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Weiter Ärger um Seniorenvertretung in Bad Honnef​

Mitglied des Fördervereins zieht Konsequenzen : Weiter Ärger um Seniorenvertretung in Bad Honnef

Die Vorstandswahl der Seniorenvertretung der Stadt Bad Honnef zieht weitere Kreise. Ein aktives Mitglied des Fördervereins hat jetzt aus Protest sein Amt niedergelegt.

Die umstrittene Wahl des Vorstands der Seniorenvertretung der Stadt Bad Honnef hat jetzt erste personelle Konsequenzen: Angelika Heise, Schriftführerin im separaten Förderverein der Interessenvertretung, hat mit sofortiger Wirkung ihr Amt niedergelegt. Zugleich erklärte sie den Austritt aus dem angegliederten Förderverein, der 2019 zur Unterstützung der im selben Jahr erstmals gewählten Seniorenvertretung der Stadt Bad Honnef gegründet worden war.

Wie berichtet, hatte die elfköpfige Seniorenvertretung in ihrer konstituierenden Sitzung Ende Juni aus ihrer Mitte den geschäftsführenden Vorstand gewählt, wie es die Satzung des Gremiums auch vorsieht. Zum Vorsitzenden wurde mit einer Stimme Mehrheit erneut Hans-Christoph Anders gewählt. Stellvertreterin ist Lieselotte Zastrow, sie erhielt bei der geheimen Wahl zwei Stimmen Mehrheit. Barbara Boecker wurde zur Schriftführerin gewählt.

Für Irritationen allerdings sorgte noch in der Sitzung, dass Susanne Langguth, die beim Urnengang im Mai die mit Abstand meisten Stimmen der Wahlberechtigten erzielt hatte, damit bei zwei Kandidaturen für den geschäftsführenden Vorstand das Nachsehen hatte. Anders warf Langguth Parteilichkeit vor. Wie berichtet, ist Langguth Vize-Vorsitzende der Seniorenunion und Geschäftsführerin der CDU-Ratsfraktion; ein Ratsmandat hat sie nicht. Gleichwohl könne sie zwischen ihrem Engagement in der CDU und der Seniorenvertretung „nicht trennen“, so Anders. Auch könne es beim Urnengang nicht mit rechten Dingen vorgegangen sein, mutmaßte Anders und sorgte damit für einen Eklat.

Heise teilt mit, auch bei der ersten Wahl der Seniorenvertretung sei es „nicht einleuchtend“ gewesen, dass die Person mit dem besten Stimmenergebnis (Anm. d. Redaktion: Lieselotte Zastrow) nicht zur Vorsitzenden gemacht wurde. Heise, die ehrenamtlich ebenso im VdK auf Stadt- und Kreisebene tätig ist: „Diese Praxis hat sich nun wiederholt. Der erklärte Wille der Wahlberechtigten und an der Wahl teilnehmenden Senioren wurde gänzlich missachtet.“

Unter „meines Erachtens fadenscheinigen Begründungen und Anfeindungen“ sei der Wahlsiegerin der Vorstandsposten verweigert worden, das „erschließt sich mir nicht“. Selbst wenn die gewählten Mitglieder, wie es die Satzung ja vorsieht, den geschäftsführenden Vorstand wählen könnten, „finde ich die Praxis doch mehr als unbefriedigend. Hier sollte ausschließlich der Wille der Wähler maßgeblich sein“.

Kritik kommt auch vom Vorsitzenden der Seniorenunion, Rolf D. Cremer. „Parteipolitische Erwägungen sollten in einem solch überparteilichen Gremium keinerlei Einfluss haben. Und Engagement sollte niemals nachteilig ausgelegt werden, insbesondere, wenn es sich um – auf allen Ebenen händeringend gesuchten – Ehrenamt handelt“, teilte Cremer mit. Der Vorstand der Seniorenvertretung gehe aus der Wahl „geschwächt, nicht gestärkt, hervor“.

Der Vorsitzende der Seniorenvertretung war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.