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Viele Besucher am Forsthaus Lohrberg: Verein informiert über Naturschutz im Siebengebirge

Viele Besucher am Forsthaus Lohrberg : Verein informiert über Naturschutz im Siebengebirge

Zahlreiche Besucher kommen zum Siebengebirgstag des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge und informieren sich über Flora und Fauna der Region. Eine Premiere gab es für den "Kaffee Siebengebirge".

Ob es sich um eine „Simona“ oder einen „Simon“ handelt, konnte noch nicht festgestellt werden – das erst vier Tage alte braun-weiß gescheckte Lämmchen eroberte jedenfalls beim Siebengebirgstag die Herzen der Besucher.

Übermütig sprang das Minischäfchen über das Wiesenstück am Forsthaus Lohrberg, das die Mitarbeiter der Biologischen Station im Rhein-Sieg-Kreis für die kleine Skudden-Herde eingezäunt hatten. Die Tiere fungierten beim Tag der offenen Tür des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (VVS) als Anschauungsobjekte, denn schließlich übernehmen Schafe als tierische Rasenmäher eine wichtige Aufgabe in der Landschaftspflege.

Einen deutlich niedrigeren Kuschelfaktor hatten die Käferlarven, die man am Stand der Sektion Siegburg des Deutschen Alpenvereins unter dem Mikroskop betrachten konnte. Die Alpinisten waren erstmals bei der VVS-Veranstaltung dabei, und das nicht ohne Grund: „Wir sind nicht nur Mitglied des VVS, der Alpenverein ist auch der größte Naturschutzverband Deutschlands“, erläuterte Reiner Rechmann, Vorsitzender der Sektion Siegburg.

Da den Mitgliedern die Umwelt, die erwandert oder erklettert wird, „naturgemäß“ sehr am Herzen liege, wolle man die Aktivitäten im Bereich Naturschutz ausbauen. So konnten sich Besucher am Stand anschaulich über die verschiedenen Gesteins- und Holzarten im Siebengebirge informieren und dabei Erstaunliches erfahren. Zum Beispiel, dass die Samen des Riesenmammutbaums, der unter anderem am Jugendhof Rheinland wächst, erst durch Feuer keimfähig werden. Oder dass Flieder und Rosskastanie durch die Wuchsart ihres Holzes eingebaute „Blitzableiter“ besitzen.

Kaffeebohnen aus Ruanda

Rund um das Forsthaus Lohrberg gab es aber nicht nur viel Wissenswertes zu erfahren, die Besucher erlebten auch eine Premiere: Der neue „Kaffee Siebengebirge“ wurde vorgestellt. Viele Monate hatten Barbara Stiller und Thomas Schmidt am perfekten „Blend“ ihrer Kaffeerarität gefeilt, bevor der Siebengebirgskaffee in den Handel kommen konnte. Das Besondere: „Mit jeder Tasse Kaffee, die getrunken wird, geht eine Spende an den VVS zur Pflege und Erhalt des Siebengebirges“, so Schmidt, der als Inhaber der Bad Honnefer Kaffeerösterei Bongusta schon so manche exquisite Komposition kreiert hat.

Die Bohnen für die neue Mischung kommen „aus dem Land der 1000 Hügel – aus Ruanda – direkt ins Siebengebirge“ und sind nach Aussagen von Schmidt „fair direkt gehandelt“. Für Barbara Stiller aus Königswinter ist der Siebengebirgskaffee ein Herzensprojekt: „Beim Kaffee habe ich immer schon das Besondere gemocht. Durch das Spendenprojekt lässt sich Genuss und Gutes zu tun ganz wunderbar verbinden.“ Auch andere gemeinnützige Vereine aus der Region können sich unter www.kaffee-siebengebirge.de für die Teilnahme am Spendenprojekt bewerben.

Immer wieder ein Genuss ist auch der Honig aus der „Region der sieben Berge“. Gerti Reicheneder-Müller, Vorsitzende des Imkervereins Siebengebirge, hatte für Honigliebhaber gute Nachrichten: Das Siebengebirge ist bislang vom Bienensterben verschont geblieben: „Wir haben hier noch ein Paradies für Bienen.“

Bienen sind fleißig bei der Arbeit

Dank des guten Wetters seien die Bienen auch schon fleißig bei der Arbeit. Mitte bis Ende Mai, so schätzte Reicheneder-Müller, werde man den ersten neuen Honig bei den insgesamt 106 Imkern des Vereins kaufen können. Wer nicht so lange warten wollte, konnte sich bei Reicheneder-Müller noch mit Honig aus dem vergangenen Jahr eindecken.

Trubel wie im Bienenstock herrschte an diesem Tag aber nicht nur am Stand des Imkervereins. Der Vorstand des VVS freute sich, dass bei dem schönen Wetter die Besucher nur so auf das Gelände des Naturparkhauses strömten. Eine Menge Spaß hatten die Kinder: Sie konnten sich zum Beispiel bei zwei Führungen auf die Spuren von Käfer, Ameise, Spinne, Zecke und Co. begeben, sich von den Mitgliedern der VVS-Jugend schminken lassen oder unter Anleitung von Friederike Vogt und Barbara Raths Fledermäuse basteln.

„Das Thema Fledermäuse ist für Kinder besonders faszinierend, da es immer auch ein bisschen gruselig ist“, sagte Vogt, die auch ein Quiz und Spiele rund um die nächtlichen Jäger vorbereitet hatte. Die selbst gebastelten Exemplare aus Tannenzapfen sahen mit ihren Kulleraugen allerdings eher „zum Mitnehmen“ niedlich aus.