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Schüler aus Bad Honnef lernen mit Schafen

Projekt Obstwiesenpädagogik : Schüler aus Bad Honnef lernen mit Schafen auf der Wiese

Drei Klassen des Gymnasiums Schloss Hagerhof haben die Biologische Station im Mucherwiesental besucht. Der Unterricht mit Schafen im Grünen ist Teil des Projekts Obstwiesenpädagogik.

Unterricht unter blauem Himmel und mit echten Schafe: Drei Klassen des Gymnasiums Schloss Hagerhof haben jetzt einen Schultag auf der Streuobstwiese im Mucherwiesental absolviert. Die Schüler hatten sichtlich viel Spaß daran.

Der Ausflug ins Grüne war Teil des Projekts Obstwiesenpädagogik. An vier Modulen erlebten die Mädchen und Jungen der Klassen 6a, 7a und 7c Natur pur. Dicht umringt war das Gatter, hinter dem vier Schafe der Rasse weiße ungehörnte Heidschnucken standen. Lukas Schreck präsentierte die Heidschnucken von der Biologischen Station in Eitorf und beantwortete den Kindern alle Fragen.

„Personalausweis“ für Schafe

Warum etwa haben die Tiere Ohrmarken an beiden Ohren? Die sind so etwas wie ein „Personalausweis“. Und warum tragen sie an beiden Ohren diese Kennzeichnung? Weil beim Weiden in kratzigen Dornenhecken auch schon mal eine hängenbleiben kann. Ein Mädchen fragte, ob die Schafe wissen, wie sie aussehen. Zumindest können sie sich 30 bis 40 Gesichter merken – die aus ihrer Herde und auch die der sie umsorgenden Menschen, erklärte Lukas Schreck. Er zeigte den Schülern die bemerkenswerten Augen. Schafe haben waagerecht langgezogene Pupillen und somit ein weites Sehfeld – quasi ein Panoramablick auf den Boden beim Grasen. Sie können so auch lauernde Raubtiere frühzeitig erkennen.

Danach bastelten die Schüler Anhänger aus Schafwolle und Mäusedraht. „Die Kinder nehmen die mit nach Hause und hängen sie im nächsten Jahr als Nester für die Vögel nach draußen“, erläuterte Eike Rilinger vom Naturpark Siebengebirge.

Nisthilfen für Insekten

Kräuterhexen hätten ihre wahre Freude gehabt an den elf- bis 13-jährigen Hagerhofern. Sie lernten Wildkräuter kennen – von Gundermann über Brennnessel bis Oregano – und suchten sie danach auf der Wiese. Kleingezupft kamen sie in Quark, den es zu Brötchen gab. Jede Gruppe rührte ihren eigenen Aufstrich an, würzte mit Salz und Pfeffer – ein Genuss in der Pause.

„Das Sammeln der Kräuter macht wirklich Spaß“, meinte Suzanne, „auch das Sammeln von Äpfeln.“ Dieser Tag sei eine Abwechslung vom Unterricht. Ihre Klassenkameradin Victoria stimmte ihr voll zu. Besonders interessant fand sie, Insektennisthilfen zu bauen.

Theorie und Praxis

Schilfrohrplatten, Lehm und Holzstücke, die durchbohrt werden mussten, waren dazu erforderlich. „Wir haben auch Nisthilfen auf unseren Streuobstwiesen am Hagerhof“, berichtete Jürgen Berg, Ganztagskoordinator am Hagerhof, der die Schüler mit seinem Lehrerkollegen Tobias Kehm und Lehramtsstudenten begleitete. Die Vorbereitung hatte Dirk Krämer übernommen.

„Das ist Montessori pur. Die Schüler erlernen neben der Theorie auch die Praxis. Wir machen bei diesem Projekt gerne mit, es lohnt sich. Es ist eine tolle Kooperation“, sagte Berg. Auch Xenia Scherz, Mitarbeiterin der Biologischen Station, und Umweltpädagoge Michel Treppesch, die viel erklärten, waren sehr zufrieden.

Schüler machen Apfelsaft

Die gesammelten Äpfel wurden von den Schülern noch verarbeitet. Remo, Valentin, Helena und Nils schnippelten die gewaschenen Früchte klein, entfernten faule Stelle. „Nicht in die Finger schneiden“, warnte Alicia, die bei der Biologischen Station ihr Freiwilliges Soziales Jahr leistet. Carla, Celine und Jessy beförderten die Apfelstücke in die Ratsche, die mit etwas Krafteinsatz gedreht werden musste. „Da bekommt man Muskelkater“, meinte Carla.

Maren Isfort von der Biologischen Station war erfreut: „Die Kinder sind mit Enthusiasmus bei der Sache.“ Danach ging die Maische noch in die Presse – fertig war der Apfelsaft. Und weil er aus fünf verschiedenen Apfelsorten stammte, war er besonders aromatisch. Jeder Schüler bekam noch ein Saftfläschchen mit nach Hause.