Ein Jahr nach Kreißsaal-Schließung Verein entwickelt Konzept für Geburtshaus in Bad Honnef

Bad Honnef · Ein Jahr nach der Schließung der geburtshilflichen Abteilung im Bad Honnefer Krankenhaus hat sich die Lage für werdende Eltern in der Region nicht wieder entspannt. Nun wird ein Geburtshaus geplant.

 Kinder werden im Bad Honnefer Cura-Krankenhaus nicht mehr geboren. Kreißsaal und geburtshilfliche Abteilung sind seit einem Jahr geschlossen. Deshalb wird in Bad Honnef jetzt ein Konzept für ein Geburtshaus entwickelt.

Kinder werden im Bad Honnefer Cura-Krankenhaus nicht mehr geboren. Kreißsaal und geburtshilfliche Abteilung sind seit einem Jahr geschlossen. Deshalb wird in Bad Honnef jetzt ein Konzept für ein Geburtshaus entwickelt.

Foto: Frank Homann

Auch genau ein Jahr, nachdem der Kreißsaal im Bad Honnefer Cura-Krankenhaus für immer seine Pforten geschlossen hat, wirkt diese Entscheidung nach. Wie berichtet, war die gynäkologische und geburtshilfliche Station in der Bad Honnefer Klinik zum 1. Februar geschlossen worden. „Das Schließen der Station in Bad Honnef befeuerte die prekäre Lage in der Geburtshilfe in unserer Region weiter, und die Lage ist seit einem Jahr unverändert schlecht“, sagt Catharina Jäger, Vorsitzende des Vereins Geburtshilfe und Familiengesundheit.

Wie mehrfach berichtet, hatte sich der Verein formiert, nachdem nach einer vorübergehenden Schließung der Station über Weihnachten und Neujahr nur wenige Wochen später das endgültige Aus verkündet worden war. Der Träger des Krankenhauses im Bad Honnefer Zentrum, die Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO), hatte damit argumentiert, dass Fachkräftemangel und der zunehmende finanzielle Druck auf Krankenhäuser den Auslöser für die Entscheidung gegeben hätten. Die Abteilung werde darum in die rechtsrheinischen GFO-Kliniken in Troisdorf und Sieglar sowie linksrheinisch in das Bonner Sankt Marien Hospital integriert.

Nur wenige Betten auf den Wochenstationen

Der Verein stellt zum Jahrestag fest, dass die Lage für Frauen und Familien in der Region „unverändert schlecht“ sei. Es gebe kein wohnortnahes Geburtshilfeangebot, nur noch wenige Kreißsäle und wenige Betten auf den Wochenstationen. Das Personal sei zudem weiterhin knapp.

Die wenigen übrig gebliebenen Kreißsäle in Bonn, Sieglar und Neuwied arbeiteten immer wieder „am Limit“, teilt der Verein mit. Oft könnten Kreißsäle mangels Personal oder aufgrund hoher Auslastung gar keine Frauen mehr aufnehmen. Wie berichtet, hatten werdende Eltern aus Bonn zuletzt mehrere Kliniken vergeblich angefahren und waren schließlich in Porz gelandet. Hebammen in der Nachsorge schlügen ebenfalls Alarm, weil Mütter und Kinder nach der Geburt teilweise zu früh entlassen werden, um die Betten auf den Wochenstationen freizubekommen.

„Tag für Geburtshilfe“ im April

Der Verein plant, ein Geburtshaus zu installieren. Dazu wird gegenwärtig ein Konzept entwickelt, gemeinsam mit Hebammen. Ziel sei es, Familien in Bad Honnef, Königswinter und im nördlichen Kreis Neuwied ein wohnortnahes Angebot zu machen. Dies könne rein quantitativ die zuletzt rund 500 Geburten jährlich im Bad Honnefer Krankenhaus nicht ersetzen. Zugleich könne es Frauen eine sehr gute qualitative Alternative bieten. Zumal dann, wenn sie kerngesund sind und nicht etwa eine Risikoschwangerschaft oder Mehrlingsgeburt vorliegt.

„Wir sind guter Dinge, dass wir bald ein Konzept vorstellen und auf Personalsuche gehen können“, sagt Nicole Luhmer, Hebamme, sachkundige Beraterin und Vereinsmitglied. Um zu informieren und für das Ansinnen zu werben, plant der Verein am 29. April einen „Tag für Geburtshilfe“. Dort soll dann auch das Konzept für ein Geburtshaus vorgestellt werden.