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Regensburger Domspatzen in der Pfarrkirche von Bad Honnef

Regensburger Domspatzen in Bad Honnef : Gänsehaut-Momente in der Pfarrkirche

Es war ein Klangerlebnis der ganz besonderen Art: Die Regensburger Domspatzen machten auf ihrer Konzertreise am Samstag Station in Bad Honnef.

Nicht enden wollender Applaus und stehende Ovationen – es war ein Konzert, das noch lange nachklingen wird: Mit ihrem Auftritt am Samstagabend in der Pfarrkirche Sankt Johann Baptist haben die Regensburger Domspatzen das Bad Honnefer Publikum restlos begeistert. Von „wunderbaren und engelsgleichen Stimmen“ war am Ende die Rede, von einem „unglaublichen Klang“ und vom exzellenten Gesang des weltberühmten Knabenchors. Kurzum: „Es war ein Erlebnis, diesen Chor einmal singen zu hören“, fasste es eine Besucherin zusammen.

Insgesamt 41 junge Sänger hatten die Zuhörer mitgenommen auf einen 70-minütigen musikalischen Streifzug, der kreuz und quer durch alle Epochen der Musikgeschichte führte und für zahlreiche Gänsehaut-Momente sorgte. Domkapellmeister Christian Heiß hatte für das aktuelle Konzertprogramm, das unter dem Titel „Erschaffen“ steht, geistliche Kompositionen und Psalm-Vertonungen unter anderem von Giovanni Pierluigi da Palestrina, Heinrich Schütz und Anton Bruckner ausgewählt.

Die Notenmappen blieben geschlossen

Der „Cherubinische Gesang Nummer 3“ von Tschaikowsky war ebenso dabei wie das dreistimmige Chorwerk „Hebe deine Augen auf“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, bei dem insbesondere die Stimmen der jüngsten Sänger wunderbar zur Geltung kamen.

Aber auch neuere Kompositionen zeitgenössischer Komponisten kamen zu Gehör, wie der „269. Psalm“ von Peter Planyavsky, das Stück „Ich will mit dir singen“ von Christian Matthias Heiß und das „Ave Maris Stelle“ von Javier Busto. Hierbei berührte vor allem ein junger Solist der Domspatzen die Herzen der Zuhörer mit einer engelsgleichen Stimme.

Besonders bemerkenswert: Viele der jungen Sänger bestritten das gesamte Konzertprogramm mit seinen insgesamt 15, größtenteils lateinischen Werken, ohne auch nur einmal die Notenmappen aufzuklappen. Wer ein derartiges Klangvolumen hat wie der Regensburger Chor, der benötigt auch keine Begleitung durch Instrumente oder gar ein Orchester: Die Stimmen der Domspatzen wirken für sich und schaffen es mühelos, auch einen großen Kirchenraum mit Musik zu erfüllen.

Schöpfung und Umwelt im Mittelpunkt des Programms

Alle Werke des Programms beschäftigten sich thematisch mit der Schöpfung und der Umwelt, was dem Chor besonders am Herzen liegt. „Wir sind alle eingeladen, hereinzuhören in diese großen Kompositionen der Schöpfung“, so der Bad Honnefer Pfarrer Michael Ottersbach, der sich sichtlich freute, die prominenten Gäste in seiner Kirche begrüßen zu dürfen. Sein Dank galt allen, die in kürzester Zeit den Besuch der Domspatzen ermöglicht und organisiert hatten.

Dass der weltberühmte Knabenchor auf seiner achttägigen Konzertreise quer durch Deutschland auch Station im Siebengebirge gemacht hat, ist in erster Linie dem Kirchenchor an Sankt Johann Baptist zu verdanken. Der nämlich war ziemlich genau vor zwei Jahren, Anfang Oktober 2019, zu einer Chorfahrt nach Regenburg aufgebrochen. Im Dom Sankt Peter, der „Heimat“ der Domspatzen, durften die Bad Honnefer einen Gottesdienst musikalisch gestalten.

Empfang im Bad Honnefer Rathaus

„Der hiesige Kirchenchor wurde so freundlich aufgenommen und begleitet, dass wir bereits seinerzeit über einen Gegenbesuch in Bad Honnef nachdachten“, berichtete Chormitglied Renate Saraj. Doch Corona legte alle Pläne und Überlegungen erst einmal auf Eis. Als die Regensburger Domspatzen nun nach langer Pause ihre erste Konzerttour planten, nahmen sie die Einladung aus Bad Honnef gerne an. „Darauf sind der Kirchenchor, die Stadt Bad Honnef und die hiesige Kolpingfamilie sehr stolz“, wie Saraj betont.

Am Samstagnachmittag stand für die Gäste aus Regenburg erst einmal ein Empfang im Rathaus auf dem Programm, bevor es dann zum Konzert in die gut besuchte Pfarrkirche ging. Coronabedingt war die Besucherzahl limitiert: 300 Gäste hatten das Glück, vorab per Online-Reservierung einen der begehrten Plätze ergattert zu haben. Beim Einlass in das Gotteshaus wurden die 3G-Nachweise streng kontrolliert.

Standing Ovations und anhaltender Applaus waren der Lohn für die jungen Sänger, die erst nach zwei Zugaben entlassen wurden. Nach dem Motto „Safe the Best for Last“ gab es zum Abschluss mit dem „Abendsegen“ aus der Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“ noch ein Stück, dass berührt wie kaum ein anderes. Kein Wunder, dass spätestens danach die meisten Zuhörer die Regensburger liebend gerne zu Bad Honnefer Domspatzen gemacht hätten.