen Gemeinde ist bezogen

Das Jahr beginnt für die Evangelische Kirchengemeinde Bad Honnef gleich mit einer Neuerung: einem neuen Finanzwesen. Konkret heißt das, wie für alle anderen 731 Gemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland, die Einführung der kaufmännischen Buchhaltung.

Was dieses Projekt der Landeskirche für die Gemeinde und ihre 4250 Mitglieder bedeutet, erläuterte Kirchmeister Thomas Zimmermann jetzt bei der Gemeindeversammlung. Dabei wurde auch bekanntgegeben, dass die Bewohner das Gebäude des Mehrgenerationen-Wohnprojekts LEAH (Leben im Alter in Bad Honnef) am Krachsnußbaumweg bezogen haben.

Wie Öffentlichkeitsbeauftragter Andreas Roschlau sagte, ist das Gebäude am Krachsnußbaumweg fertiggestellt; alle 18 Wohnungen sind vermietet, die Bewohner zum Jahresende eingezogen. Am 22. März soll offiziell Einweihung gefeiert werden. "Jetzt kann das Projekt inhaltlich so richtig losgehen." Das alte Gemeindehaus - jetzt aufgrund der bunt gestrichenen Fassade "Buntes Haus" genannt - soll als Gemeinschaftseinrichtung dienen. Hier sollen künftig generationenübergreifende Veranstaltungen und Angebote stattfinden.

Das neue Finanzwesen erläuterte Kirchmeister Thomas Zimmermann. Bisher ging er nach dem Prinzip der sogenannten kameralistischen Buchführung vor, bei der Ein- und Auszahlungen lediglich aufgelistet werden. Das neue Finanzwesen soll den Kirchengemeinden helfen, einen realistischen Blick auf ihr Vermögen und dessen Veränderung zu bekommen.

"Verbunden ist das auch mit der Einführung eines Fünf-Jahresplans wie man ihn von den Städten kennt", so Roschlau. Personelle Konsequenzen ergeben sich nicht. Viele Aufgaben werden vom kirchlichen Verwaltungsamt in Siegburg übernommen.

Derzeit stehe die Gemeinde finanziell "ganz gut da", sagte Roschlau. In den nächsten Jahren sei aber aufgrund von Kostensteigerungen ein strukturelles Defizit zu befürchten. Beeinflussbar seien allerdings nur rund zehn Prozent des Gemeindehaushalts, 70 Prozent machen allein die Personalkosten aus. Schwerpunkte setzt die Gemeinde bei Jugendarbeit und Kirchenmusik, in die im vergangenen Jahr jeweils 75.000 Euro flossen.

"Beide Bereiche haben sich sehr gut entwickelt, man merkt, dass hier investiert wurde", so Roschlau. Gut vorbereitet für die Zukunft sieht sich die Kirchengemeinde in finanzieller Hinsicht durch ihre Kirchenstiftung. Diese wurde vor acht Jahren ins Leben gerufen, um das Gemeindeleben zu fördern. Zu kämpfen hat sie allerdings mit den niedrigen Zinsen für Kapitalanlagen.

"Wir versuchen daher, unseren finanziellen Grundstock zu erhöhen." Man will gezielt die Gemeindemitglieder ansprechen. "Es müssen nicht immer große Summen sein, die gespendet werden. Schon mit fünf Euro im Monat kann man vieles bewirken."