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Gesamtschule Sankt Josef in Bad Honnef: Neues Schulgebäude wird nach den Herbstferien eröffnet

Gesamtschule Sankt Josef in Bad Honnef : Neues Schulgebäude wird nach den Herbstferien eröffnet

Nur eineinhalb Jahre haben die Bauarbeiten gedauert, längst ist das Gebäude der neuen Real- und Gesamtschule Sankt Josef fertig und der Innenausbau auf der Zielgeraden. In den Herbstferien kommen die Packer, dann hat das alte Haus ausgedient. Eröffnung ist am 3. November.

Mancher Arbeitstitel hat das Zeug zum Dauerbrenner: „Wir nennen das scherzhaft den Philosophengarten“, sagt Stefan Rost, Leiter der Erzbischöflichen Real- und Gesamtschule Sankt Josef, über die Außenfläche am Lehrerzimmer. An Klassen- und Fachräumen, Schulhof- und Außenflächen wie dem „grünen Klassenzimmer“, die die Schüler für sich „erobern“ können, mangelt es ebenso wenig. „Das, was den Schülern hier an Möglichkeiten geboten werden kann, ist gigantisch“, sagt Peter Thein, Architekt in der Bauabteilung des Erzbistums Köln, über das neue Schulgebäude. Schon nach den Herbstferien geht’s dort los mit dem Schulbetrieb.

Wermutstropfen: Die für den 3. November anberaumte Eröffnungsfeier wird wegen Corona anders stattfinden müssen als geplant. Rost: „Wie genau sie aussehen wird, muss man schauen. Vor allem aber freuen sich die Schüler auf das neue Gebäude, sie sehen es ja jeden Tag wachsen.“

Das ist wörtlich zu nehmen: Nur eineinhalb Jahre ist es her, seit Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki den Grundstein gelegt hat. Längst ist das Gebäude mit der hellen Klinkerfassade, die die Ausmaße des Hauses fast vergessen lässt, fertig und der Innenausbau auf der Zielgeraden. In den Herbstferien kommen die Packer, dann hat das alte Haus ausgedient.

Dessen Abriss soll umgehend beginnen. Angrenzend wird die neue Turnhalle gebaut. „Spätestens dann gibt es von hier den schönsten Blick“, sagt Rost am Fenster im dritten Stock: Wenn das alte Gebäude durch den weit flacheren Turnhallenbau ersetzt sein wird, haben die Neunt- und Zehntklässler beste Aussicht auf den Drachenfels. Über ihnen „residiert“ nur noch die Oberstufe, „die Schüler steigen hier ja im Wortsinn auf“ – von den Jüngsten im ersten Stock bis zu den „Großen“ ganz oben.

Je zwei Fachräume für die Naturwissenschaften, die Lehrräume für Technik und Hauswirtschaft – auch sie wie das ganze Haus barrierefrei erreich- und nutzbar –, prägen den Fachtrakt. Trotz modernster Lüftungsanlage: „Mir war wichtig, dass man die Fenster öffnen kann“, so Rost. Der außenliegende Sonnenschutz sorgt dafür, dass den Schülern bei Physik oder Chemie nicht noch mehr die Köpfe rauchen.

Der Rundgang über die Baustelle aber beginnt dort, wo bald morgens die aktuell mehr als 600 Kinder und Jugendlichen in ihre „Penne“ strömen werden. Und wo sie nicht nur Info-Boards vorfinden werden, sondern Sitzmöglichkeiten wie an vielen Stellen im Gebäude. „Einfache Kommunikation ermöglichen“, lautet das Stichwort, so Thein. Bau- und Schulkonzept gehen Hand in Hand: Theken, an denen Gruppenarbeit vertieft werden kann, und Räume der Begegnung gibt es viele im Gebäude.

Denn keine Flur-, sondern eine Clusterschule ist entstanden mit Klassenzimmern, die sich Etage für Etage um eine gemeinsame Mitte gruppieren. Überraschend auf den ersten Blick: Glasfronten lassen stets Blickkontakt zum „Marktplatz“ zu. Selbst die modernen Whiteboards sind so platziert, dass Lehrer und Schüler bei selbstständigen Lern­einheiten stets kommunizieren können. Rost: „So gibt es allerbeste Möglichkeiten der Differenzierung.“

Der Klassentrakt gruppiert sich um einen Lichthof. „Die Gebäudetiefe ist sehr groß. Es war wichtig, natürliches Licht hineinzubringen“, erklärt Thein. Ein Punkt dürfte die Schüler besonders freuen: WLAN gibt es im ganzen Gebäude, genau das stand ganz oben auf ihrer Wunschliste – nur für den Lernstoff, versteht sich.

Noch freilich sind nicht alle Möbel fertig montiert, fehlen hier und da Tür- und Trennelemente. So am „Raum der Stille“ im Erdgeschoss, der „immer geöffnet sein wird“, so Rost, nicht nur als Rückzugsort, auch für „spirituelle Anlässe oder für den Religionsunterricht“. „Wir sind schließlich eine christliche Schule, und auf diese Tradition und diese Werte sind wir sehr stolz.“ Später soll der Raum Sankt-Josef-Raum heißen, auch das eine Bindung an die Schulhistorie.

Tatsächlich reicht diese Tradition gut 120 Jahre zurück. Aber auch optisch wird das „alte“ Sankt Josef am neuen Gebäude nicht verschwinden. Der Wetterhahn der ehemaligen Kapelle, die dem Neubau hatte weichen müssen, bekommt einen Platz, ebenso die Statuen des Patrons. Ein Hingucker: Die in den 50er Jahren gestifteten Kapellen-Fenster zieren bald das Gerüst der neuen Feuertreppe am Haus Magdalena, in das die Verwaltung einzieht, und werden sogar von hinten beleuchtet.

Aktuell prägt noch große Geschäftigkeit der Handwerker das Bild. Die Entscheidung, das altehrwürdige Gebäude an der Bismarckstraße durch einen hochmodernen Bau zu ersetzen, fiel vor gut fünf Jahren mit dem Angebot des Erzbistums, die traditionsreiche Realschule zur Gesamtschule weiterzuentwickeln. Mit dem Einzug in wenigen Wochen wird daraus auch räumlich Realität.