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Neugestaltung der Bad Honnefer Insel Grafenwerth abgeschlossen

Zeitgleich beginnt Sanierung der Brücke : Neugestaltung der Bad Honnefer Insel Grafenwerth ist abgeschlossen

Die Neugestaltung war nicht unumstritten, stoppen konnten die Kritiker sie nicht: Auf der Insel Grafenwerth in Bad Honnef sind die letzten Arbeiten abgeschlossen. Gut 3,4 Millionen Euro kostete die Aufwertung des überregional beliebten Naherholungsortes. Zugleich beginnt die Sanierung der Brücke.

Bis der Nachwuchs so versiert an den Calisthenics-Geräten turnt wie Moritz Weber und Martin Hennekes vom Team „Barmadness Bonn“, dürfte es dauern. Aber Hangelleiter, Klimmzugstangen & Co. standen ganz oben auf der Wunschliste der Kids, was sie so auch beim Kinder- und Jugendforum der Stadt zu Protokoll gaben. Ihre Wünsche, darunter ein öffentliches Basketballfeld, sind auf der Insel Grafenwerth in Erfüllung gegangen. Die Neugestaltung wurde am Freitag offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Zeitgleich fiel der Startschuss für die Sanierung der Inselbrücke.

Pläne zur Landesgartenschau als Basis

„Grünes Juwel in neuem Glanz“: Diesen Titel trägt die Neugestaltung, die der Stadtrat 2017 einstimmig auf den Weg gebracht hatte. Die planerische wie zeitliche Punktlandung ist laut Bürgermeister Otto Neuhoff der Beleg dafür, dass aus einem Misserfolg ein Erfolg werden kann: Die Pläne lagen nach der verpassten Bewerbung für die Landesgartenschau in der Schublade. Dreh- und Angelpunkt: Die Insel sollte für alle Generationen erlebbar, zugleich die Südspitze der Natur vorbehalten sein. Neue, hochwassersichere Spielgeräte an der Nordspitze, ein barrierefreier Rundweg bis zum Aussichtspunkt Richtung Drachenfels sowie neue Bänke und Fahrradständer sind nur einige der Details. Augenfällig auch: Die Promenade ist schmäler. Und statt grauen Asphalts gibt es einen beigefarbenen, rutschfesten Belag.

Südspitze bleibt der Natur vorbehalten

Die Südspitze bleibt der Natur vorbehalten. Und schon jetzt zeige sich, dass sie durch Besucherlenkung mit Konzentration auf den nördlichen Teil weniger frequentiert, – sprich: weniger vermüllt – sei, so Neuhoff. Auch generell, so Fabiano Pinto, Leiter des Geschäftsbereichs Städtebau, seien anders als von Kritikern beschworen Natur- und Artenschutz gestärkt worden. Bekanntlich hatte vor allem der Bund Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) gerichtlich insistiert, was zum Verzicht einer Ufertreppe geführt hatte, das große Ganze aber unberührt ließ. Laut Carolin Böhm, Leiterin des Fachdienstes Umwelt und Stadtgrün, sind weite Flächen entsiegelt, 6000 Quadratmeter mit regionalem Wildblumensaatgut aufgewertet und viele heimische Bäume gepflanzt worden.

Böse Überraschungen im Boden

3,3 Millionen Euro hatte die Stadt geplant, 3,4 Millionen wurden es am Ende. Angesichts der enormen Preissteigerungen auf dem Bausektor und mancher „böser Überraschung“ sei auch das ein Erfolg, so Neuhoff. Nicht Auenwaldboden, sondern Bauschutt habe man an der Nordspitze vorgefunden. Und ebenso aufwendig – und teuer – entsorgen müssen wie die teerhaltigen Stoffe, die einst unter der alten Promenade verbuddelt worden waren.

Dies alles bei einem Zeitrahmen, der eng gesteckt war: Bis Ende 2021 musste alles fertig sein, sonst wären Fördermittel in Höhe von immerhin fast zwei Millionen Euro verfallen. Dafür, dass es geklappt hat, dankte Neuhoff den Planern, den beteiligten Firmen und seinem Rathausteam: „Die Insel ist ein Aushängeschild für unsere Stadt. Sie ist wichtig für unsere Bürger, aber auch für Strahlkraft auf dem Feld der Naherholung.“

Sanierung der 110 Jahre alten Brücke beginnt

Man habe nicht das Rad neu erfunden, nur die Besonderheit des „Bad Honnefer Central Parks herausgekitzelt“, so Clas Scheele vom Büro RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten. Ähnlich soll es mit der Inselbrücke gehen, deren Sanierung jetzt beginnt. 110 Jahre hat die Brücke auf dem Buckel und sei damit einer der weltweit ältesten Bauwerke in Beton, so Restaurator Gereon Lindlar. „Meist geht man nur darüber, nimmt sie gar nicht besonders wahr. Aber sie ist ein exzellentes Bauwerk“, so Lindlar. Neben technischer Sanierung – mangelnde Statik und Standfestigkeit hatten eine Belastungsobergrenze nötig gemacht – gehe es auch darum, das Denkmal optisch original herzurichten. Etwas zwei Jahre werden für die Arbeiten, deren Technikplanung das Ingenieurbüro  Sommerhäuser & Roxeler übernimmt, veranschlagt. Rund 3,2 Millionen Euro soll das kosten. Aus dem Denkmalförderprogramm NRW und Bundesmitteln fließen 525 000 Euro.