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Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): Naturschützer fordern eine stärkere Beteiligung

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) : Naturschützer fordern eine stärkere Beteiligung

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) regt einen Naturschutzbeirat für den Naturpark Siebengebirge beim Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS) an, der Träger des Naturparks ist. "Wegschauen löst die Probleme nicht, sondern führt zu immer neuen Fehlinvestitionen", teilte Franz-Friedrich Rohmer, BUND-Sprecher für Königswinter, jetzt mit.

Die Ziele aller Beteiligten lägen nahe beieinander. Die Gewährleistung der Naturschutzziele im Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Siebengebirge sei keineswegs ein Steckenpferd des BUND, sondern vor allem eine Pflichtaufgabe des Naturparkträgers und des Rhein-Sieg-Kreises. Niemandem sei damit gedient, wenn Vertragsverletzungsverfahren bei der Europäischen Union eingeleitet und das Europadiplom aberkannt werden würden. Strittige Punkte, die im Dialog geklärt werden sollten, gebe es genug.

Der BUND nennt als Beispiele die Nachfolgenutzung für den ehemaligen Jugendhof Rheinland, Sicherungsmaßnahmen am Eselsweg, am Siegfriedfelsen und an der Löwenburg, Mountainbiking, Pflanzungen mit invasiven Gehölzarten im Umfeld der Mittelstation der Drachenfelsbahn, der Ausbau des Lemmerzbades und das neue Wegekonzept.

"Wir helfen auch im Dialog nicht dabei, Naturschutzvorgaben zu umgehen, aber wir sind als Fürsprecher für den Naturschutz in der Lage, bei der Suche nach insgesamt schlüssigen Lösungen mitzuwirken: Diese Chance sollte dem Siebgengebirge nicht genommen werden", sagte Achim Baumgartner, Sprecher des BUND im Kreis.

Derweil würden die zuständigen Stellen eher auf Intransparenz setzen, weil fachliche Argumente offenbar gefürchtet würden. Auch bei den letzten Verhandlungen zum Siegfriedfelsen und zur Anschlussnutzung für den ehemaligen Jugendhof Rheinland seien die Naturschutzverbände nicht willkommen gewesen.

Die Baumaßnahmen an der Löwenburg fänden ebenfalls ohne Beteiligung der Verbände statt. Auch das Wegekonzept sei nicht besprochen worden. Dadurch würden Konflikte nicht gelöst, sondern verstärkt. "Wir brauchen ein qualitativ hochwertiges, fachbezogenes und rechtskonformes Miteinander. Das ist wirklich nicht zu viel verlangt", so Achim Baumgartner.