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Siebengebirgs-Dreigestirn: Prinz Michael I., Jungfrau Alfreda und Bauer Frank proklamiert

Siebengebirgs-Dreigestirn : Prinz Michael I., Jungfrau Alfreda und Bauer Frank proklamiert

"Rut un wiess - wie lieb ich dich, rut un wiess, ich jöv et letzte Hemd für dich." Das Jeckenland von Beuel bis Unkel ist seit Samstagabend fest in rot-weißer Hand. Nach einer tollen Proklamation regiert hier das Siebengebirgs-Dreigestirn Prinz Michael I., Jungfrau Alfreda und Bauer Frank von der KG Ziepches Jecke.

Als das Honnefer Stadtsoldatencorps, das Damenkomitee, die Kinder, der Elferrat und die Tanzgarde der Gesellschaft schon längst auf der Bühne standen, ließ das närrische Trio noch immer auf sich warten. Nur der Feder-Kopfputz des Bauern zeigte im dichten Gedränge an, wo im Kursaal das närrische Trio gerade Strüßjer warf, bützte und Freunde aus den Mitgliedsvereinen des Festausschusses Siebengebirge umarmte.

"Lasst Euch Zeit, genießt es", rief Festausschuss-Präsident Dieter Wittmann den Thronaspiranten zu, denen die herrlichen Jecken im Saal noch vor der Amtsübergabe ein wohliges "Entspannungsbad" in der Menge gönnten.

Oben nach gefühlten zwei Stunden angelangt, wurde es dann ernst. Bürgermeisterin Wally Feiden in rot-weißer Gala hatte ihre Proklamationsrede in feine Reime gesetzt. "Die drei vom Gestirn sind nun wahrliche Recken, die alle bekannt sind als Stützen der Ziepches Jecken", hob sie deren Engagement hervor. "Prinz Michael hat Karneval in seinem Blut, und zwar, so sagt man, schon vor der Geburt. Denn vier Jahrzehnte vorher als 'Siebengebirgsprinz Number one' mit dem Opa von Michael Staffel hier alles begann."

Jungfrau Alfreda bezeichnete sie als "Rhöndorfer Prachtgewächs" und versicherte: "Mit 70 Jahren ist Alfred/Alfreda der wahre Zampano, sein Rhöndorf muss glänzen, erst dann ist er froh." Zum Bauern meinte die Stadtchefin: "Im Elferrat der Rhöndorfer Jecken hat er seinen Platz, um das Brauchtum zu hüten als kostbaren Schatz."

Und dann: Trommelfeuer der Eiche-Spielmannsleute, Inthronisation nach Maß. Ziepches-Präsident Udo Krahe setzte Michael I. die Prinzenmütze auf. Dieter Wittmann steckte die Federn an, und Wally Feiden überreichte die Klatsche. Perfekt ausgestattet jubelte der Prinz, riss die Arme hoch und die Musik intonierte: "Ach, wär ich nur ein einzig Mal ein stolzer Prinz im Karneval..." Der Festausschuss-Chef stattete anschließend den Bauern mit dem Dreschflegel aus. "Jetzt haben wir einen fähigen Bauern."

Aber: "Was ist wichtig für das Schönste im Dreigestirn?", fragte Dieter Wittmann. "Der Spiegel!" Und das Jeschmölz im Saal sang: "Oh, wie bist du schön..." Mit allen Insignien der Macht versehen, versprach Prinz Michael: "Ab hück trecke wir Drei und alle Ziepches Jecke im Sibbejebirch in jede Hall und fiere nonstop Karneval!" Was die Narren in den Sälen erwartet, davon konnten sich die Abordnungen der Gesellschaften des Festausschusses Siebengebirge ein Bild machen.

"Ich freue mich auf die jecke Zick", rief Bauer Frank, sprang an den Bühnenrand und legte temperamentvoll los: "Denn wenn et Trömmelche jeht..." Herrlich die Jungfrau, die immer wieder in ihren Spiegel schaute. Oh, sie hatte die Haare schön und das Make-up war auch perfekt. Norbert Ahlert und Horst Meurer vom BDK-Regionalverband Rhein-Sieg-Eifel knieten fast nieder: "Vor Euch steht ein Trifolium der Extraklasse." Sie überreichten den neuen Herrschern den Prinzenorden. Dabei musste Prinz Michael Federn lassen. Während die Pracht wieder zurechtgerückt wurde, spielten die Spielleute prompt: "scheißegal ...ob du Huhn bist oder Hahn..."

Und dann die Premiere: Die Garde der Ziepches Jecke führte ihren grandiosen Silberjubiläumstanz mit viel Akrobatik auf. In luftiger Höhe entrollten sie das Plakat: "Meine Stadt, meine Liebe, mein Verein!" Schließlich sangen alle Karnevalisten im Saal mit dem überglücklichen Dreigestirn das Ziepches-Medley: "...rut un wiess schlät et echte Ziepches Hätz". Ein buntes Programm mit Tanz, Musik und einer grandiosen Verwandlungsshow mit Stefan Dietrich ließ die Jecke noch bis nach Mitternacht aushalten.