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Stadt Bad Honnef baut in Aegidienberg Hallenbad für 4,5 Millionen Euro.

Baukosten von 4,5 Millionen Euro : Neues Lehrschwimmbad für Aegidienberg wird ab August gebaut

Im Herbst 2019 war das marode Lehrschwimmbad in Aegidienberg abgerissen worden, ab August wird an derselben Stelle der Neubau beginnen. Geplant ist, das neue Bad Ende 2021 an die Schwimmer zu übergeben.

Am 10. August soll es losgehen: Dann beginnt in Aegidienberg der Neubau des Lehrschwimmbeckens neben der Theodor-Weinz-Grundschule. Damit startet der Bau zwar später als geplant, der Startschuss verzögert sich laut Stadt Bad Honnef um etwa ein halbes Jahr. Aber: Das neue Hallenbad soll bis Ende 2021 stehen. Und obwohl sich einige technische und energetische Planungen als umfangreicher und langwieriger herausgestellt hätten als gedacht, könne die Kalkulation von 4,5 Millionen Euro gehalten werden.

Mit dem Ja des Betriebsausschusses zur Vergabe habe das neue Hallenbad Ende April eine weitere wichtige Hürde genommen, so die Stadt. Im Betriebsausschuss wurde demnach grünes Licht gegeben, um die Rohbauarbeiten an das Bauunternehmen Mogendorf und Schmitz in Mülheim-Kärlich zu vergeben. Vorbehaltlich der Unwägbarkeiten durch die Corona-Pandemie sei eine Fertigstellung und Übergabe des Lehrschwimmbeckens für den 31. Dezember 2021 geplant.

Wie berichtet, war das alte Bad marode und schließlich im Herbst 2019 abgerissen worden. In den kommenden Wochen soll nun die Baugrube für die Arbeiten vorbereitet werden, berichtet Hans-Joachim Lampe-Booms, Leiter der Bad Honnefer Bäder: Ein Niederkasseler Fachbetrieb, der auch das seit Ende 2018 aufgrund statischer Mängel geschlossene Bad abgerissen hatte, werde zunächst die Baugrube leerpumpen, mit einer Drainage und einem sogenannten Pumpensumpf trocken legen und für die Rohbauarbeiten vorbereiten. Parallel zur Vergabe des Rohbaus sei das Unternehmen Bodan Schwimmbadbau aus Kressbronn mit der Erstellung eines Edelstahlbeckens und eines neuen Hubbodens beauftragt worden.

Architektonisch unauffällig

Der Entwurf für das neue Schwimmbad orientiere sich an strengen energetischen und technischen Vorgaben, betont Lampe-Booms: „Das Gebäude wird, vereinfacht gesagt, optisch ein Standardbauwerk ohne architektonische Auffälligkeiten wie etwa große Glasfronten, die man aus privaten Freizeitbädern kennt.“ Im Vordergrund gestanden hätten niedrigere Baukosten und insbesondere auch niedrigere Betriebskosten. Durch nicht zu große Fenster und eine entsprechend hochwertige Dämmung der Wände sei es gelungen, hier hohe Standards einzuhalten. Zudem: Dadurch sei es möglich, einen staatlich geförderten Kredit der KfW-Bank zu nutzen. Der Energieverbrauch des Bades werde deutlich unter dem liegen, was Schwimmbäder vergleichbarer Größe brauchen: bei etwa 55 Prozent des sonst üblichen Energiebedarfs.

Nachhaltiges Energiekonzept

Nachhaltig sei auch eine neue Wärmequelle. So erhält das Gebäude wie berichtet einen Fernwärmeanschluss der Bad Honnef AG und somit Wärme aus dem benachbarten Schulzentrum. Die Technik dort werde gerade saniert. Die Wärme werde rund um die Uhr benötigt, um das 25 Meter lange und drei Bahnen breite Lehrschwimmbecken konstant auf etwa 27 Grad Celsius Wassertemperatur zu erwärmen. „Erwärmt wird neben dem Wasser auch die Luft des Schwimmbads“, so Lampe-Booms.

Die Steuerung der Wärme und der Luftfeuchtigkeit in Schwimmbädern durch eine professionelle Be- und Entlüftung sei wichtig und normalerweise auch sehr energieintensiv. Durch eine sogenannte Wärmerückgewinnung – der Abluft wird, bevor sie das Gebäude verlässt, ein Großteil der Wärme entzogen und die Frischluft damit vorgewärmt – würden zusätzlich Energie und Betriebskosten eingespart. Ein Teil des Stroms für die Lüftungstechnik komme von einer neuen Photovoltaikanlage.

Eine Premiere in den Schwimmbädern der Stadt feiere die neue Hubbodentechnik: Der Hubboden sei 12,5 Metern lang und reiche damit über die Hälfte der Beckenlänge. Er könne bis an die Wasseroberfläche gefahren und stufenlos vom Beckenrand aus betreten werden. Das erleichtere auch Vorbereitungen für spezielle Kurse etwa mit Unterwasserfahrrädern. Der Hubboden sei zudem kombinierbar mit einer Treppe. So sei bei jeder eingestellten Wassertiefe der sichere Zugang mit Handlauf möglich.