Putzaktion der Rhöndorfer Feuerwehr Was der Trevi-Brunnen in Rom und der Ziepchensbrunnen gemeinsam haben

Rhöndorf · Traditionell am Gründonnerstag hat die Freiwillige Feuerwehr Rhöndorf den Ziepchensbrunnen gesäubert – diesmal bereits zum 75. Mal. Und es gab auch wieder ein paar Fundstücke.

 Für die traditionelle Säuberung des Ziepchesbrunnen in Rhöndorf mussten die Fische vorübergehend ausziehen.

Für die traditionelle Säuberung des Ziepchesbrunnen in Rhöndorf mussten die Fische vorübergehend ausziehen.

Foto: Frank Homann

Ende der 40er-Jahre wurde die seit 1844 bestehende Wasserquelle so umgebaut, wie sie sich heute präsentiert, mit dem Bruchsteingemäuer, der Freskenplatte mit Wasserhahn, der Haube und dem angrenzenden Weiher. „Hier war früher der Löschteich. Deshalb ist diese Säuberungsaktion Tradition bei der Rhöndorfer Feuerwehr“, berichtet Peter Profittlich.

„Das war schon etwas Besonderes, wenn man als Kind mit rein durfte“, erzählt er weiter, während er die mit einem Netz aus dem Teich gehievten Fische nacheinander entgegennahm, um sie in die Zinkwannen gleiten zu lassen. Auch der spätere Löschgruppenführer Hans-Heribert Krahe half schon mit sechs Jahren. Jetzt lenkte er vom Bassinrand aus die Evakuierung der Fische per Netz durch Felix Kirchberg und Nico Zimmermann. Rund um den Teich packten Markus Prinz, Stefan Krahe, Roland Blechschmidt, Tom Hartung und Lennart Gerlach an.

Knud Kayser war schon als Jugendfeuerwehrmann 1972 dabei – „eine schöne Aufgabe ist das stets“, schwärmte er, während reichlich Publikum zuschaute, wie der Teich der Fische auf Hochglanz gebracht wurde. Kayser indes passte auf, dass ständig das frische Quellwasser aus dem Hahn in die zur Kaskade aufgebauten Behälter floss. Ein System, das durch Löcher in den Rändern der übereinandergestapelten Bottiche seit jeher bestens funktioniert.

Entdeckungen im Ziepchensbrunnen

Mit einer Tauchpumpe wurde das Becken geleert und dabei einiges zutage befördert. „Das ist hier wie am Trevi-Brunnen“, meinte Peter Profittlich schmunzelnd, dem Kameraden etliche Münzen reichten. Auch bemalte Steinchen wurden entdeckt. Der spektakulärste Fund bisher war ein Spielzeug-Porsche. Der Junge, der einst seinen Wagen im Wasser versenkt hatte, fieberte damals sehnsüchtig der Bergung durch die Freiwillige Feuerwehr entgegen. Als nun alles raus war, spachtelten die Männer den Algenbelag von den Wänden, die sie mit dem S-Strahlrohr abspritzten.

Währenddessen bestaunten die Pänz die Kiemenatmer in den Bottichen: Karpfen-König Emil II. als würdiger Nachfolger des zahmen Emil I., der mehr als 20 Jahre alt war, als ihn Diebe entwendeten. 1994 hatte er als Geschenk an Profittlichs Vater Einzug gehalten. Neuerdings werden immer wieder Fische gestohlen, so Profittlich, dessen Familie die Fische-Bande vom Ziepchen seit jeher betreut. In dem Nass tummeln sich außerdem Schleien, Goldfische und -orfen.

Vom ersten Großreinemachen ist überliefert: Wehrführer Jakob Braun und dessen Vize Peter Profittlich, der auch bekannt ist für seinen Zoff mit Bundeskanzler Adenauer, standen herausgeputzt in ihren Paradeuniformen am Brunnen. Enkel Peter: „Da platzte der Schlauch. Die beiden bekamen das ganze schlammige Wasser ab.“

Für die Feuerwehrleute hatte Familie Profittlich wie immer den Tisch mit Deftigem gedeckt. „Das Saubermachen steht fest im Dienstplan. Es ist immer Gründonnerstag, weil die Algen für den Spinat gebraucht werden“, erzählte Peter Profittlich einen Witz seines legendären Großvaters im Zeichen des Ziepchens und seiner tollen „Hechte“.

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