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Geschlossene Kaiser's-Filiale: Was wird aus dem ehemaligen Bad Honnefer Hotel?

Geschlossene Kaiser's-Filiale : Was wird aus dem ehemaligen Bad Honnefer Hotel?

Die ehemalige Kaiser's-Filiale an der Honnefer Hauptstraße steht seit Jahren leer. Kein schöner Anblick, da sind sich die Anwohner einig. Ein Blick in die Archive zeigt die bewegte Vergangenheit des Gebäudes und wie sich die Geschichte wiederholt.

Seit fast drei Jahren ist die Kaiser's-Filiale an der Bad Honnefer Hauptstraße geschlossen. Eine Nachfolge für das Ladenlokal ist noch immer nicht in Sicht. Das bestätigte Peter Lausmann von Jones Lang LaSalle (JLL) mit Sitz in Frankfurt auf GA-Anfrage. JLL ist mit der Vermarktung des Gebäudes beauftragt. Nach 47 Jahren schloss Kaiser's im November 2016, und viele Bad Honnefer vermissen seitdem eine zu Fuß erreichbare Lebensmittelversorgung in der Innenstadt.

„Wir bedauern sehr, dass es noch keine neuen Informationen gibt“, betonte Lausmann. „Uns ist bewusst, dass das für alle Beteiligten alles andere als schön ist – aber wir sind in stetigem Austausch mit der Stadt und Interessenten.“ Wie viele Interessenten es gibt und wie zielführend bisherige Gespräche waren, dazu wollte sich Lausmann nicht äußern.

Sie seien auf der Suche nach einem passenden Mieter für Bad Honnef, der gleichermaßen langfristigen Erfolg verspricht. Auch bauliche Maßnahmen müssten warten, dass in erster Instanz die Verkaufsgespräche positiv verlaufen. „Zu laufenden Gespräche können wir uns nicht äußern, um die entsprechenden Verhandlungen nicht zu beeinflussen“, so Lausmann. Eine spruchreife Lösung ist also nicht in greifbarer Nähe.

Das ehemalige Hotel in bester Lage

Dabei war das Gebäude an der Hauptstraße mitten in Bad Honnef einmal wirklich repräsentativ. Das zeigt das historische Bild aus dem Nachlass von Karl Günter Werber. Er brachte das „Alt Honnefer Bilderbuch“ heraus. Darin ist ein aus dem Jahr 1910 stammendes Foto des 1904 erbauten Hotels Dell „Zum Siebengebirge“ zu sehen. Am 11. April 1967 berichtete die Honnefer Volkszeitung (HVZ): „Das Hotel Dell, viele Jahrzehnte lang das renommierteste Hotel Bad Honnefs, stand gestern morgen zur Zwangsversteigerung an. Der Verkehrswert des bekannten Grundstücks- und Gebäudekomplexes im Herzen der Stadt war vom Versteigerungsgericht auf 463.000 DM festgesetzt worden.“

Historische Bilder Bad Honnef

Ein Großunternehmen der Lebensmittelbranche gab damals ein Höchstgebot mit 215.000 DM ab. „Diesem Zuschlag zu versagen, beantragte daraufhin der Anwalt des früheren Besitzer-Ehepaares, weil durch dieses Gebot die für den ersten Versteigerungstermin geltende Sieben-Zehntel-Grenze des Verkehrswertes nicht erreicht werde“, liest man im Archiv der HVZ.

Die Besitzer hatten das Hotel mit Unterstützungen eines Großunternehmens aus der Lebensmittelbranche umbauen lassen und dort einen Supermarkt erstellen und an das Unternehmen verpachten wollen. Während des Umbaus mussten die Arbeiten jedoch eingestellt werden, weil dem Besitzer die Mittel ausgingen.

Vom Hotel zum Kaiser's

Am 18. Juli 1967 gab es dann Gewissheit, das Hotel Dell wurde für 355 000 DM gekauft. „Fast geht ein Aufatmen durch die Zuhörerbänke“, beschreibt die HVZ die damalige Reaktion im Königswinterer Amtsgericht. Der Käufer ist die Kaiser's Kaffee AG. Etwa ein Jahr später, am 29. Juni 1968, vermeldete die HVZ: „'Die Eröffnung des Supermarktes soll möglichst noch in diesem Jahre erfolgen', erklärte der Bonner Architekt Karl Bings zum Umbau des früheren Hotels Dell.“

Viele Monate hätte der Bau des einstmals ersten Honnefer Hotels ziemlich verwahrlost dagelegen. Auch damals ging es offenbar darum, das Stadtbild schnellstmöglich an dieser exponierten Stelle wieder in Ordnung zu bringen. „Der Supermarkt wird eine Verkaufsfläche von rund 400 Quadratmetern bekommen“, teilte Architekt Bings der HVZ mit.

„Ein Abreißen des ganzen Hauses und ein vollständiger Neubau waren uns nicht möglich, weil wir aus baurechtlichen Gründen das bisherige Bauvolumen nicht wieder hätten errichten können“, erklärte Bings 1968 laut HVZ. „Den alten Hotelbau hätten wir anderenfalls abgerissen. Ein städtebaulich harmonischer Anschluss an die Nachbarhäuser wäre dann allerdings nicht einfach gewesen.“

Auch heute ist die Situation für das Haus unklar. Das Gebäude gehört zum privaten Immobilien-Portfolio, das von JLL verwaltet wird. In der Vergangenheit wurden laut Lausmann verschiedene Optionen verfolgt. Einerseits gab es die Option einer Projektentwicklung samt anschließender Vermietung des Gebäudes, andererseits die Option des Verkaufs. Auf GA-Nachfrage erklärte Lausmann: „Unsere Bemühungen derzeit konzentrieren sich weitgehend auf den Verkauf des Objektes.“ Kriterien für die endgültige Entscheidung seien „die Wirtschaftlichkeit für unseren Auftraggeber sowie die Nachhaltigkeit für den Standort“, betonte er.

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