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Vereinssport: Bad Honnef schließt Sporthalle am Menzenberg

Schadstoffe im Dach : Stadt Bad Honnef schließt Sporthalle am Menzenberg

Hiobsbotschaft für Vereine und Schulen: Die Stadt Bad Honnef hat die Sporthalle am Menzenberg mit sofortiger Wirkung geschlossen. Schuld sind Schadstoffe im Dach.

Schlechte Nachrichten für alle Vereine und Schulklassen, die in der Menzenberger Halle alsbald wieder Sport treiben wollen: Die Stadt hat die Halle am Montagabend mit sofortiger Wirkung geschlossen. Grund sind die Ergebnisse eines externen Gutachtens, nach dem im Dach der Sportanlage mit Schadstoffen belastete Dämmmaterialien verbaut worden sind. Das Gutachten liege der Stadt seit Montag vor, hieß es. Man habe umgehend reagieren müssen und die Halle bis auf weiteres für den gesamten Vereins- und Schulsport geschlossen.

Betroffen davon sind die Schulen Sankt Josef, Siebengebirgsgymnasium und Sankt Martinus; wie viele Klassen dort bis zu den Ferien hätten ihren Schulsport starten sollen, wird bis Mittwoch feststehen, so die Stadt auf Anfrage. Zu den betroffenen Vereinen zählen unter anderem der TV Eiche, die Basketballer der Dragons Rhöndorf sowie die Tischtennis-Freunde.

Sanierung geplant

Wie berichtet, plant die Stadt eine Sanierung des Stadions und den Ausbau zu einer Quartiersmitte mit einem Anbau an der Halle. Für die Sanierung erhält die Stadt aus Bundesmitteln einen Zuschuss in Höhe von fast 1,6 Millionen Euro. Das vor exakt 50 Jahren eröffnete und in die Jahre gekommene Stadion soll rundum saniert werden.

Ziel sind die Sanierung der Außenanlagen und dortigen Sporteinrichtungen sowie die Schaffung einer „multifunktionalen Quartiersmitte“. Diese, so die Grundidee, könne neben dem Sport auch für kulturelle Anlässe genutzt werden. Dazu soll an die bestehende Halle ein Foyer angebaut werden. Der Anbau soll bei Sportveranstaltungen und kulturellen Anlässen sowie für Vereine, Schule und Offene Ganztagsschule genutzt werden.

Schadstoffsanierung in den Ferien

Im Mai hatte ein Gutachter den Komplex im Vorgriff auf die anstehenden Umgestaltungen und Sanierungen unter die Lupe genommen. Mit einschneidendem Ausgang für die Sportler, wie sich zeigen sollte. Die Untersuchungen ergaben, dass im Dach der in den 80-er Jahren fertiggestellten Sporthalle Dämmmaterilien verwendet wurden, die mit Schadstoffen belastet sind. Es handelt sich laut Stadt um Baustoffe, die mit Glasfasern belastet sind. Glasfasern, die bei der Herstellung zwar fest im Baustoff gebunden wurden, gelten als Schadstoffe.

Um auszuschließen, dass Glasfasern aus der Dachdämmung in die Raumluft der Turnhalle gelangt sind, seien schon am Montag Proben für eine sogenannte Raumluftmessung genommen worden, so die Stadt weiter. Die Stadt rechnet mit einem Ergebnis im Juni. So oder so sollen die belasteten Baustoffe entfernt werden, und zwar in den Sommerferien. Die Arbeiten sollen dann bis zum Schuljahresbeginn 2021/2022 abgeschlossen sein. Bis dahin werden die Sportler auf die Menzenberger Halle allerdings verzichten müssen.