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Von Hockey bis Rudern: Kinder testen neue Sportarten in Bad Honnef

Programm „Sportplatz Kommune“ : Von Hockey bis Rudern: Kinder testen neue Sportarten in Bad Honnef

Fünf Bad Honnefer Sportvereine beteiligen sich an der Aktion „Sportplatz Kommune“ und bringen Kinder in Bewegung. Dahinter steckt eine Initiative der NRW-Landesregierung.

Was ist Back- und Steuerbord, wo befinden sich Bug und Heck in einem Boot, worin liegt der Unterschied zwischen Skullen und Riemenrudern? Niklas, die beiden Lars, Levi, Benedikt und Maren erfuhren beim Wassersportverein Bad Honnef (WSVH) nicht nur Grundlegendes übers Rudern, sie durften auch auf dem toten Rheinarm bei Grafenwerth erstmals aufs Wasser.

Möglich machte das die Aktion „Sportplatz Kommune – Kinder- und Jugendsport fördern in NRW“, die während der Sommerferien in Bad Honnef läuft. Der Wassersportverein macht unter dem Motto „Pfeilschnell auf dem Rhein“ ebenso wie der TV Eiche, der Leichtathletik-Verein, die Dragons Rhöndorf und der Hockey-Club mit. Die fünf Vereine bieten Sport zum Schnuppern an.

Dahinter steckt eine Initiative der nordrhein-westfälischen Landesregierung, die mit Kommunen, Stadt- und Kreissportverbänden sowie Vereinen besonders Kinder und Jugendliche als Zielgruppe im Blick hat. Bei ihnen soll frühzeitig die Freude an Bewegung geweckt und in den Alltag integriert werden.

Das Projekt „Sportplatz Kommune“ läuft über vier Jahre

Bad Honnef hat sich erfolgreich in einem Auswahlverfahren um Fördermittel für dieses Projekt beworben, das insgesamt vier Jahre laufen soll. Corona verhinderte allerdings die ursprünglichen Pläne, von Ostern bis Oktober Angebote zu machen. Koordinator Ansgar Siemens stellte nach den ersten Lockerungen ein komprimiertes Programm von Juni bis August zusammen. Vor dem Lockdown hatte er bereits bei den Vereinen nachgefragt, wer mitmachen möchte.

Beim Leichtathletik-Verein hieß es an etlichen Tagen: „Springen, hüpfen, werfen“ – hier wurden Kinder getrennt in zwei Altersgruppen betreut. Unter dem Motto „Spiel und Spaß für Kids und Eltern“ richtete sich das Angebot des TV Eiche sogar an Kinder ab 18 Monaten. „Ab in den Korb“: Das ist die Einladung der Dragons für den 28. Juli und 4. August an Basketballinteressierte von fünf bis neun Jahren.

Nach einer kurzen Einführung in die Bewegungen ging es für die Kinder beim WSVH gleich aufs Wasser. Foto: Frank Homann

Beim Wassersportverein lernten die sechs Kinder zwischen elf und 13 Jahren auf dem Ruderergometer im Kraftraum des Wassersportvereins die Grundbewegungen, bevor sie in die Boote einsteigen durften. Jugendtrainer Felix von Kolke, Sören Dressel und Stephan Thiesen nahmen die Kinder unter ihre Fittiche. Zunächst sollten sie nur aus den Armen heraus rudern, dann auch die Beine mitbenutzen und die Bewegungen koordinieren.

Das machte ihnen offenbar Spaß und vielleicht werden sie nach „Sportplatz Kommune“ künftig ja auch zum allgemeinen Jugendtraining des Wassersportvereins kommen. „Das würde uns sehr freuen“, kommentierte Felix von Kolke. Auch WSVH-Trainingsleiter Ferdinand Hardinghaus betonte: „Wir brauchen Nachwuchs. Sportplatz Kommune ist ein Weg, um neue Leute zu überzeugen. Wir führen aber auch jedes Jahr Schnupperrudern durch.“

Mitglieder der Herrenmannschaft betreuen die Kinder

Beim Hockey-Club sind Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren willkommen. HCH-Vorsitzender Wilhelm Strohmeier: „Wir waren sehr skeptisch, weil die Teilnehmer für jeden einzelnen Termin angemeldet werden müssen. Aber dann kamen 16 zum ersten, 18 zum zweiten und 14 zum dritten Termin.“ Die Möglichkeit zum Schnuppern wird noch an drei weiteren Freitagen (24. und 31. Juli sowie 7. August) unter dem Titel „Bälle und Schläger“ bestehen.

Betreut werden die Teilnehmer auch von Mitgliedern der früheren erfolgreichen Ersten Herrenmannschaft, wie Stefan Thomas, Peter Lahr oder Jens Rammrath. Und die Kinder hatten großen Spaß, zum ersten Mal mit einem Hockeyschläger über den perfekt gepflegten Rasen zu jagen. „Durch diese Aktion haben wir jedenfalls den Fuß in der Tür, um weiteren Nachwuchs zu bekommen“, so Strohmeier, „es ist eine Win-win-Situation, die Kinder haben Freude, die Eltern auch.“

Beim HCH gibt es eine Elternmannschaft, die R(H)einschläger“, die in dem Traditionsclub sehr aktiv ist.