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Siebengebirge: Wildschwein-Lage hat sich entspannt - neue Welle im Herbst

Neue Welle im Herbst erwartet : Wildschwein-Lage im Siebengebirge hat sich entspannt

Jäger haben im vergangenen Jahr 300 Wildschweine im Siebengebirge erlegt. Für den Herbst erwarten sie eine neue Welle. Die sogenannten „Stadtschweine“ hätten sich etabliert.

„Unsere Jägerschaft war sehr aktiv“, sagte Gerrit Schöne-Warnefeld vom Bad Honnefer Ordnungsamt im Ausschuss für Umwelt, Wald, Verkehr, Feuerschutz und Rettungswesen. Im Siebengebirge wurden im Jagdjahr 2019/2020, von April bis Ende März, 300 Schweine geschossen, davon 145 Exemplare allein auf der 170 Hektar fassenden Fläche des Jagdbezirks Bad Honnef I, das die Wohnbebauung umschließt.

Bei der jüngsten Begehung habe es vom Vertreter der NRW-Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung ein Lob gegeben an die Pächter und Jäger. „Es hat sich gegenwärtig deutlich entspannt“, so Schöne-Warnefeld. Vor Kurzem habe es noch einen Wildschwein-Vorfall an der B42 gegeben. Am Ohbach hätten drei Grundstückseigentümer einen Rückschnitt vorgenommen, um den Schweinen das gemütliche Zuhause zu nehmen. An anderen Stellen würde sich durch Bebauung das Problem erledigen – so auf einem Grundstück Im Krahfuß und an der Schaaffhausenstraße.

Schöne-Warnefeld: „Eine neue Welle erwarten wir im Herbst, man kann sich kaum wehren. Das sind Stadtschweine, die haben sich etabliert.“ Von Verwaltungsseite könne immer nur an die Bürger appelliert werden, auf ihr Verhalten zu achten. Für Betroffene, in deren Gärten die Wildschweine im Wortsinn die Sau machten, bliebe lediglich der Rat, eine leider sehr kostenaufwendige Umfriedung ihres Grundstücks vorzunehmen. Denn die Wildschweine fühlten sich in der Nähe des Menschen längst pudelwohl. Neben zahlreichen Verstecken böte das urbane Leben den Tieren ein üppiges Futterangebot.

Unbeabsichtigte Fütterungen

Und der häusliche Komposthaufen, Pflanzknollen oder Früchte vom Baum stellten quasi eine unbeabsichtigte Fütterung dar. Diese attraktiven Nahrungsquellen werden ergänzt durch Eiweiße, die von den Schweinen beim Umbrechen gepflegter Gärten zu sich genommen werden – in Form von Regenwürmern, Engerlingen oder eiweißhaltigem Dünger. Und so halten sich die Borstentiere tagsüber in verwilderten Bereichen auf und hinterlassen in den Gärten nachts ihre Visitenkarten.

Hans-Heribert Krahe, Jagdaufseher im Jagdbezirk I und Ausschussmitglied, wollte wissen, ob Verfügungen ausgesprochen wurden. „Wir setzen auf Information, regen an, die Grundstücke zu umfrieden und Wildwuchs zu beseitigen“, so Erster Beigeordneter Holger Heuser. Die Jägerschaft bemühe sich, durch gezieltes Bejagen außerhalb der befriedeten Gebiete die Population des Schwarzwildes einzudämmen.

Die Verwaltung werde, so Heuser, alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen, um die Zahl der Wildschweine in bewohnten Gebieten so weit wie möglich einzudämmen. Denn fraglos würden die Schweine von der Bevölkerung zunehmend als Gefahr angesehen. Für das vierte Quartal ist eine Drückjagd im Stadtwald vorgesehen. Wie große Jagden in Corona-Zeiten aussehen? Ausschussmitglied und Forstamtsleiter Stephan Schütte: „Das wird schwierig.“