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Neuer Bildband: Was der Reiseführer vom Siebengebirge nicht zeigt

Neuer Bildband : Was der Reiseführer vom Siebengebirge nicht zeigt

Die Fotografen Alfred Büllesbach und Michael Klein haben ihr drittes gemeinsames Buch herausgegeben. Es enthält 77 Aufnahmen aus dem Siebengebirge, die auch kaum bekannte Perspektiven zeigen.

Wer Alfred Büllesbach und Michael Klein nach dem besonderen Reiz des Siebengebirges fragt, erhält eine klare Antwort. „Es ist die perfekte Mischung aus Kultur und Natur“, sagt Büllesbach. „Das gibt es in dieser Form nicht häufig.“

Seit Jahren spüren die beiden Fotografen dem Reiz dieser Landschaft nach. 77 Bilder sind nun in den dritten Bildband des Duos aufgenommen worden, den sie gemeinsam mit Oliver Bremm, Geschäftsführer der Tourismus Siebengebirge GmbH, vorstellten. Der Titel: „Siebengebirge – Rund um den Drachenfels“.

Bereits vor rund sechs Jahren haben sich Büllesbach und Klein, die sich Mitte der 80er Jahre während ihrer Fotografenausbildung in Berlin kennenlernten, mit dem Siebengebirge beschäftigt und die Ergebnisse ihrer Streifzüge mit der Kamera in einem ersten Band publiziert.

„Damals jedoch“, so erinnert sich Klein, „waren zum Beispiel noch die Umbauarbeiten an der Talstation der Drachenfelsbahn und auf dem Drachenfels im Gange.“ Obgleich viele Motive identisch seien, habe sich in den vergangenen Jahren doch einiges verändert.

Die Landschaft mit neuem Blick gesehen

Innenaufnahmen von Schloss Drachenburg, das Siebengebirgsmuseum, Wegesteine am Stenzelberg seien neu hinzugekommen. Dazu seien ganze Straßenzüge neu entstanden, etwa in Thomasberg. „Und auch unser eigener Blick auf die Landschaft hat sich weiterentwickelt“, so Klein. „Ich fotografiere heute einfach anders als noch vor zehn Jahren.“

Bremm gefällt insbesondere, dass das Duo auch die eher ungewöhnlichen Orte vor die Linse genommen hat. „Sie zeigen die Landschaft hinter den sieben Bergen“, sagt er. „Aufnahmen von Stieldorf, Quirrenbach, Eisbach oder aber auch vom Ittenbacher Friedhof finden sich eben nicht in einem klassischen Reiseführer.“

Entsprechend ist der Bildband einerseits gedacht für alle, die sich über das Siebengebirge informieren möchten, andererseits aber dürfte auch so mancher Ureinwohner neue Perspektiven auf sein Zuhause finden. Klein: „Die Idee war es, die Vielseitigkeit des Siebengebirges zwischen dem Rheintal und dem Pleiser Ländchen zu zeigen.“

Die beiden Autoren ergänzen sich

Rund zwei Jahre haben die beiden Fotografen an dem Band gearbeitet. Klein, gebürtiger Bonner, der heute nach Stationen in Berlin und Hessen in Rösrath lebt, ist dabei eher der Mann mit dem Blick für die Architektur, „was sicher auch meiner Tätigkeit als Industriefotograf geschuldet ist“, wie er sagt.

Landschaftsfotografien hingegen sind das Metier Büllesbachs, der etwa von der Gipfelstation der Drachenfelsbahn aus den Blick über die Breiberge in flammenroter Farbpracht festgehalten hat. Eine gute Ergänzung, wie beide finden, die sich auch beim zweiten Bildband der beiden mit dem Titel „An Rhein, Sieg und Wied“ bewährt habe.

Büllesbach ist in Asbach geboren, hat viele Jahre in Hamburg gelebt und ist vor Kurzem wieder in seinen Geburtsort zurückgekehrt – auch er hat also „Siebengebirgsprägung“. „Unsere Idee war es, einen Band mit atmosphärischen Bildern zu schaffen“, sagt er. „Es ging uns weniger darum, dokumentarisch zu arbeiten. Und da braucht es dann auch schon mal Mut zur Lücke.“

Der "Holländer-Berg" ist ein Mythos

Auf 95 Seiten sind die farbigen und schwarz-weißen Fotografien angeordnet, jeweils versehen mit kurzen erklärenden Texten, die Büllesbach verfasst hat. Neu ist, dass es dieses Mal auch eine englische Übersetzung gibt. „Das war eine Anregung, die wir aus den vorherigen Bildbänden mitgenommen haben“, sagt Büllesbach.

Der übrigens gleich im Vorwort mit einem heute noch weit verbreiteten Irrglauben aufräumt: Bei einem Besucheranteil von 1,8 Prozent im Jahr sei der Drachenfels alles andere als der „Holländer-Berg“. Auch das also so ein Mythos aus dem Siebengebirge.

Der Bildband „Siebengebirge – Rund um den Drachenfels“ von Alfred Büllesbach und Michael Kleinist erschienen im Morisel-Verlag und zum Preis von 19,90 Euro in den Buchhandlungen erhältlich.